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Wladimir Klitschko wirkte gegen Tyson Fury oft hilflos, obwohl der keinesfalls einen überragenden Boxkampf gegen den Weltmeister zeigte.
Wladimir Klitschko wirkte gegen Tyson Fury oft hilflos, obwohl der keinesfalls einen überragenden Boxkampf gegen den Weltmeister zeigte.(Foto: dpa)
Mittwoch, 02. Dezember 2015

"Blamage für gesamten Boxsport": Kulttrainer Wegner teilt gegen Klitschko aus

Er ist zwar nicht sein Schützling. Dennoch erzürnt Starcoach Ulli Wegner die blamable Niederlage von Wladimir Klitschko gegen Box-"Komiker" Tyson Fury. Nie zuvor habe er einen "so schlechten WM-Kampf erlebt". Das Boxen sieht er massiv beschädigt.

Kulttrainer Ulli Wegner hat Schwergewichts-Boxer Wladimir Klitschko nach dessen sensationeller Niederlage im WM-Kampf gegen Tyson Fury scharf attackiert. "Der Kampf war für mich eine riesige Enttäuschung. Nicht weil Klitschko verloren hat, sondern wegen der Art und Weise seiner Niederlage", sagte Wegner bei Spox.

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Derweil erklärte Klitschko selbst, dass er die Option auf einen Rückkampf mit Fury gezogen habe. Vier Tage nach der einstimmigen Punktniederlage gelobte er dabei Besserung für den Rückkampf, der wohl im Mai im Londoner Wembley-Stadion stattfinden soll: "Ich konnte zu keiner Phase mein Potential abrufen, und das will und werde ich im Rückkampf ändern", versprach der Ex-Weltmeister der Verbände WBO, WBA und IBF.

Komplett durcheinandergebracht

Wegner kritisierte, Klitschko sei bei seiner Niederlage am Samstag in Düsseldorf nie in der Lage gewesen, den Kampf zu gestalten. "Fury hat ihn mit seinem Zirkus komplett durcheinandergebracht. Er hatte ja zwischenzeitlich beide Hände hinter dem Rücken, hat Klitschko veräppelt, und trotzdem geht dieser da nicht rein und schlägt ein paar Hände. Absolut unverständlich", wetterte Wegner.

Der für den Berliner Boxstall Sauerland arbeitende Wegner bezeichnete den Kampf als riesengroßen Rückschritt. "Das war so schrecklich, dass es nicht nur für Klitschko eine Blamage war, sondern eine für das Schwergewicht und sogar den gesamten Boxsport. Und das Schlimmste daran: Fury bekommt für solch eine Leistung auch noch vier Gürtel. Das zieht das Boxen so richtig runter", meinte Wegner. Fury heimste durch seinen Sieg auch den Gürtel des unbedeutenden IBO-Verbandes ein.

Klitschko-Trainer nur ein Handlanger

Der 73 Jahre alte Wegner wunderte sich über die Passivität des Titelverteidigers. "Fury ist nun wahrlich kein Mann, der eine Ausnahme darstellt - speziell nicht, wenn man sich seine boxerischen Mittel anschaut. Er tritt im Ring auf wie ein Komiker und boxt auch so", meinte Wegner, der auch Klitschkos Trainer Jonathon Banks von der Kritik nicht aussparte: "Für Klitschko ist Banks nur ein Handlanger und das ist das Schlimmste, was passieren kann."

Wegner, der unter anderem Weltmeister Arthur Abraham betreut, bezeichnete den Kampf als Armutszeugnis für das Boxen. "Klitschko stand im Ring, als würde er sein Geld verwalten wollen. Er hat nichts riskiert. Überhaupt nichts", schimpfte Wegner und meinte: "Ich habe jedenfalls noch nie einen so schlechten Weltmeisterschaftskampf erlebt."

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Quelle: n-tv.de