"Wolff terrorisierte Norwegen"Handball-Welt huldigt deutschem "Monster"

Andreas Wolff liefert gegen Norwegen die beste Torwartleistung der Handball-EM - und sorgt damit in Skandinavien für Frust, Angst und Schrecken.
Was für ein Spiel, was für eine Leistung: Im immens wichtigen EM-Hauptrundenspiel der deutschen Handball-Nationalmannschaft gegen Norwegen sorgt ein furioser Andreas Wolff mit 22 (!) Paraden für einen 30:28 (15:17)-Sieg, das DHB-Team darf weiter vom Einzug ins Halbfinale träumen - trotz einer über weite Strecken vogelwilden Angriffsleistung. Die Handball-Welt verneigt sich nach der Ausnahmeleistung vor dem deutschen Torwart-Helden: "Wolff schlägt Norwegen", schreibt TV2.
"Ich finde, wir haben wirklich gut gespielt, wir haben viele Chancen auf den Flügeln und in den Außenpositionen herausgespielt", sagte Norwegens Trainer Jonas Wille hinterher, "aber wir haben das Duell gegen Wolff wieder nicht gewonnen. Das war das Hauptproblem."
Während seine schwerst nervösen Vorderleute vor allem in der ersten Hälfte Ball um Ball wegschmissen und sich in ein regelrechtes Fehlerfestival hineinsteigerten, fraß sich Wolff von der ersten Sekunde an mit teilweise wahnwitzigen Paraden in die Köpfe der norwegischen Schützen. "Der deutsche Star-Torwart Andreas Wolff terrorisierte Norwegen und hielt die Deutschen im Spiel", schrieb das norwegische "Dagbladet".
"Er ist ein Monster"
Der ehemalige Bundesliga-Torwart Kasper Hvidt schwärmte als Experte des dänischen Senders TV2: "Es ist eine wahnsinnige Torwartleistung, die wir heute erlebt haben. Vielleicht die beste, die ich je live gesehen habe. Es war großartig von Andi Wolff." Deutschlands einstiger Nationaltorwart Silvio Heinevetter brachte als Dyn-Experte noch einmal auf den Punkt, was für Millionen TV-Zuschauer sichtbar und für jeden der 10.000 Fans in der Halle spürbar war: "Andi war spätestens ab der 40. Minute dann einfach in den Köpfen der Norweger. Der musste da ja fast gar nichts mehr machen. Die haben einfach nur noch verworfen."
Viaplay-Kommentator Daniel Hoglund verkündete in der Endphase des Spiels, als Norwegen gar nicht mehr traf und Deutschland vorentscheidend auf 26:21 davonzog. "Er isst uns jetzt zum Mittagessen, Abendessen und Nachtessen auf!" Die Leistung des deutschen Torwarts sei "Wahnsinn! Der Mann ist 34 Jahre alt, aber weich wie eine Katze. Er ist ein Monster, der große Wolf, der uns alle aufgefressen hat." Am Ende hatte Wolff mit irrwitzigen Reaktionen, teilweise akrobatischen Paraden und nicht zuletzt mit seiner schlichten Präsenz eine fantastische Fangquote von 44 Prozent produziert.
"Sie haben den besten Torwart der Welt"
Auch Norwegens enttäuschte Spieler, deren Traum vom Halbfinale Wolff gnadenlos zerstörte, fanden große Worte für die Leistung des deutschen Torwarts. "Ich bin völlig leer, die Luft ist raus. Dieses Gefühl, eines unserer besten Spiele bei der Europameisterschaft abgeliefert zu haben, ist frustrierend", sagte Norwegens Rückraumspieler Tobias Grøndahl bei "Dagbladet" und ergänzte: "Wir waren Deutschland teilweise haushoch überlegen, aber sie haben den besten Torwart der Welt."
Jungstar Patrick Anderson, eine der Entdeckungen dieses Turniers, war gegenüber der Zeitung "VG" bedient: "Wir wissen, dass er einer der besten der Welt ist. Es ist eine Kombination aus seiner fantastischen Klasse und der Tatsache, dass wir es ihm zu leicht machen. Das ist frustrierend. "VG" titelte später: "Norwegen vom deutschen Torwartwolf gefressen: Halbfinal-Traum zerplatzt".
"Nicht von dieser Welt"
Aus den eigenen Reihen prasselten selbstredend Superlative auf den derzeit wohl besten Torwart der Welt nieder: "Ich habe noch nie eine bessere Torwart-Leistung gesehen. Nicht von dieser Welt", schwärmte Abwehrmann Tom Kiesler. Und Marko Grgic, mit sieben Treffern (alle in der zweiten Hälfte) bester deutscher Torschütze, stimmte ein: "Man muss einfach sagen: Danke an Andi. Wahnsinn, wie oft er uns den Arsch rettet."
Schon zum Hauptrundenauftakt gegen Portugal (32:30) hatte der EM-Held von 2016 mit 13 - nach DHB-Zählung sogar 16 - Paraden einen gewaltigen Anteil am Sieg.
Am Montagabend (20.30 Uhr/ZDF und im Liveticker auf ntv.de) steht Deutschland vor der größten Aufgabe, die der Welthandball zu bieten hat: Gegen Serienweltmeister Dänemark - in Dänemark. Während die Gastgeber sich mit dem furiosen 36:31-Sieg über Spanien endgültig den Nimbus der Unbesiegbarkeit zurückgeholt haben, bleibt dank Wolff beim Boulevardblatt "B.T." eine Restsorge: "Die dänischen Handballfans sollten hoffen, dass Wolff im nächsten Spiel nicht das gleiche Niveau liefert."