Fußball-WM 2019

Rücktritt aus Nationalteam Goeßling geht nach WM-Aus im Frust

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Wollte das Ende in der DFB-Elf "selbst bestimmen" und kehrt dem Team nun den Rücken: Lena Goeßling.

(Foto: imago images / HMB-Media)

Nur fünf Tage nach dem Viertelfinal-Aus bei der Fußball-WM erklärt Lena Goeßling ihren Rücktritt aus dem DFB-Team. Die verdiente Nationalspielerin verabschiedet sich als unzufriedene Ersatzkraft. "Zwei, drei Ältere" denken laut Bundestrainerin Voss-Tecklenburg über den gleichen Schritt nach.

Wie die 33-Jährige vom Double-Gewinner VfL Wolfsburg in einer Mitteilung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) erklärte, werde sie "in Zukunft nicht mehr für die Nationalmannschaft zur Verfügung" stehen. Schon während des Turniers habe sie sich "mit dem Gedanken beschäftigt. Mir war es wichtig, das Ende des Kapitels Nationalmannschaft selbst zu bestimmen", wurde die Olympiasiegerin und Europameisterin von 2013 vielsagend zitiert. Der Rücktritt kommt nicht überraschend. Bei der WM in Frankreich, die mit dem Viertelfinal-K.o. gegen Schweden (1:2) und der verpassten Qualifikation für Olympia 2020 endete, war die erfahrenste Spielerin im Kader von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg nicht über eine Reservistenrolle hinaus gekommen. Einzig im zweiten Gruppenspiel gegen Spanien (1:0) kam sie 80 Minuten lang als ballsichere Sechserin mit guter Übersicht zum Einsatz.

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Stattdessen erhielt etwa die erst 17 Jahre alte Lena Oberdorf im Mittelfeldzentrum fast doppelt so viel Spielzeit. Das Küken im DFB-Team weckte mit erstaunlich reifen Leistungen große Hoffnungen für die Zukunft.

"Großer Respekt"

Aufgrund dieser Perspektive zog die im defensiven Mittelfeld und Abwehrzentrum einsetzbare Goeßling nach 106 Länderspielen (zehn Tore) den Schlussstrich. "Für mich ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, ab sofort liegt mein Fokus auf dem Verein. Ich durfte viele tolle Momente in der Nationalmannschaft erleben und bin dankbar, ein Teil dieser Geschichte gewesen zu sein." Die per Telefonat informierte Bundestrainerin zollte Goeßling "großen Respekt" für deren Entscheidung: "Sie hat für die Mannschaft stets alles gegeben und war für die jüngeren Spielerinnen auf und neben dem Platz immer ein sehr gutes Vorbild. Auch wenn Lena bei der WM in Frankreich nicht oft gespielt hat, ist sie während des gesamten Turniers vorangegangen und hat die jungen Spielerinnen vorbildlich unterstützt."

Diese Rolle war Goeßling nach elf Jahren als Nationalspielerin offenbar nicht mehr gut genug. Ihre Zeit im DFB-Team war zuletzt ohnehin von Unruhe geprägt. Als Ex-Bundestrainerin Steffi Jones Goeßling Ende 2017 nicht für ein Länderspiel in ihrer Geburtsstadt Bielefeld gegen Frankreich nominierte, beschwerte sie sich öffentlich über "Respektlosigkeit".

Der Abschied von Goeßling wird in den WM-Nachwehen wohl auch nicht der letzte bleiben. Voss-Tecklenburg hatte direkt nach dem Ausscheiden durchblicken lassen, dass "zwei, drei Ältere" über einen Rücktritt nachdenken. Bis zum nächsten großen Turnier, der EM 2021 in England, will die 51-Jährige den Umbruch ohnehin forcieren. Nach Goeßling sind die ältesten beiden Spielerinnen im derzeitigen Kader Verena Schweers (30) und Marina Hegering (29).

Quelle: n-tv.de, Jana Lange, sid

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