Sport

Titelverteidigung bei Heim-EM Gesa Krause läuft erneut zu Gold

107674389.jpg

EM-Maskottchen Berlino trägt Gesa Krause auf Händen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Gesa Krause bleibt die beste europäische Hindernisläuferin der Leichtathletik: Bei der Heim-EM im Berliner Olympiastadion verteidigt die 26-Jährige ihren Titel von 2016.

Gesa Felicitas Krause feiert in den Armen von Maskottchen Berlino und wirft mit strahlendem Lächeln immer wieder Kusshändchen ins Publikum. Mit einem unwiderstehlichen Schlussspurt hat der deutsche Lauf-Darling seinen Europameistertitel im 3000-Meter-Hindernislauf verteidigt und den deutschen Leichtathleten am Abschlusstag der Heim-EM in Berlin den sechsten Titel beschert.

*Datenschutz

Die 26-Jährige setzte sich im Berliner Olympiastadion souverän in persönlicher Saisonbestleistung von 9:19,80 Minuten durch. Zweite wurde Fabienne Schlumpf aus der Schweiz in 9:22,29. Bronze holte Karoline Bjerkeli Grovdal aus Norwegen in 9:24,46. Elena Burkard von der LG farbtex Nordschwarzwald wurde Sechste.

"Zweifel hatte ich nicht, aber am Ende war der Druck groß, den  ich mir selbst gemacht habe. Ich wollte hier unbedingt gewinnen",  sagte Krause nach ihrem Triumph in der ARD. "Ich hatte keinen Plan B, für mich kam nur der Sieg in Frage. Die Atmosphäre ist genial, ich bin hier gerne eine Runde mehr gelaufen."

Im EM-Vorlauf hatte Krause sich mit der drittbesten Zeit noch "ein paar Körner aufgespart". Auch im Finale hielt sie sich zunächst zurück. An der Seite von Burkard blieb Krause zu Beginn in fünfter Position und beachtete damit die Vorgabe ihres Trainers Wolfgang Heinig, keine Führungsarbeit zu erledigen. Die Schweizerin Schlumpf machte das Tempo, Krause hielt mit und zog am letzten Wassergraben, etwa 150 Meter vor dem Ziel davon.

Ihren ersten großen Titel hatte Krause vor zwei Jahren mit EM-Gold in Amsterdam gefeiert. 2015 gewann sie WM-Bronze, inzwischen rückte sie wegen eines Dopingvergehens einer Konkurrentin auch auf den dritten Platz bei der EM 2012 vor.

Der Traum von Olympia

Krause hatte bei der WM in London vor einem Jahr durch einen unverschuldeten Sturz alle Medaillenchancen eingebüßt, sich aber trotz eines Blutergusses am Knie wieder aufgerappelt und war noch Neunte geworden. Dass sie anschließend nicht lamentierte oder ihr Schicksal beklagte, brachte ihr weitere Sympathien ein. Beim Istaf lief sie nur gut zwei Wochen später in 9:11,85 Minuten deutschen Rekord, wurde zum dritten Mal in Serie als deutsche Leichtathletin des Jahres ausgezeichnet.

Mit dem erneuten Coup von Krause ging in der jüngsten EM-Disziplin der Frauen im Stadion der Titel zum dritten Mal in Serie an Deutschland. 2014 in Zürich hatte noch Antje Möldner-Schmidt triumphiert. Diesmal schied die 34 Jahre alte Cottbusserin nach ihrer Babypause bereits im Vorlauf aus.

Bis einen Tag vor ihrem ersten EM-Auftritt am Freitag hatte sich Krause wie schon traditionell im schweizerischen Davos auf den Saison-Höhepunkt vorbereitet. Dabei verlief ihr Start in dieses Leichtathletik-Jahr schleppend, weil sie das Training schon mit Blick auf Olympia 2020 umgestellt hat. "Der Traum ist ganz klar eine Medaille in Tokio, darauf richten wir jetzt alles aus", sagte sie der "Berliner Morgenpost".

Quelle: n-tv.de, chr/sid/dpa

Mehr zum Thema