Fußball-WM 2019

WM-Aus mit Tränen und Trotz Französinnen hadern mit Fußball-Versagen

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Tränenreicher Abschied von Les Bleus.

(Foto: imago images / PA Images)

Auch die Rückendeckung aus der Heimat half ihnen nicht: Einen Tag nach dem WM-Aus in Paris müssen die französischen Fußballerinnen ihre verlorene Titelchance erst einmal verdauen. Wieder einmal reicht es für die hoch gehandelte Equipe Tricolore nicht.

Spät in der Nacht spendete der Präsident den traurigen französischen Fußballerinnen aus dem fernen Osaka Trost. "Trotz ihrer Anstrengungen und ihres Talents endet der Wettbewerb für unsere Blauen hier. Aber sie haben definitiv die Herzen der Franzosen gewonnen! Vielen Dank, meine Damen", schrieb Emmanuel Macron via Twitter vom G20-Gipfel.

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Doch das tränenreiche Aus im Viertelfinale der Heim-WM und der im Pariser Prinzenpark geplatzte Titeltraum schmerzten noch immer. "Der Kater" titelte die Sporttageszeitung L'Equipe am Morgen nach dem 1:2 (0:1) gegen Weltmeister USA, das 11,8 Millionen Franzosen an den TV-Bildschirmen verfolgt hatten. Die so ersehnte blau-weiß-rote Finalwoche in Lyon ein Jahr nach dem WM-Triumph der Männer findet ohne die Gastgeberinnen statt. Nationaltrainerin Corinne Diacre musste entsprechend zerknirscht zugeben: "Es war im fußballerischen Sinne ein Versagen, das können wir nicht leugnen. Wir haben unser Ziel weit verfehlt."

Wie Staatspräsident Macron äußerte sie trotz der zudem verpassten Olympia-Qualifikation die Hoffnung, "dass wir die Herzen der Menschen mit diesem Spiel und diesem Turnier gewonnen haben". Es bleibt dabei: Wenn es ans Eingemachte geht, scheitert die französische Auswahl. Obwohl sieben Spielerinnen mit Olympique Lyon Titel um Titel gewinnen, fehlt bei Turnieren der letzte Wille, der letzte Punch. Zum fünften (!) Mal in Folge war bei einem großen Event in der Runde der letzten Acht Schluss. Auch wenn natürlich die Hürde bei diesem so besonderen Turnier nicht größer hätte sein können.

Überlegenheit nicht ausgenutzt

Doch Les Bleues - das einzige Team, das die USA in den vergangenen zwei Jahren bezwungen hat - spielten dem Topfavoriten vor 45.595 Zuschauern voll in die Karten. Durch den Rückstand per Freistoß der überragenden Megan Rapinoe (5.) war der Matchplan früh passé. In der zweiten Hälfte genügte den USA Rapinoes zweiter Treffer (65.), weil die hochveranlagte französische Offensive um Aktivposten Kadidiatou Diani es eben nicht schaffte, die Überlegenheit gegen immer defensivere Amerikanerinnen in Tore umzumünzen. Einzig die großgewachsene Innenverteidigerin Wendie Renard (81.) traf nach einem Freistoß.

Ex-Nationalspielerin Diacre, seit zwei Jahren im Amt, schloss bei aller Kritik vor allem an ihren Personalentscheidungen einen Rücktritt aus. "Ich bin kein Mensch, der aufgibt. Ich habe einen langfristigen Vertrag und noch Arbeit zu erledigen", sagte die 44-Jährige. Doch die Entscheidung, ob sie wie geplant bis zur EM 2021 an Bord bleiben darf, obliege natürlich dem Verbandspräsidenten Noel Le Graet.

So oder so - die dreiwöchige Euphorie um Les Bleues soll in der Weiterentwicklung des französischen Frauenfußballs münden. "Unsere Liga ist gut, aber nicht alle Teams sind professionell, nur zwei Vereine spielen um den Titel", sagte Stürmerin Eugenie Le Sommer: "Das muss sich verbessern."

Quelle: n-tv.de, Jana Lange, sid

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