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Long Covid als Feind des Körpers Die Rennrodlerin, die keine Kälte mehr verträgt

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Eitberger hat manchmal kaum Kraft fürs Training.

(Foto: imago images/foto2press)

Dajana Eitberger gehört zu den besten Rennrodlerinnen der Welt. Nach ihrer Corona-Infektion aber ist nichts mehr wie zuvor. Die 31-Jährige leidet an Long Covid, hat manchmal kaum Kraft fürs Training, verträgt keine Kälte mehr. Dabei ist sie offiziell gesund - eine sehr frustrierende Situation.

Rennrodlerin Dajana Eitberger leidet auch noch Monate nach ihrer Corona-Infektion unter den Spätfolgen. Der "Süddeutschen Zeitung" berichtete die 31-Jährige von körperlicher Schwäche, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnislücken. An schlechten Tagen reiche die Kraft gerade für die nachmittägliche Buggy-Runde mit dem zwei Jahre alten Sohn. An guten Tagen schaffe sie inzwischen wieder das Training auf der Eisbahn, "ohne dass ich mich eine Woche lang davon erholen muss", sagte Eitberger.

Auch Kälte sei inzwischen ein Gegner ihres Körpers, verschwundene Kälteresistenz ein Symptom ihrer Long-Covid-Erkrankung. Für eine Wintersportlerin, deren Disziplin im Eiskanal stattfindet, mehr als ungünstig. Rund drei Monate ist ihre Infektion jetzt her, ob und wann sie wieder gesund wird, ist unklar. Auf dem Papier ist sie kerngesund, heißt es nach Blutbild, Belastungs-EKG, Herz-Ultraschall, Lungenfunktionstest, der "kompletten Nummer". "Das ist total frustrierend", sagt Eitberger.

Infiziert hatte sie sich trotz zweifacher Impfung mit Biontech im Sommer, wo sie sich angesteckt hat, weiß sie nicht. Ein PCR-Test Mitte Dezember hatte die Gewissheit gebracht, nachdem ihr Teamkollege Felix Loch positiv getestet worden war.

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Die gebürtige Thüringerin, die in Augsburg lebt, hatte die abgelaufene Olympia-Saison nach Stürzen in Sigulda in Lettland vorzeitig beendet. "Da hab ich kapiert, dass ich noch gar nicht fit war und viel zu früh nach der Corona-Infektion wieder trainiert habe", erklärte Eitberger nun. Die folgenden Winterspiele in Peking verpasste die Olympia-Zweite von 2018, die nach ihrer Corona-Infektion im Dezember bereits beim Weltcup in Winterberg gestürzt war.

Das technische Know-how sei immer ihre Stärke gewesen, erklärte Eitberger, "jetzt kriege ich das Puzzle nicht mehr zusammen". Sie will nun erstmals psychologische Hilfe in Anspruch nehmen, um wieder Vertrauen in ihren Körper zu finden. An die Sportverbände appellierte sie, von langwierigen Covid-Folgen betroffene Athletinnen und Athleten nicht sich selbst zu überlassen. Es brauche Angebote, Fürsorge und mehr Verständnis.

Quelle: ntv.de, ara/dpa

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