Sport

"Harte Arbeit ruiniert" Gefeuerter Djordjevic attackiert FC Bayern

2b7ef7181eb87c65a08f86da5be5c908.jpg

Sasa Djordjevic erhebt nach seinem Rauswurf in München schwere Vorwürfe gegen das Bayern-Management. Selbstkritik übt der Serbe nicht.

(Foto: imago/Oryk HAIST)

Es ist ein Beben im deutschen Basketball: Völlig überraschend feuert Bundesliga-Tabellenführer FC Bayern vergangene Woche seinen Chefcoach Sasa Djordjevic. Das lässt der Serbe nicht auf sich sitzen und tritt nun verbal gegen den Klub nach - außer gegen Uli Hoeneß.

Fünf Tage nach seiner überraschenden Entlassung als Cheftrainer des Basketball-Pokalsiegers Bayern München hat Sasa Djordjevic harsche Kritik an Verantwortlichen des Klubs geübt. "Der starke Zusammenhalt zwischen der Mannschaft und dem Trainerteam führte zu den besten Ergebnissen des Klubs, trotz rätselhaften Neids aus Teilen des Managements, das sich in den Schatten gestellt fühlte und damit letztendlich nicht mehr leben konnte", schrieb der Serbe in einem Statement auf dem Basketball-Portal Sportando.

Noch im Februar hatten die Münchner unter Djordjevic den ersten Pokalsieg seit 50 Jahren gefeiert, nach dem Halbfinal-Aus im EuroCup hatte der 50-Jährige seine Koffer packen müssen. In der Bundesliga sind die Münchner nach 26 Spielen Tabellenführer und bereits für die Playoffs qualifiziert.
Djordjevic gab weiter an, von Verantwortlichen des Klubs "persönliche Distanz und Negativität" wahrgenommen zu haben, "was oft auch auf unprofessionelle Weise gegenüber Menschen außerhalb des Klubs ausgedrückt wurde." Dies habe zu der "ungerechten Maßnahme geführt, mich als Cheftrainer und Teile meines Teams zu feuern".

Als Grund für die Entlassung hatte Geschäftsführer Marko Pesic laut Djordjevic "mangelnde Kommunikation" angeführt. "Daraufhin lautete meine Antwort einfach: Pokalsieger, Halbfinale im EuroCup und Platz eins in der Bundesliga mit 23 Siegen und zwei Niederlagen!!!", schrieb der serbische Nationaltrainer weiter. Er hatte die Bayern 2016 übernommen.

"Persönlichen Attacken"

"Bayern München sollte über so einem Verhalten stehen, das solche persönlichen Attacken erlaubt und die harte Arbeit von vielen Leuten, nicht nur meiner als Trainer, ruiniert", führte Djordjevic aus. Schon seit Beginn der Saison habe er "einen starken Mangel an Unterstützung für die Mannschaft und das Trainerteam" gefühlt.

Seine "Anerkennung und persönlichen Dank" sprach Djordjevic jedoch dem Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß aus. Dieser habe einige Tage vor der Entlassung "öffentlich gegenüber den Medien seine Zufriedenheit über die 'beste Saison der Geschichte der Bayern-Basketballer' ausgedrückt". Dies habe Djordjevic und sein Team "sehr stolz gemacht".

Quelle: ntv.de