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Trainer beendet Zusammenarbeit Lendl hat genug von Zverevs Problemen

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Tennisprofi Alexander Zverev wird künftig ohne den Rat von Ivan Lendl auskommen müssen.

(Foto: imago/Paul Zimmer)

Erst kritisiert Alexander Zverev seinen Coach Ivan Lendl scharf, jetzt hat der genug von der Zusammenarbeit mit dem deutschen Tennisprofi. Der Grund: Zu viele Probleme, zu wenig Platz für die eigene Philosophie. Für Zverev nehmen die schlechten Nachrichten einfach kein Ende.

Ivan Lendl ist nicht mehr Trainer des besten deutschen Tennisspielers, Alexander Zverev. Der Manager des achtmaligen Grand-Slam-Siegers bestätigte einen Bericht des amerikanischen Journalisten Jon Wertheim. Zverev hatte die Arbeitseinstellung des 59-Jährigen, der ihn seit den US Open im vergangenen Jahr betreute, deutlich kritisiert und vor dem Turnier in seiner Heimat Hamburg mit überraschend deutlichen Aussagen für Aufsehen gesorgt.

"Manchmal gehen wir auf den Tennisplatz, du trainierst zwei Stunden lang, und eine halbe Stunde davon steht er mit dem Rücken zu mir und erzählt, wie er am Morgen davor Golf gespielt hat", sagte er. Zudem habe Lendl einen neuen Hund, dem er viel Zeit widme. Nach seinem Erstrunden-Aus in Wimbledon habe Zverev deshalb ein klärendes Gespräch mit Lendl geführt: "Wir haben darüber gesprochen, und ich habe ihm gesagt, dass er seinen Fokus mehr auf Tennis konzentrieren soll." Ein Gespräch, das die Schwierigkeiten zwischen beiden Parteien offenbar nicht ausräumen konnte.

Denn nun zog sein Trainer die Reißleine. "Ich glaube sehr an Sascha, der immer noch sehr jung ist. Ich denke, dass er eines Tages ein großartiger Spieler wird. Aber derzeit hat er einige Probleme außerhalb des Platzes, die es schwierig machen, auf eine Weise zu arbeiten, die meiner Philosophie entspricht", wird Lendl zitiert.

"Richtig machen oder aufhören"

Zuletzt hatte Zverevs schwelender Rechtsstreit mit Ex-Manager Patricio Apey für Schlagzeilen gesorgt. In Wimbledon hatte der Profi nach seinem Erstrunden-Aus gesagt, man könne "sich nicht vorstellen, was gerade passiert. Was da los ist, ist abartig. Ich bin sehr wütend darüber. Ein Mensch, von dem ich dachte, er sei mein Freund, mit dem ich über Jahre zusammengearbeitet habe, tut alles, um mir zu schaden."

Deutschlands Tennis-Idol Boris Becker hatte sich am Donnerstag kritisch zur Zusammenarbeit zwischen seinem einstigen Rivalen Lendl und Zverev geäußert. "Man hat die Entscheidung getroffen, Ivan Lendl zu engagieren. Dann muss man das richtig machen, oder man soll aufhören. Diese Situation heute ist für keinen befriedigend", sagte Becker am Rande des Turniers in Hamburg. Nach Zverevs Sieg bei den ATP-Finals in London im November sei "irgendwas kaputtgegangen", sagte Becker. Den britischen Tennis-Star Andy Murray hatte Lendl zu drei Grand-Slam-Siegen und zwei Olympiasiegen geführt.

Quelle: n-tv.de, ter/sid

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