Fußball-WM 2010

WM-Knaller gegen Argentinien In Kapstadt brennt die Luft

Die Sticheleien vor dem WM-Viertelfinale gehen weiter. Der deutsche Kapitän Lahm bezeichnet die Partie gegen Argentinien als erste echte Titelprüfung. Trotz Trainingspause sollen Podolski und Özil spielen. Und Maradona glaubt, die Deutschen seien nervös. Kurz: Die Luft brennt.

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Wir wissen, dass die Südamerikaner sich sehr impulsiv und temperamentvoll verhalten und nicht wirklich verlieren können": Philipp Lahm.

(Foto: dpa)

Noch ein Tag bleibt Bundestrainer Joachim Löw, um die deutsche Elf fit für das WM-Viertelfinale gegen Argentinien zu machen. Der DFB-Tross ist inzwischen in Kapstadt angekommen. Löw wollte, dass sich das Team heute ausgeruht den letzten Feinschliff holen kann. "Wir sehen dem Spiel mit viel Vorfreude entgegen." Die DFB-Auswahl bestreitet ihr Abschlusstraining um 17.30 Uhr im Green Point Stadion. Mehr als 65.000 Zuschauer werden dann am Samstag ab 16 Uhr die für die WM errichtete Arena füllen.

"Die Anspannung ist schon da", berichtete Kapitän Philipp Lahm, der den Viertelfinal-Knüller zur ersten echten Titelprüfung für die junge deutsche Mannschaft erklärt hat. "Es ist lange her, dass wir einen großen Gegner geschlagen haben", sagte der Münchner - und das nach dem grandiosen 4:1 im Achtelfinale gegen England. Doch für Lahm sind der mögliche Endspielgegner Brasilien, der potenzielle Halbfinal-Kontrahent Spanien sowie die Argentinier die heißesten Titelanwärter in Südafrika. Und deswegen "größere Gegner als die Engländer".

Freundliche Worte in Richtung Gegner

Auch der ansonsten stets freundliche Kapitän ließ es sich nicht nehmen, einige freundliche Worte in Richtung Gegner zu richten. "Wir wissen, dass die Südamerikaner sich sehr impulsiv und temperamentvoll verhalten und nicht wirklich verlieren können. Ich hoffe, dass wir am Samstag erleben, wie sie diesmal mit der Niederlage umgehen", sagte Lahm in Anspielung auf die Tumulte nach dem deutschen Sieg nach Elfmeterschießen im WM-Viertelfinale 2006 in Berlin.

Und Oliver Bierhoff legte nach: "Die Argentinier sind herzliche, gesellige, freundliche Menschen - aber wenn es auf den Platz geht, vergessen sie dies. Es gibt immer Diskussionen und Provokationen", sagte der Teammanager und nannte als Konsequenz für die mit Spannung erwartete Partie in Kapstadt: "Wir sollten kühlen Kopf bewahren."

Doch der Respekt vor Messi & Co. ist groß

Bei aller Stichelei, der Respekt vor Lionel Messi & Co. ist groß. Die geben sich gelassen, ihr Trainer, Diego Maradona, ließ ausrichten: "Wir werden Deutschland attackieren und gewinnen." Das sei es, was die DFB-Kicker nervös mache. "Wir haben weniger Fehler als bei den Engländern entdeckt", verriet jedenfalls Bierhoff nach intensiven Video-Sitzungen. Chefscout Urs Siegenthaler nannte die Argentinier "einen überragenden Gegner".

Aber man habe ein Konzept entworfen, um auch einen Weltstar wie Messi, der am Donnerstag wegen eines grippalen Infekts nicht trainiert hatte, in den Griff zu bekommen, versicherte Siegenthaler: "Das Team und der Trainer haben Wege." Bierhoff setzt auf Teamgeist und Erfolgshunger: "Die Mannschaft ist noch enger zusammengerückt. Und sie weiß, der Weg ist noch lang. Die Spieler glauben nicht, dass schon etwas erreicht ist."

Cacau fällt mit Bauchmuskelzerrung aus

Bei der letzten Übungseinheit sollen heute nach ihren Trainingspausen auch Lukas Podolski und Mesut Özil wieder dabei sein. Der Einsatz der beiden Offensivspieler gegen Argentinien sei nicht gefährdet, hatte Teammanager Oliver Bierhoff versichert. Gleiches soll für den Stuttgarter Abwehrspieler Serdar Tasci gelten, der am Donnerstag das Training wegen Achillessehnen-Beschwerden vorzeitig beendet hatte. Der Stuttgarter Angreifer Cacau fällt wegen einer Bauchmuskelzerrung für das fünfte WM-Spiel der deutschen Mannschaft aus.

In Kapstadt soll auch der etatmäßige Kapitän Michael Ballack zum Team stoßen. Der 33-Jährige will sich vor Ort von Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt an seinem verletzten rechten Fuß behandeln lassen und die Nationalmannschaft unterstützen. Am Spieltag will auch Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Südafrika anreisen und auf der Tribüne die Daumen drücken. "Hoffentlich begrüßt sie uns hinterher in der Kabine mit Glückwünschen", sagte Lahm.

Die voraussichtliche deutsche Aufstellung:
Neuer - Lahm, Mertesacker, Friedrich, Boateng - Khedira, Schweinsteiger - Müller, Özil, Podolski - Klose

Quelle: n-tv.de, dpa/sid

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