Sport

Formschwankungen & Verletzte Für Deutschlands Skistars "läuft's zäh"

imago38040495h.jpg

Die deutschen Skistars um Felix Neureuther kämpfen mit Form und Formschwankungen.

(Foto: imago/GEPA pictures)

Verletzte, Rekonvaleszenten, umstrittene Siege, schwankende Leistungen: Die deutschen Ski-Profis machen derzeit wenig Hoffnung auf Medaillen bei der Weltmeisterschaften im schwedischen Are im Februar. Immerhin gibt's ein paar wenige Lichtblicke.

Der Jahresabschluss war einigermaßen versöhnlich. Ein zweiter Rang noch von Viktoria Rebensburg im Riesenslalom am Zauberberg in Semmering, wo die unglaubliche Mikaela Shiffrin einen Tag später zur besten Slalomläuferin der Geschichte aufstieg. Dazu kamen beim Double des Südtirolers Dominik Paris in Bormio ein paar respektable Platzierungen der deutschen Abfahrer - das war es dann aber auch schon. "Es läuft schon ganz schön zäh", sagte DSV-Alpinchef Wolfgang Maier zum bisherigen Saisonverlauf.

imago38098080h.jpg

Immer für einen Sieg gut, aber die Konstanz fehlt: Victoria Rebensburg.

(Foto: imago/Rene Schulz)

In fünf Wochen beginnt die Weltmeisterschaft - vom 3. bis 17. Februar - doch im Gegensatz zum Jahresabschluss 2017 gibt es derzeit nur wenig Anlass, im schwedischen Are auf Medaillen zu hoffen. Vor zwölf Monaten hatten die deutschen Skirennläufer bereits vier Siege vorzuweisen dank Viktoria Rebensburg (2), Felix Neureuther und Josef Ferstl, dazu drei zweite und zwei dritte Plätze. Stand jetzt: Ein Sieg durch Stefan Luitz, der aber womöglich noch aberkannt wird, dazu zwei zweite und zwei dritte Plätze.

Trotz guter Voraussetzungen gelang den Deutschen bei Olympia freilich keine Medaille - unter anderem, weil ihnen Neureuther und Luitz verletzt fehlten. Und jetzt? Abfahrer Thomas Dreßen, laut Maier "ein absoluter Weltklassemann für das Podium", ist verletzt, seine Mannschaftskollegen Ferstl und Andreas Sander fahren ihren Erwartungen noch hinterher, Luitz wurde durch die "Sauerstoff-Affäre" aus der Bahn geworfen, Neureuther hat noch Trainingsrückstand, Rebensburgs Leistungen sind wechselhaft.

"Ohne Dreßen ist der Trend gut"

Alpinchef Maier kann nur auf kleine Lichtblicke verweisen. "Die Herren habe ich positiv gesehen, sie schlagen sich ganz wacker, ohne Dreßen ist der Trend gut", sagte er zu den Leistungen der Abfahrer in Bormio. Ferstl erreichte auf der eisigen "Stelvio" in Abfahrt und Super-G jeweils Rang elf, Sander rehabilitierte sich im Super-G mit Rang 14 für seine miserable Abfahrt (35.), Dominik Schwaiger und Manuel Schmid überzeugten in der Abfahrt mit den Plätzen 19 und 21. Ferstl sprach nach durchwachsenem Saisonstart von einem "super Jahresabschluss", auch Sander war nach doch sehr wechselhaften Leistungen "froh, dass ich das Jahr noch mit einem ganz guten Ergebnis beenden kann".

Die kommenden Tage wollen beide nutzen zur Entspannung und zum Training, ehe dann ab Mitte Januar die Rennen in Wengen, Kitzbühel und als WM-Generalprobe auf der Kandahar in Garmisch-Partenkirchen folgen. Sander weiß: "Es ist noch viel Luft nach oben." Das gilt auch für Rebensburg, die von den fünf bisherigen Podestplatzierungen der deutschen Skirennläufer immerhin drei holte. In den beiden Riesenslaloms vor dem Jahresende belegte sie jeweils Rang zwei, "das spricht für das Niveau, das sie fahren kann", sagte Maier. Doch die Konstanz des vergangenen Winters, als Rebensburg nach verkorksten Olympischen Spielen immerhin noch den Riesenslalom-Weltcup gewann, ist noch nicht zu sehen. Für einen Sieg ist sie freilich immer gut.

Bei den deutschen Abfahrerinnen scheint es derweil langsam aufwärts zu gehen, Kira Weidle etwa gelang ein überraschender dritter Rang in Lake Louise. Im Slalom dagegen wurde die ganze Misere in Semmering wieder einmal deutlich. Christina Geiger hatte als Siebte des ersten Durchgangs beste Chancen, unter die ersten Acht und damit zur WM zu fahren - und schied im zweiten Lauf am dritten Tor aus. Lena Dürr, für Are bereits qualifiziert, wurde nur 25. - 5,23 Sekunden hinter Shiffrin. "Das war gar nicht gut", gestand Dürr. Ein Satz, den sie mittlerweile zu häufig sagen muss.

Quelle: n-tv.de, Thomas Häberlein, sid