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Massennotfälle beim Halbmarathon Ironman-Star kollabiert direkt vor dem Ziel

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Sarah True brach beim Ironman in Frankfurt 1000 Meter vor dem Ziel zusammen.

(Foto: imago images / Jan Huebner)

Extrembedingungen mit hohen Temperaturen bringen Sportler aller Disziplinen an ihre Grenzen. Beim Halbmarathon in Hamburg kollabieren Sportler genauso wie beim Ironman in Frankfurt. Dort gibt es ein Drama um die klar in Führung liegende Amerikanerin Sarah True.

Extreme Hitze mit Temperaturen von fast 40 Grad hat bei mehreren Sportveranstaltungen in Deutschland für Probleme gesorgt. Beim Ironman in Frankfurt brach die klar führende Amerikanerin Sarah True 1000 Meter vor dem Ziel völlig entkräftet zusammen. "Ich kann mich nicht an die letzten Kilometer erinnern", sagte True einige Stunden nach dem Wettkampf und lobte: "Die Ärzte haben einen guten Job gemacht."

Rennarzt Michael Sroka zeigte sich erleichtert über das schnelle Eingreifen des medizinischen Personals, das aufgrund der dramatischen TV-Bilder früh alarmiert war. Beim Halbmarathon in Hamburg kollabierten derweil mehrere Läufer, beim Leichtathletik-Meeting in Ratingen und den Straßenradmeisterschaft am Sachsenring brachten die Extrembedingungen die Athleten an ihre körperlichen Grenzen.

Während der ehemalige Weltmeister Jan Frodeno in der Gluthitze in Hessen den Titel bei der Ironman-EM holte und nachher von einem "wirklich harter Kampf" sprach, torkelte True am Ende des abschließenden Marathons nur noch. Die 37-Jährige nahm nicht einmal mehr die Verpflegungsstationen wahr, an denen sie kurz vor ihrem Zusammenbruch noch vorbeigelaufen war. Den Sieg sicherte sich so Skye Moench aus den USA, während True behandelt werden musste.

Medizinische Hilfe war auch bei bis zu 35 Grad in Hamburg nötig. "Wir haben uns schon vor drei Wochen auf Hitze vorbereitet und die Teilnehmer informiert und ihnen Tipps gegeben", sagte Halbmarathon-Organisator Karsten Schölermann. "Wasser war nicht unser Problem. Es waren neben den sieben üblichen Wasserstellen fünf weitere Punkte eingerichtet worden."

Allerdings gab es an den Wasserstellen Engpässe beim Nachfüllen der Becher. An einigen Stationen musste die Feuerwehr für Nachschub sorgen. 141 Läufer mussten versorgt werden, davon wurden 57 in Krankenhäuser gebracht, teilte die Hamburger Feuerwehr mit. Die Rettungsleitstelle hatte Alarmstufe "Notfall mit Massenanfall von Verletzten" ausgelöst. Von 11.215 gemeldeten Läufern waren 8402 an den Start gegangen, von denen 8056 das Ziel erreichten.

"Körper mit Eis und Wasser in Fahrt halten"

Bei der Beachvolleyball-WM in Hamburg herrschte auf dem Center Court eine Spitzentemperatur von 47 Grad in der Sonne. "Das ist ein Kessel, der Sand wird extrem war. Man hat nicht nur von oben Hitze, sondern auch von unten. Da muss man zwischendurch immer wieder runterkühlen", erklärte Nationalspieler Philipp Arne Bergmann. Sein Teamkollege Yannick Harms meinte: "Du musst einfach versuchen, den Körper mit Eis und Wasser in Fahrt zu halten."

Radprofi Marcus Burghardt war nach dem Straßenrennen auf dem Sachsenring einfach nur platt. "14 Flaschen a 0,5 Liter" habe er getrunken, sagte der Ex-Meister. "Es war schon sehr sehr heiß. Das war heute schon ein entscheidender Faktor", befand der neue deutsche Straßenmeister Maximilian Schachmann. "Die ersten drei Runden wurden schon sehr knackig gefahren, da wurde es durch die Hitze schnell ein Ausscheidungsfahren."

In Ratingen lagen die Siebenkämpferinnen am Sonntagnachmittag nach dem letzten Lauf über 800 Meter völlig erschöpft auf dem Boden und kühlten sich mit Eis und Wasser. Auch die Radprofis um den neuen deutschen Meister Maximilian Schachmann lieferten sich auf dem Sachsenring bei mehr als 35 Grad eine wahre Hitzeschlacht. Dass nur 14 von 190 gemeldeten Fahrern das Ziel erreichten, lag aber an den besonderen Regeln des Wettkampfs, nicht an den Bedingungen.

Quelle: ntv.de, tno/dpa