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Er "haderte" mit seinem "Irrtum" Grindel räumt Fehler in Uhren-Affäre ein

Reinhard Grindel steht auf der Tribüne eines EM-Qualifikationsspiel.

Reinhard Grindel steht auf der Tribüne eines EM-Qualifikationsspiel.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wegen einer geschenkten Luxusuhr tritt Ex-DFB-Präsident Reinhard Grindel im vergangenen Jahr zurück. Nun gesteht er sein Fehlverhalten öffentlich ein. Für ihn spielte damals allerdings auch Verrat eine Rolle bei seinem Scheitern. Das habe ihn "menschlich schon sehr beschäftigt."

Der wegen einer Uhren-Affäre im vergangenen Jahr zurückgetretene ehemalige DFB-Präsident Reinhard Grindel hat offen sein Fehlverhalten eingestanden. "Ich habe einen Compliance-Verstoß begangen, und es war richtig, daraus die Konsequenzen zu ziehen. Mit dem ominösen Uhrengeschenk bin ich völlig transparent und arglos umgegangen", sagte Grindel im Interview mit der "Bild am Sonntag": "Es wussten ja viele im DFB davon, und ich habe wegen dieser Uhr auch keine Entscheidung anders getroffen. Ich habe nirgends einen Hehl aus dem Geschenk gemacht."

Diese Form der Transparenz sei das komplette Gegenteil von Korruption, sagte der ehemalige Präsident des Deutschen Fußball-Bundes. "Menschlich sehr geholfen hat mir das Gespräch mit der Ethikkommission, die kein Verfahren gegen mich eingeleitet hat", ergänzte er, "aber es gibt auch Stunden, da hadert man schon mit seinem Irrtum". Grindel hatte seinen Rücktritt vom Amt des DFB-Präsidenten Anfang April vergangenen Jahres mit der Annahme einer Luxusuhr von einem ukrainischen Funktionär begründet.

Acht Tage später hatte Grindel auch seine Ämter beim Weltverband Fifa und der Europäischen Fußball-Union niedergelegt. "Als ich von ihrem Wert erfuhr, habe ich sie sofort zurückgegeben und bin von allen Ämtern zurückgetreten. Damit habe ich öffentlich Unrechtsbewusstsein gezeigt", betonte Grindel. Es sei eine komplett absurde Situation gewesen. "Nicht der ukrainische Kollege wollte etwas vom DFB oder gar von mir, sondern wir hofften auf seine Stimme als Uefa-Exko-Mitglied für unsere Bewerbung um die EM 2024. Ich habe mich über die Wertschätzung gefreut und bin nicht auf den Gedanken gekommen, etwas Verbotenes zu tun", erklärte er.

"Leider hat es Personen gegeben, die diesen Fehler bemerkt und an die Presse durchgestochen haben, statt mich darauf anzusprechen. Das hat mich menschlich schon sehr beschäftigt", so Grindel weiter.

Quelle: ntv.de, agr/sid