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Kiel ist Meister, kein Absteiger Handball-Bundesliga bricht die Saison ab

Die Saison der Handball-Bundesliga ist abgebrochen, der THW Kiel neuer Deutscher Meister. Darauf einigen sich die Vertreter der Klubs nahezu einstimmig. Im Keller dürfen alle Vereine aufatmen, ein Traditionsverein kehrt zur kommenden Saison sicher in die aufgestockte Liga zurück.

Die Handball Bundesliga (HBL) hat ihre Saison aufgrund der Corona-Pandemie vorzeitig abgebrochen. Deutscher Meister ist der THW Kiel. Dies legte die Liga nach einer virtuellen Mitgliederversammlung fest. Zuvor hatten die 36 Erst- und Zweitligisten auf schriftlichem Wege über eine Fortsetzung der Spielzeit abgestimmt. Die erforderliche Dreiviertelmehrheit ist laut HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann "deutlich überschritten" worden.

"Aus sportlicher Sicht wäre es natürlich das Beste gewesen, die Saison fortzusetzen. Der Rahmen hat gesundheitlich, organisatorisch und wirtschaftlich aber nicht gepasst. Von den ungerechten Lösungen haben wir diese für die Beste gehalten", sagte Bohmann. Liga-Präsident Uwe Schwenker betonte, dass "ein Wiedereinstieg zu einem noch späteren Zeitpunkt nicht mehr machbar" gewesen wäre, "da das Zeitfenster, das uns bis zum 30. Juni bleiben würde, zu klein wäre, um den Spielern auch nur annähernd die Chance zu geben, sich im Trainingsbetrieb auf den harten Wettbewerb vorzubereiten". Der Abbruch sei daher zwar "sehr bitter, aber alternativlos".

Bei der Wertung der Spielzeit entschied sich das Präsidium der Liqui Moly Bundesliga gegen eine Annullierung und für die Anwendung der Quotientenregel, die Tabellenführer Kiel als bestes Team der Saison 2019/20 ausweist. Absteiger wird es nicht geben, Aufsteiger sind HSC 200 Coburg und TuSEM Essen. Die HBL startet mit 20 Klubs in die neue Saison, in der es vier Absteiger geben wird.

Für Rekordmeister Kiel ist es nach vier erfolglosen Anläufen der erste Meistertitel seit 2015 und der 21. insgesamt. Zum Vizemeister wurde die SG Flensburg-Handewitt erklärt. Der Meister der beiden Vorjahre, der in der seit Anfang März eingefrorenen Tabelle den zweiten Platz belegte, ist damit wie der THW für die Champions League der kommenden Saison qualifiziert. Der SC Magdeburg, die TSV Hannover-Burgdorf und die Rhein-Neckar Löwen spielen in der Euro League (ehemals EHF-Cup).

Kein Meister bei den Frauen

Anders als bei den Männern wird es in der abgebrochenen Handball-Bundesliga der Frauen 2020 keinen deutschen Meister geben. Maßgeblich für die Entscheidung sei, dass zum Zeitpunkt des Abbruchs noch fast ein Drittel der Saison zu spielen war und auch das Rückspiel zwischen dem Tabellenzweiten SG BBM Bietigheim und Spitzenreiter Borussia Dortmund noch ausstand. Der Verband hatte die Saison wegen der Coronakrise am 18. März nach 18 von 26 Spieltagen abgebrochen. Tabellenführer Dortmund erhält mit einem Punkt Vorsprung allerdings das einzige Champions-League-Ticket für die kommende Spielzeit. Die dahinter liegenden Teams aus Bietigheim und von der TuS Metzingen qualifizieren sich für die European Handball League (EHL).

Die Endrunde des diesjährigen DHB-Pokals soll zudem auf die zweite Jahreshälfte verschoben werden. In der kommenden Saison wird der Pokalwettbewerb schließlich nur mit Teams aus der 1. und 2. Bundesliga gespielt. Da einige Landespokale nicht zu Ende gespielt wurden, müssen die normalerweise qualifizierten Sieger der Landespokale ein Jahr pausieren.

Quelle: ntv.de, ter/sid