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Milliardeneinnahmen in Gefahr Fifa-Sponsoren werden nervös

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Um ihre Logo hinter Blatter zu platzieren, zahlen Unternehmen viel Geld. Nun fürchten sie, dass das ihrem Ruf doch nicht so förderlich ist.

(Foto: picture alliance / dpa)

Jahrelang hat nicht nur die Fifa zögerlich auf die zahlreichen Korruptionsvorwürfe reagiert. Auch viele Unternehmen, die den Verband mit Millionenbeträgen unterstützen, haben weitgehend tatenlos zugesehen. Nun machen sie Druck.

Nach den Justizbehörden in den USA und der Schweiz haben auch mehrere der größten Sponsoren auf die mutmaßlichen Korruptionsskandale reagiert. Die Konzerne, die den Verband mit hohen Millionenbeträgen unterstützen, sorgen sich angesichts der Ermittlungen um ihren eigenen Ruf. Coca-Cola, Adidas, Visa und McDonald's drücken in ungewöhnlich deutlichen Erklärungen ihre Besorgnis über die Vorgänge im Fußballweltverband aus und forderten grundlegende Reformen. Andernfalls drohte etwa Visa direkt mit einem Ende der Zusammenarbeit.

"Die Enttäuschung und Sorge über Fifa im Lichte der heutigen Entwicklungen ist schwerwiegend", heißt es in einer Erklärung des Kreditkartenanbieters Visa. "Es ist wichtig, dass Fifa jetzt Änderungen vornimmt", fordert das Unternehmen. "Für den Fall, dass Fifa dies unterlässt, haben wir sie informiert, dass wir unser Sponsoring überdenken werden."

McDonald's erklärte laut "BBC", die Ereignisse seien "extrem besorgniserregend". Von Coca-Cola hieß es, die Fifa-Weltmeisterschaften seien "beschmutzt" worden durch die anhaltende Kontroverse. Zwar spricht man in mehreren Statements von einem notwendigen Wandel, von konkreten Forderungen, etwa nach einem Rücktritt von Fifa-Chef Joseph Blatter ist dagegen nicht die Rede. Mehrere Unternehmen geben aber an, in direkten Gesprächen mit der Organisation zu stehen.

Die fortwährenden negativen Schlagzeilen seien weder gut für den Fußball noch für die Fifa oder ihre Sponsoren, teilte ein Sprecher des deutschen Sportartikelherstellers Adidas mit. Man erwarte die Einhaltung ethischer Standards und bestärke deshalb die Fifa darin, "auch weiterhin transparente Compliance-Standards zu setzen und diese konsequent anzuwenden".

Schweigender Rückzug im letzten Jahr

Das Sponsoring im Rahmen der alle vier Jahre stattfindenden Fußballweltmeisterschaft ist nach dem Verkauf von Fernsehrechten die zweitwichtigste Einnahmequelle der Fifa. Im Rahmen des vergangenen Turniers in Brasilien nahm der Verband Berichten zufolge 1,6 Milliarden Dollar von Coca-Cola und anderen Partnern ein. Im Gegenzug erhalten die Unternehmen, das Recht im Rahmen des Turniers selbst zu werben und vor allem vier Jahre lang die geschützten Marken der Fifa zu verwenden.

Reagiert hatten einige Sponsoren schon im vergangenen Jahr auf die ihrer Ansicht nach unzureichende Aufarbeitung der Korruptionsvorwürfe durch die Fifa. Dass mehrere Unternehmen – darunter die Fluglinie Emirates, Johnson & Johnson und Sony – ihre Sponsoringverträge auslaufen ließen, war in Medienberichten in diesen Zusammenhang gestellt worden. Öffentlich machten die Unternehmen allerdings kaum Druck.

Lediglich Coca-Cola äußerte bereits im vergangenen Oktober, als die Fifa einen internen Korruptionsbericht nicht veröffentlichte, sanft Kritik. Man sei "besorgt", aber auch "zuversichtlich", dass der Verband "die Vorwürfe ernst nimmt und ausreichend untersucht", sagte die zuständige Managerin damals. So zuversichtlich klingt das jüngste Statement des Konzern nicht mehr.

Quelle: ntv.de