Sport

Erster WM-Sieg für Basketballer Immerhin lebt der Olympia-Traum noch

648cf4710f35479302fb888e0d58ce8a.jpg

Gegen den überforderten Außenseiter Jordanien war das deutsche Team klar überlegen.

(Foto: imago images / Camera 4)

Den Traum von der Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio hält die deutsche Basketball-Nationalmannschaft am Leben: Bei der so verkorksten WM in China feiert das Team endlich den ersten Sieg. Allerdings ist Jordanien bereits vorab ein chancenloser Außenseiter.

Dank einer deutlichen Leistungssteigerung haben die deutschen Basketballer eine weitere WM-Blamage klar verhindert und mit dem ersten Sieg in China ihren Olympia-Traum am Leben gehalten. Nach dem peinlichen vorzeitigen Vorrunden-Scheitern bezwang das Team um Spielmacher Dennis Schröder in Shenzhen zum Ende der ersten Gruppenphase den Außenseiter Jordanien mit 96:62 (48:36). Mit 18 Punkten war Maximilian Kleber bester Werfer. Der NBA-Profi hatte bei der unnötigen Pleite gegen die Dominikanische Republik kein einziges Mal auf den Korb geworfen. Schröder zeigte sich nach seiner Kritik an sich selbst und den Teamkollegen mit zehn Zählern und elf Vorlagen ebenfalls verbessert.

In der Platzierungsrunde um die WM-Ränge 17 bis 32 geht es für die Auswahl des Deutschen Basketball Bunds nun am Samstag und Montag in Shanghai gegen Senegal und Kanada. Durch zwei weitere Erfolge wäre der Sprung zu einem von vier Qualifikationsturnieren für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio perfekt, mit einer Niederlage müsste noch gerechnet und gezittert werden. Im kommenden Sommer werden die vier letzten Tickets für die Sommerspiele vergeben, die direkte Qualifikation hat das deutsche Team in China kläglich verspielt. "Heute war ein gutes Spiel. Wir haben an beiden Enden des Feldes einen guten Job gemacht. Wir haben immer noch ein Ziel, wir wollen uns für Olympia qualifizieren", sagte Schröder. Teamkollege Kleber ergänzte: "Vielleicht waren wir in den ersten zwei Spielen zu verkrampft." Es sei für die Mannschaft "eine Erleichterung, dass heute ein paar Würfe gefallen sind."

c2a4c719998867e369eb24d46d0245e3.jpg

Schaut's her, es geht doch!

(Foto: dpa)

Bundestrainer Henrik Rödl hatte vor der Partie trotz der Enttäuschung eine Job-Garantie erhalten und verzichtete für das Duell mit dem Weltranglisten-49. erneut auf eine Änderung in seiner Startformation um Schröder. Gegen Frankreich hatte das deutsche Team mit 0:14 zurückgelegen, auch bei der 68:70-Niederlage gegen die Dominikanische Republik ging der Start ziemlich daneben. Doch nun klappte im Duell mit den international auf Topniveau überforderten Jordaniern sofort plötzlich alles, was bislang völlig schiefgelaufen war: Das Team trat geschlossen auf, Kleber und Daniel Theis trafen ihre Dreierversuche und sorgten mit einem spektakulären Alley-oop für eine 22:12-Führung (7.).

Schröder führt clever Regie

Schröder gab den Ball im Angriff deutlich früher weiter, sodass auch Spieler offensiv in Erscheinung traten, die zuvor im Turnier fast komplett abgetaucht waren. Bereits nach knapp zwei Minuten egalisierte Kleber mit sechs Punkten seine gesamte WM-Ausbeute. Nach seinem getroffenen Dreier zum 10:7 sprangen alle Ersatzspieler auf und standen jubelnd an der Bande. Schröder hatte am Mittwoch noch bemängelt, dass die Gegner bislang "mehr Energie" gehabt und sich die Bank der Kontrahenten mehr füreinander gefreut hätten.

Bereits im Auftaktviertel verteilte der Aufbauspieler der Oklahoma City Thunder sechs Vorlagen, hielt sich mit eigenen Abschlüssen aber sichtbar zurück. In der kompletten ersten Hälfte warf Schröder nur viermal auf den Korb, traf jedes Mal und versenkte dabei zwei Dreier. Vier Sekunden vor der Halbzeitpause rannte er über das Feld und sorgte mit der Schlusssirene per Korbleger zum 48:36 für die größte Führung in der ersten Halbzeit. Im dritten Viertel ließ das solide agierende deutsche Team nur 13 Punkte des Gegners zu, die Quote der eigenen Würfe blieb stabil, der Vorsprung wuchs vor dem Schlussabschnitt auf 66:49 an. Danilo Barthel stellte dann per Korbleber zum 70:49 erstmals eine Führung von mehr als 20 Punkten her. Kleber versenkte in der einseitigen Partie noch mehrere Lob-Anspiele per krachendem Dunk. Die deutsche Auswahl erlaubte sich trotz einiger Defensivwackler keine echte Schwächephase mehr.

Quelle: n-tv.de, tno/dpa/sid

Mehr zum Thema