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Kein Kontakt mit Doping Klosterhalfen-Berater legt "Hand ins Feuer"

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Bei der WM 2019 in Doha gewann Klosterhalfen sensationell Bronze über 5000 Meter,

(Foto: imago images/Xinhua)

Als Berater von Konstanze Klosterhalfen ist sich Oliver Mintzlaff sicher: Die deutsche Laufhoffnung zeigt saubere Weltklasse-Leistungen. Das Training in den USA biete ihr schlicht "ganz andere Voraussetzungen". Zudem stört ihn die deutsche Öffentlichkeit.

Oliver Mintzlaff, Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten RB Leipzig und "freundschaftlicher Berater" der deutschen Topläuferin Konstanze Klosterhalfen, hat mit deutlichen Worten für mehr Verständnis und Unterstützung für die WM-Dritte über 5000 Meter geworben.

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Mintzlaff ist Chef bei den Fußballern von RB Leipzig und berät die Leichtathletin Klosterhalfen.

(Foto: imago/Horstmüller)

"Konstanze ist ein Jahrtausendtalent. Ich glaube, dass sie Weltrekord über 5000 Meter laufen kann", sagte Mintzlaff dem "Bonner General-Anzeiger": "Wir Deutsche sollten stolz sein, dass wir eine solche Athletin haben und nicht hinter jedem Busch den Doktor mit der Epo-Spritze vermuten. Den gibt es nicht. Ich würde für wenige Menschen die Hand ins Feuer legen. Für Konstanze würde ich es tun." Klosterhalfen war lange Teil des umstrittenen und mittlerweile aufgelösten Nike Oregon Project (NOP). Dessen Chefcoach Alberto Salazar war im Oktober 2019 für vier Jahre gesperrt worden. Travis Tygart, Chef der amerikanischen Anti-Doping-Behörde USADA, sagte damals: "Bei ihrer Arbeit für das Nike Oregon Project haben Herr Salazar und Dr. Brown demonstriert, dass Gewinnen wichtiger war als die Gesundheit und das Wohlergehen der Athleten, denen sie ihren Schutz versprochen hatten."

"Sie verkraftet das"

Die ehemalige US-Mittelstrecken-Hoffnung Mary Cain hatte der "New York Times" von ihrer Zeit im NOP berichtet und ein erschreckendes Bild gezeichnet. Man habe sie mit Mobbingmethoden und entgegen wissenschaftlicher Erkenntnisse aufgefordert, deutlich ihr Gewicht zu reduzieren. Sie entwickelte dadurch das "relative-Energiemangel-im-Sport-Syndrom" (Red-S-Syndrome), das zum Verlust ihrer Periode für drei Jahre und insgesamt fünf Knochenbrüchen führte. Am Ende habe sie über Suizid nachgedacht.

Klosterhalfen kommentierte die wiederkehrenden Vorwürfe damit, dass "Jeder, der sich ein negatives Bild macht, soll erst mal vorbeikommen und sich das anschauen" solle: "Ich kann nur Positives berichten." Zudem habe sie nie bei Salazar trainiert, sondern werde von dessen ehemaligem Assistenten Pete Julian betreut. Noch immer trainiert die 23-Jährige, die den deutschen Rekord über 3000 und 5000 Meter hält, in den USA, weil sie dort "ganz andere professionelle Voraussetzungen" antreffe, "die sie hier einfach nicht hatte", sagte Mintzlaff. Dass Klosterhalfens Leistungen teils kritisch beäugt würden, sei auch mit der Mentalität der Deutschen zu begründen, sagte Mintzlaff: "Wir sind ein Land voller Neider und warten gefühlt immer auf das Negative."

Er habe "zu Konstanze gesagt, entweder wir halten das jetzt aus, weil wir wissen, dass du sauber bist und in den Spiegel schauen kannst, oder wir beugen uns dem medialen Druck und suchen eine andere Lösung", führte Mintzlaff aus. Wer noch immer zweifle, der könne ja in die USA fahren "und sich einen Eindruck davon verschaffen, wie sie dort trainiert. Das ist ein brutal hartes Training, das wir in Deutschland überhaupt nicht kennen. Und sie verkraftet das."

Quelle: ntv.de, tsi/sid