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Neuer Verdacht für 2016 und 2017 Dopingfahnder prüfen alte Radsport-Proben

Eine Spritze vor dem Wort Doping. Foto: picture alliance / dpa/Symbolbild

Die aktuellen Ermittlungen sind eine Folge der "Operation Aderlass", bei der ein Doping-Netzwerk um den Sportarzt Mark S. ausgehoben worden war.

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Dopingfahnder haben einen neuen Nachweis entwickelt und testen alte Proben deshalb erneut. Im Mittelpunkt steht dabei der Radsport, besonders die Tour de France der Jahre 2016 und 2017. Es könnte dabei auch um Kunden eines deutschen Sportarztes gehen.

Die Tour de France 2017 steht im Mittelpunkt erneuter Untersuchungen alter Dopingproben. Verbesserte Verfahren sollen es ermöglichen, ein damals noch nicht nachweisbares Mittel nachzuweisen. "Dank neuer Informationen haben wir relevante Proben identifiziert und die ersten Analysen durchgeführt", teilte die Cycling Anti-Doping Foundation (CADF) der belgischen Zeitung Het Nieuwsblad mit.

Der Radsport-Weltverband UCI hatte die CADF mit der Untersuchung von Proben aus den Jahren 2016 und 2017 beauftragt. Die Ermittlungen sind eine Folge der "Operation Aderlass", bei der 2019 ein Doping-Netzwerk rund um den Erfurter Sportarzt Mark S. ausgehoben worden war. S. wurde im vergangenen Frühjahr verhaftet, für Fahnder gilt er als zentrale Figur des laut Sportschau "bisher wohl größten bekannten bundesdeutschen Doping-Netzwerk im Spitzensport". Die folgenden Ermittlungen hätten den Hinweis auf das nicht näher genannte Dopingmittel ergeben, das erst mit neuen Methoden nachweisbar ist.

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Besonders die Frankreich-Rundfahrt 2017 werde nun untersucht. "In dieser Zeit gab es eine Reihe verbotener Substanzen, die auf dem regulären Markt nicht verfügbar waren und für die es in den Labors noch keine optimalen Nachweismethoden gab. Diese Methoden wurden inzwischen verbessert" sagte Peter Van Eenoo vom Dopinglabor in Gent der Zeitung.

Laut der ermittelnden Münchner Staatsanwaltschaft gehörten zum Netzwerk von Mark S. 23 Sportler aus acht europäischen Ländern, darunter auch einige Radsportler wie Danilo Hondo oder der Österreicher Stefan Denifl. Erst Ende Februar hatte auch der Schweizer Ex-Radprofi Pirmin Lang gestanden, vor seinem Karriereende 2017 verbotene Mittel genommen zu haben. Auch Georg Preidler, Alessandro Petacchi, Kristijan Koren, Borut Bozic und Kristijan Durasek zählten zu den Kunden. Darüber hinaus sollen laut ARD auch zwei weitere deutsche Radprofis Kunden gewesen sein.

Quelle: ntv.de, tsi/sid