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Kein Amt beim Fußballmeister? Hoeneß soll Rückzug beim FC Bayern planen

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Demnächst Privatier? Ulrich Hoeneß.

(Foto: dpa)

Uli Hoeneß will nach Informationen der "Bild"-Zeitung im November nicht mehr zur Wiederwahl als Vereinspräsident des FC Bayern antreten. Auch den Job als Chef des Aufsichtsrats wolle er abgeben. Ein Vereinssprecher will sich während der USA-Reise des deutschen Fußballmeisters allerdings dazu nicht äußern.

Uli Hoeneß plant nach einem knappen Jahrzehnt als Spieler und mehr als 40 Jahren an der Führungsspitze des FC Bayern angeblich, seine Ämter beim deutschen Fußballmeister niederzulegen. Das berichtet die "Bild"-Zeitung. Demnach werde der Klubpräsident der Münchner sich bei der Jahreshauptversammlung im November nicht mehr zur Wahl stellen.

Zudem habe er sich entschlossen, seinen Posten als Aufsichtsratschef abzugeben. Erst im Dezember vergangenen Jahres hatten die Mitglieder des Gremiums Hoeneß für weitere vier Jahre im Amt bestätigt. Das war als Zeichen gedeutet worden, dass er mit seinen 67 Jahren auch noch einmal für den Posten des Präsidenten kandidieren werde.

Wie die "Bild" weiter berichtet, wolle Hoeneß den ehemaligen Adidas-Chef Herbert Hainer, seinen Stellvertreter im Aufsichtsrat, als seinen Nachfolger für beide dann im Fall der Fälle vakanten Ämter vorschlagen. Mitte März hatte er gesagt: "Falls ich aufhören sollte, habe ich den einen oder anderen im Auge, der das vielleicht machen kann." Auf Nachfrage habe sich Hoeneß jetzt aber nicht dazu äußern wollen. Mediendirektor Stefan Mennerich sagte auf Nachfrage der Deutschen Presseagentur während der USA-Reise des Bundesligisten dazu lediglich: "Von unserer Seite gibt es dazu keinen Kommentar." Der FC Bayern beendet in der Nacht zum Mittwoch mit einem Testspiel gegen den AC Mailand ab drei Uhr unserer Zeit seine Reise und kehrt am Mittwoch nach München zurück.

"Von unserer Seite gibt es dazu keinen Kommentar"

Als Vorstandsvorsitzender soll der einstige Torhüter der Bayern und der Nationalmannschaft, Oliver Kahn, perspektivisch Karl-Heinz Rummenigge ablösen. Kahn soll ab 2020 zunächst auf Probe einsteigen und später Rummenigges Job übernehmen, der Ende 2021 aufhören will. Hoeneß hatte stets betont, ihm sei wichtig, dass Rummenigge und er nicht zur selben Zeit aufhörten. "Mir gefällt Olivers Entwicklung nach der Spieler-Karriere. Er hat sich als Experte im Fernsehen fantastisch entwickelt, ein Fernstudium in Betriebswirtschaft gemacht und eine Firma gegründet", hatte Hoeneß gesagt. "Wir haben hier jemanden, der den Fußball als Torwart auf allerhöchstem Niveau erlebt hat und zugleich in der Lage ist, im wirtschaftlichen Bereich seinen Mann zu stehen. Das reizt uns so."

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Vor mehr als 40 Jahren: Uli Hoene0 fängt beim FC Bayern als Manager an.

(Foto: imago/Fred Joch)

Hoeneß hatte Anfang Mai sein 40-jähriges Jubiläum als Manager und Macher des Vereins gefeiert. "Ich werde mich nach der Saison in aller Ruhe mit meiner Familie zusammensetzen und bis Ende Juni entscheiden, ob ich noch einmal antrete oder nicht. Diesen Fahrplan kennen alle im Verein", hatte er gesagt. Er sei total entspannt. "Eines ist aber auch klar: Man darf sich nicht einbilden, dass man unersetzlich ist. Jeder ist ersetzbar."

Hoeneß hatte bis 1979 für die Bayern gespielt, nach seinem frühen Karriereende wurde er Manager des Klubs. 2009 wechselte er auf den Posten des Präsidenten, den er während seiner Gefängnisstrafe wegen Steuerhinterziehung ab dem 2. Juni 2014 räumte. Nach der Haftentlassung kehrte er im Herbst 2016 zurück.

Seit Anfang 2017 ist Hoeneß auch wieder Aufsichtsratsvorsitzender. Hoeneß, als Spieler Weltmeister, Europameister, dreimal deutscher Meister und dreimal Europapokalsieger, formte den FC Bayern zum erfolgreichsten Klub Deutschlands. Die Münchner gewannen während seiner Tätigkeit als Manager und Präsident zweimal die Champions League und die große Mehrzahl der insgesamt 29 Meistertitel.

Quelle: ntv.de, sgi/dpa/sid