Sport

Sport wendet sich gegen Russland Judo-Weltverband suspendiert Wladimir Putin

116990714.jpg

Wladimir Putin hat im Judo vorerst keinen Platz mehr.

(Foto: picture alliance/dpa)

Auch im Sport erreichen die Konsequenzen für den russischen Angriff auf die Ukraine mittlerweile Aggressor Wladimir Putin höchstpersönlich: Der Judo-Weltverband setzt in einem symbolischen Akt Putin vorerst als Ehrenpräsident ab. Das IOC und die FIFA zeigen sich bei klaren Maßnahmen jedoch zögerlich.

Der Weltsport wendet sich gegen Russland und nun sogar gegen Wladimir Putin persönlich: Während erste Athleten seines Riesenreichs von Wettbewerben ausgeschlossen, Hymnen und Flaggen bei Siegerehrungen verboten wurden, wandte sich der Judosport am Sonntag publikumswirksam von seinem wohl prominentesten Protagonisten ab.

Als Reaktion auf die Invasion in die Ukraine wurde der Kreml-Chef, immerhin langjähriger aktiver Kämpfer und Träger des Schwarzen Gürtels, als Ehrenpräsident des Judo-Weltverbandes IJF ebenso suspendiert wie als offizieller Botschafter des Sports. Offenbar musste sich IJF-Präsident Marius Vizer, als Freund Putins bekannt, verbandsinternem Druck beugen.

Dennoch eine mehr symbolische Aktion, Putins Sportler hingegen trifft der internationale Bannstrahl weit härter. Die am weitesten gehende Forderung nach dem kompletten Ausschluss wird bislang nur diskutiert, doch eine zeitnahe Umsetzung steht im Raum.

Werte des Sports mit Füßen getreten

"Präsident Putin hat zum dritten Mal den Olympischen Frieden gebrochen und damit die Werte des Sports wiederholt mit Füßen getreten", hieß es in einer Erklärung von Athleten Deutschland. Zumindest "für die Dauer des Angriffskrieges" sollten russische und belarussische Sportler von internationalen Wettkämpfen ausgeschlossen werden.

Indirekt geschah dies bereits am Wochenende. So kündigten Estlands Behörden an, Athleten aus Russland und Belarus die Einreise zum Biathlon-Weltcup nach Otepää zu verweigern. Auch Norwegen machte klar, dass russische Wintersportler nicht willkommen seien. Mehrere Fachverbände sagten internationale Wettkämpfe in Russland ab und befürworteten darüber hinaus, vorerst keine Events mehr nach Russland zu vergeben.

Solidarität mit ukrainischen Athleten

Unter besonderen Druck geriet der Fußball-Weltverband FIFA, denn Polen weigert sich, zu den WM-Play-off-Spielen gegen Russland anzutreten. Eine Haltung, der sich Schweden und Tschechien als mögliche nächste Gegner Russlands anschlossen. Doch wie von der FIFA gewohnt, fiel die Antwort dazu aus der Schweiz abwartend-zögerlich aus. Man verurteile "den Einsatz von Gewalt durch Russland", wolle aber mit Blick auf die WM-Qualifikation "die Situation weiter beobachten". Auch das Internationale Olympische Komitee konnte sich nur zu dem Appell durchringen, Sportevents aus Russland in andere Länder zu verlegen.

Mehr zum Thema

Zeitnah umgesetzt wurde hingegen ein Beschluss, bei Siegerehrungen für Sportler aus Russland und Belarus auf Flaggen und Hymnen ab sofort zu verzichten. Der Turn-Weltverband FIG wandte die neue Bestimmung sofort an. Jahor Scharamkou (Belarus), Gewinner der Konkurrenz am Boden beim Weltcup-Turnier in Cottbus, erhielt seine Medaille ohne das übliche Beiprogramm.

FIG-Präsident Morinari Watanabe will aber auch für die Ukraine aktiv werden. "Wir müssen uns solidarisch zeigen. Wir werden unsere FIG-Stiftung ersuchen, spezielle Hilfe für die vom Krieg betroffenen ukrainischen Athleten bereitzustellen", erklärte der Japaner. Nicht mehr nötig hat eine solche Unterstützung Tennisprofi Dajana Jastremska. Die 21-Jährige verließ zusammen mit ihrer Schwester das Land, musste aber ihre Eltern in der Ukraine zurücklassen.

Quelle: ntv.de, sue/sid

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen