Fußball-WM 2019

Favoritinnen der Fußball-WM Deutschlands Titelgegner machen Druck

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Bei der Heim-WM ist die Sehnsucht nach einem Titel für Frankreich groß.

(Foto: imago images / PanoramiC)

Geht es um einen WM-Titel reist die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft als Mitfavorit an. Genauso geht es dem Rekordsieger USA. Doch längst machen die Teams den Titel nicht mehr unter sich aus. Vor allem die Spanierinnen holen auf - und sorgen für einen Hype.

Geht es um einen WM-Titel, gilt die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft stets zumindest als Mitfavorit. Genauso geht es den Rekordsiegerinnen aus den USA. Doch längst machen diese beiden Teams den Titel nicht mehr unter sich aus. Vor allem die Spanierinnen holen auf - und sorgen für einen Hype. Auf wen Sie bei der Weltmeisterschaft in Frankreich vom 7. Juni bis zum 7. Juli achten müssen.

Deutschland

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Alex Popp führt die deutsche Elf an.

(Foto: imago images / Oryk HAIST)

Das DFB-Team ist eine Bank im Frauenfußball. Seit 1991 bei allen Endrunden dabei, konnte 2003 und 2007 den Titel gewinnen. Nach einem Tief bei der EM 2017 als das Aus schon im Viertelfinale kam, hat sich Deutschland wieder emporgekämpft. Die neue Trainerin Martina Voss-Tecklenburg setzt auf ein junges, unerfahrenes Team mit einigen festen Größen wie Kapitänin Alexandra Popp, Spielgestalterin Dzsenifer Marozsán oder Oldie Lena Goeßling. Zum Einstand von MVT siegte das DFB-Team gegen Mitfavorit Frankreich sowie gegen Schweden.

Spanien

Der Gruppengegner der Deutschen hat sich sehr gut entwickelt. Erst 2015 nahm die Mannschaft zum ersten Mal an einer Weltmeisterschaft teil und schied in der Gruppenphase aus. In der Qualifikation zur WM in Frankreich siegte das Team von Trainer Jorge Vilda in allen acht Spielen, kassierte nur zwei Gegentore. Durchaus als Erfolg zu verbuchen ist auch der letzte Test: Gegen Mitfavorit Japan spielte das Team 1:1. Überhaupt: Frauenfußball boomt in Spanien. Die Ligapartie des FC Barcelona gegen Atlético Madrid hatte im März 60.739 Zuschauer - Weltrekord für ein Spiel zweier Vereine. Die meisten Spielerinnen von La Roja spielen bei diesen beiden Teams. Nachdem der FC Barcelona gegen den FC Bayern ins Champions-League-Finale eingezogen war, verschoben die Verantwortlichen der Primera Division den Spieltag der Männer von 18.30 Uhr auf 20 Uhr, da das Frauen-Endspiel gegen Olympique Lyon um 18 Uhr angepfiffen wurde. Die Zuschauer sollten die Möglichkeit bekommen, alle Partien sehen zu können.

USA

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Titelverteidigerinnen: Megan Rapinoe und Alex Morgan.

(Foto: imago images / UPI Photo)

Der Titelverteidiger steht in der Weltrangliste ganz oben. Nach dem Viertelfinal-Aus bei den Olympischen Spielen 2016 will der mit drei WM-Titel dekorierte Rekordchampion wieder zeigen, wer im Frauenfußball den Ton angibt. Vor vier Jahren bei der WM in Kanada beendeten Alex Morgan, Megan Rapinoe und Co. den deutschen Titeltraum mit einem 2:0 im Halbfinale und gewannen nach 1991 und 1999 den Pokal. Schlechter ist das Team von Trainerin Jill Ellis nicht geworden, gerade in der Offensive ist das Team mit Kraft und Finesse gespickt. Obacht: Qualifiziert Deutschland sich als Zweiter der Gruppe B für das Achtelfinale, und die USA gewinnen die Gruppe F, kreuzen sich die Wege der Teams bereits im Achtelfinale.

Frankreich

Holen ein Jahr nach den Männern auch Frankreichs Frauen den WM-Pokal? Gut möglich. Der Gastgeber ist ohne Frage heiß auf das Spektakel im eigenen Land. Schon seit Jahren gelten Les Bleues als ernsthafter Titelkandidat, noch nie konnten sie den hohen Ansprüchen bei einem Turnier gerecht werden. Meist haperte es an der Chancenverwertung. Beste Platzierung war daher Rang vier bei der WM 2011 in Deutschland. Spielerinnen wie Kapitänin Amandine Henry, Wendie Renard oder Eugenie Le Sommer, allesamt vom Champions-League-Dauersieger Olympique Lyon, stehen dennoch für die Extraklasse der Auswahl von Nationaltrainerin Corinne Diacre. Die entscheidende Frage: Hält das Team dem immensen Erwartungsdruck stand?

Niederlande

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Sarina Wiegmann feierte 2017 den EM-Titel mit den Niederlanden.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Wie man einen Titel im eigenen Land gewinnt, wissen die Niederländerinnen. 2017 spielte sich das Team von Trainerin Sarina Wiegmann in einen regelrechten Rausch. In den K.-o.-Runden schalteten sie Schweden und England aus und besiegten im Finale Dänemark. Dieses Niveau zu bestätigen, wird nun wohl schwerer. Doch die Spielerinnen haben Klasse, spielen in den europäischen Top-Ligen, Stürmerin Shanice van de Sanden etwa beim Champions-League-Sieger Olympique Lyon.

England

Nein, in Understatement üben sie sich auf der Insel wahrlich nicht. "Ich bin mir sicher, dass diese Mädels den Pokal holen können", tönte Nationaltrainer Phil Neville. Nach Platz drei bei der WM 2015 wollen die Lionesses dieses Mal den nächsten Schritt machen. Auch dank des erstmaligen Triumphs beim Vier-Nationen-Turnier "SheBelieves Cup" in den USA im März ist das Selbstvertrauen beachtlich. Zudem will der Verband FA ähnlich wie bei den Männern im vergangenen Jahr eine echte Euphorie in der Heimat entfachen. Allein die Kaderbekanntgabe setzte neue Maßstäbe im Frauenfußball: Prominente wie David Beckham, Prinz William oder Emma Watson präsentierten die Namen in den sozialen Netzwerken. Die Generalprobe beim 0:1 gegen Neuseeland ging allerdings daneben.

Japan

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Saki Kumagai trifft bei der WM auf viele Mitspielerinnen von Olympique Lyon.

(Foto: imago images / VI Images)

Bei der WM 2011 in Deutschland gewannen die Asiatinnen den Titel und spielten sich erstmals in den Vordergrund, dabei sind sie seit der ersten WM 1991 immer dabei. Im Viertelfinale hatten sie zuvor die Gastgeberinnen ausgeschaltet. Im vergangenen Jahr wurde die Mannschaft von Trainer Asako Takakura Asienmeister und qualifizierte sich so vorzeitig für die WM. Kapitänin ist die 28-jährige Mittelfeldspielerin Saki Kumagai, die mit Olympique Lyon die Champions League gewann. Sie hatte 2011 den entscheidenden Elfmeter im WM-Finale gegen die USA geschossen.

Quelle: n-tv.de, ara/sid