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"Unter den richtigen Umständen" Premier will Djokovic schneller zurücklassen

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Novak Djokovic könnte schneller nach Australien zurückkehren als andere, die abgeschoben wurden.

(Foto: imago images/Belga)

Novak Djokovic ist inzwischen aus Australien abgereist. Nach einem erbitterten Streit, der zu diplomatischen Zerwürfnissen zwischen Australien und Serbien führte, musste der Tennisprofi das Land verlassen. Nun sagt Australiens Regierungschef: Djokovic könnte schneller zurückkehren als eigentlich vorgesehen.

Novak Djokovic war "extrem enttäuscht", als seine Niederlage feststand: Der serbische Tennisprofi hat am Sonntag Australien verlassen und ist inzwischen in Dubai gelandet. Die australische Regierung hatte nach Tagen erbitterten Ringens das Visum des Weltranglistenersten annulliert. Der ungeimpfte Djokovic wollte mit einer medizinischen Ausnahmegenehmigung einreisen. Im Verlauf des Verfahrens, das zweimal vor einem Gericht landete, gab es zahlreiche Ungereimtheiten, Djokovic selbst hatte eingeräumt, dass auf dem Visumsantrag falsche Angaben gemacht wurden - versehentlich, "menschliche Fehler", wie der Serbe in einem Instagram-Beitrag geschrieben hatte. Außerdem hatte Djokovic zugegeben, dass er sich nach einem positiven Corona-Test im Dezember in Serbien nicht an Isolationsvorschriften gehalten hatte, indem er Journalisten zum Interview traf. Am Ende stand die Abschiebung - und damit verbunden eine dreijährige Einreisesperre. Eigentlich.

Doch der wegen hoher Infektionszahlen und anstehenden Wahlen unter Druck stehende australische Regierungschef Scott Morrison sagte nach Djokovics Ausreise in einem Radiointerview, dass damit "eine sehr klare Botschaft" gesendet worden sei. Er deutete dennoch an, dass Djokovic "unter den richtigen Umständen" auch vor Ablaufen der Dreijahresfrist nach Australien zurückkehren könnte. Es sind die ersten vergleichsweise versöhnlichen Worte des Premierministers in Richtung Djokovics.

Morisson hatte sich zuvor schon gegen den 34-Jährigen positioniert, als dieser noch im Flugzeug nach "Down Under" saß. "Wenn er nicht geimpft ist, muss er einen akzeptablen Nachweis erbringen, dass er aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden kann, um Zugang zu den gleichen Reiseregeln wie vollständig geimpfte Reisende zu erhalten", sagte Morrison. Sonst werde der 34 Jahre alte Superstar aus Serbien "im ersten Flieger nach Hause" sitzen.

Eigentlich dürfte Djokovic erst nach drei Jahren zurück nach Australien

Nun landete Djokovic elf Tage nach seiner Ankunft in Melbourne am Morgen in Dubai. Seinen Titel bei den Australian Open, die inzwischen laufen, wird er nicht verteidigen. Auf seinen ersehnten 21. Grand-Slam-Titel, der ihn zum Rekordgewinner bei den vier Major-Turnieren machen würde, muss er mindestens bis Mai zu den French Open warten.

"Ich habe Novak gesagt, dass ich es kaum erwarten kann, dass er nach Serbien zurückkommt, in sein Land, wo er immer willkommen ist", sagte Serbiens Präsident Aleksandar Vucic. Es sei nicht hinnehmbar, "den besten Tennisspieler zehn, elf Tage lang so zu behandeln, und ihm dann am elften Tag die gleiche Entscheidung mitzuteilen wie am ersten Tag." Djokovic ist inzwischen offenbar auf dem Weg nach Belgrad, wo er nach Angaben der Nachrichtenagentur AP um 12.10 Uhr landen soll.

Ob Djokovic nach dem alle Seiten beschädigenden Streit noch einmal in Australien antreten wird, ist unklar. Geht es nach Morrison, könnte Djokovic zumindest schneller als eigentlich üblich wieder einreisen. "Ich werde nichts tun, was dem Minister nicht ermöglichen würde, die dafür notwendigen Anrufe zu tätigen", sagte Morrison. "Es dauert eigentlich drei Jahre, aber unter den richtigen Umständen kann man zurückkehren. Das ziehen wir in Betracht." Einwanderungsminister Alex Hawke hatte von seinen weitreichenden Befugnissen Gebrauch gemacht und das Visum annulliert - mit der Begründung, dass die Anwesenheit des Impfskeptikers die Stimmung in Australien gegen Corona-Impfungen weiter anheizen könnte.

In Australien finden nicht nur die Australian Open statt, sondern auch der Mannschaftswettbewerb ATP Cup, an dem Djokovic Anfang des Jahres ursprünglich hatte teilnehmen wollen, sowie unter anderem die ATP-Turniere in Sidney, Melbourne und Adelaide.

Quelle: ntv.de, ter

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