Sport

Wechsel von Ex-Bayer bestätigt Kovac wird Trainer beim AS Monaco

imago44111208h.jpg

Niko Kovac war auch mit Hertha BSC oder dem BVB in Verbindung gebracht werden.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Nun steht fest: Der ehemalige Trainer des FC Bayern München, Niko Kovac, heuert beim AS Monaco an. Der Klub bestätigt das Engagement. Ende August soll er mit dem französischen Fußball-Erstligisten in die neue Saison starten. Dabei könnte er von einer weiteren Bundesliga-Personalie unterstützt werden.

Vor der Glitzerkulisse der Côte d'Azur feiert Niko Kovac sein Trainer-Comeback. Mehr als acht Monate nach seinem Aus beim FC Bayern wird der 48-Jährige neuer Coach von AS Monaco und soll den französischen Fußball-Erstligisten wieder zu einem Spitzenteam formen. Nach der Trennung vom bisherigen Coach Robert Moreno erhielt der Münchner Double-Gewinner von 2019 einen Dreijahresvertrag bei den Monegassen. Das bestätigte der Klub am Sonntagabend, schon am Montag soll Kovac sein erstes Training leiten.

"Seine Energie, seine Arbeitsweise und sein Blick auf das Spiel machen ihn zu dem Trainer, den der Klub zur Verwirklichung seiner Ziele und zum Aufbau einer soliden Grundlage für nachhaltigen Erfolg in der Zukunft benötigt", ließ sich Sportdirektor Paul Mitchell zitieren. Vizepräsident Oleg Petrow lobte die "Erfahrung und Persönlichkeit" von Kovac. Wenige Stunden zuvor hatte der AS Monaco die Trennung von dem erst zum Jahreswechsel angetretenen Spanier Moreno besiegelt.

Rund um das Engagement von Kovac ranken sich auch Spekulationen über Mario Götze als möglichen spektakulären Neuzugang. Dazu äußerte sich der Meister von 2017 nicht. "Die heißesten Spuren führen nach Florenz und Monaco", schrieb die "Bild"-Zeitung über die mögliche Zukunft des 28 Jahre alten Siegtorschützen aus dem WM-Finale 2014 gegen Argentinien. Götze musste und wollte Borussia Dortmund verlassen.

Der 48 Jahre alte Kovac hatte vor der Corona-Zwangspause angekündigt, dass er ein Engagement im Sommer anstrebe. "Ich weiß auch, dass es nach dem FC Bayern kaum Größeres gibt", hatte er damals auch gesagt. Kovac war am 3. November 2019 nach einem 1:5 bei Eintracht Frankfurt und 16 Monaten im Amt als Chefcoach des deutschen Rekordmeisters FC Bayern freigestellt worden. In der Vorsaison hatte er mit den Bayern noch die Meisterschaft und den DFB-Pokal gewonnen; ein Jahr zuvor machte er Eintracht Frankfurt zum Pokalsieger.

Kovac hat viel Arbeit vor sich

Gerüchte um Nachfolgejobs gab es nach seinem Aus an der Isar viele. Bereits wenige Wochen danach wurde er schon in der Premier League gehandelt, unter anderem beim FC Arsenal. Auch über ein mögliches Engagement bei Borussia Dortmund war spekuliert worden; bei seinem Ex-Klub Hertha BSC winkte Kovac ab. Für die Zeit nach den Bayern hatte der Kroate auch mit einer Station im Ausland geliebäugelt - jetzt wird es die Mittelmeerküste.

Im Fürstentum hat Kovac erstmal viel Arbeit vor sich. Nach Platz 17 in der Spielzeit 2018/19 enttäuschte der AS Monaco auch in der wegen der Coronavirus-Pandemie abgebrochenen vergangenen Saison. Der Champions-League-Halbfinalist von 2017 schloss die abgelaufene Spielzeit in der Ligue 1 nur als Neunter ab. Viel Vorbereitungszeit bleibt Kovac zudem nicht: Die Saison in Frankreich startet am 23. August, erster Gegner für Monaco im heimischen Stadion ist Stade Reims.

Die Lokalzeitung "Monaco Matin" sieht in der Verpflichtung eines neuen Trainers einen logischen Schritt. Der Rauswurf des ehemaligen spanischen Kurzzeit-Nationalcoaches Moreno erfolgte zudem kurz nach der Ernennung von Paul Mitchell als Sportdirektor. Mitchell und Kovac haben beide eine Vergangenheit im Fußball-Bereich von Red Bull. Der Engländer Mitchell sei angeworben worden, um dem sportlichen Projekt der Monegassen eine neue Dimension zu verleihen und sollte deshalb einen neuen Trainer vorschlagen. Zuvor hatten weder der frühere Weltklasse-Profi Thierry Henry noch der wiedergeholte Meistertrainer Leonardo Jardim mit dem erhofften Erfolg gearbeitet

Quelle: ntv.de, Sonja Wurtscheid, Amelie Richter und Christian Kunz, dpa