Sport

Knie-OP erzwingt Saisonende Kehrt Roger Federer noch einmal zurück?

imago45164631h.jpg

Der wohl beste Tennispieler aller Zeiten beendet die Saison wegen einer erneuten Knie-OP: Roger Federer.

(Foto: imago images/Eyepix Group)

Eine erneute Knie-Arthroskopie zwingt Roger Federer zu einer längeren Pause als gedacht. Der Tennis-Maestro verabschiedet sich via Twitter bis 2021. An ein Karriereende denkt er zwar noch nicht, aber ob der bald 39-Jährige nächste Saison immer noch in der Weltspitze mitspielen kann, ist zumindest fraglich.

Die Erinnerung an die glorreichen Tage hat Roger Federer ganz oben angepinnt. Der grinsende Maestro springt den knapp 13 Millionen Followern seines Twitter-Accounts sofort ins Auge, die mächtige Trophäe für den Gewinn der Australian Open hält er fest im Arm. Am 28. Januar 2018 entstand dieses Foto, es war Federers 20. und bislang letzter Grand-Slam-Titel. Und zumindest in diesem Jahr wird sicher kein weiterer hinzukommen.

Denn direkt unterhalb des Fotos aus besseren Tagen eröffnete der Schweizer Superstar seinen Fans die Schocknachricht: Das Knie bereitet immer noch Probleme, das Tennisjahr ist für den Grand-Slam-Rekordchampion vorbei. "Ich musste einen weiteren schnellen arthroskopischen Eingriff an meinem rechten Knie vornehmen lassen", schrieb Federer und verabschiedete sich für dieses Jahr: "Ich freue mich darauf, alle zu Beginn der Saison 2021 wieder auf der Tour zu sehen."

An ein Karriereende denkt der vierfache Familienvater, der am 8. August seinen 39. (!) Geburtstag feiert, offenbar noch nicht, auch wenn die Spekulationen nun wieder befeuert werden dürften. Vor der Verschiebung der Olympischen Spiele hatte er einen Start in Tokio als Herzensangelegenheit beschrieben, Einzel-Gold fehlt Federer noch in seiner imposanten Sammlung - erfüllen kann er sich diesen Traum im Sommer 2021. Doch der Zahn der Zeit nagt auch an Federers Körper immer spürbarer.

Bereits im Februar hatte er sich einer Operation am rechten Knie unterziehen müssen und geplant, im Sommer auf die Tour zurückzukehren. Nun gab es während der Reha vor einigen Wochen aber einen "Rückschlag", wie Federer schrieb. Schon bei den Australian Open im Januar hatte er immer wieder über körperliche Beschwerden geklagt, die ihn auch bei der Halbfinal-Niederlage gegen den späteren Turniersieger Novak Djokovic (Serbien) behinderten.

Federer konzentriert sich auf 2021

In seiner einzigartigen Karriere war Federer bisher von schwerwiegenden Verletzungen größtenteils verschont geblieben. Am härtesten traf es ihn 2016, als er sich am linken Knie operieren lassen musste. Federer setzte ein halbes Jahr aus, verpasste die Olympischen Spiele in Rio - und kam umso beeindruckender zurück. Im darauffolgenden Jahr gewann er unter anderem die Australian Open und Wimbledon, und genau daraus schöpft er auch diesmal Mut. "Wie schon im Vorfeld der Saison 2017 werde ich mir jetzt die nötige Zeit nehmen, um zu 100 Prozent bereit zu sein, um auf meinem höchsten Niveau zu spielen", schrieb der bestbezahlte Sportler der Welt (106,3 Millionen Dollar in den vergangenen zwölf Monaten) und verdeutlichte, wie ernst es ihm mit dem Comeback ist.

Noch steht aufgrund der Coronakrise ohnehin in den Sternen, wann überhaupt wieder auf der internationalen Profitour gespielt wird. Für Federer sei die Verletzungspause "deshalb nicht tragisch", wie sein Trainer Severin Lüthi bereits am Sonntag der Schweizer Rundfunkstation SRF gesagt hatte.

Bis zum 31. Juli dauert die Tour-Unterbrechung auf jeden Fall noch an. Eine Entscheidung über eine Austragung der US Open (31. August bis 13. September) steht kurz bevor, Federers Rivalen Djokovic und Rafael Nadal (Spanien) hatten zuletzt schon Kritik an möglichen strengen Hygiene-Regeln geübt und Fragezeichen hinter einem Start gelassen. Der Schweizer kann sich derweil ganz auf 2021 konzentrieren - denn genug hat er noch lange nicht.

Quelle: ntv.de, Tobias Schwyter, sid

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.