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Ehemaliger Achter-Schlagmann Olympia-Ruderer Baar stirbt bei Autounfall

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Roland Baar ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen.

(Foto: imago/Martin Hoffmann)

Roland Baar ist einer der prominentesten Ruderer Deutschlands, in den 90er-Jahren der Schlagmann des Deutschland-Achters. Nach seiner sportlichen Karriere arbeitet er als Mitglied des IOC und wird Professor. Bis er am Wochenende verstirbt.

Er war der Blickfang des deutschen Paradebootes. Nicht nur, weil er den Schlag gekonnt setzte, auch dank seiner blonden Haare stach er immer heraus: Roland Baar, langjähriger Schlagmann des Deutschland-Achters, ist am Wochenende mit nur 53 Jahren bei einem Autounfall verstorben und versetzte den deutschen Sport in tiefe Trauer. "Der plötzliche und frühe Tod von Roland Baar macht uns tief betroffen. Unser Mitgefühl gilt vor allem seiner Familie, seinen Freunden und dem Deutschen Ruderverband", teilte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mit. Baar hinterlässt Ehefrau Kathrin und zwei Kinder.

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Bei den Olympischen Spielen 1996 gewinnt der Deutschland-Achter mit Baar (l.) Silber.

(Foto: imago/Horstmüller)

Baar war nie laut, nie frech, aber sein Wort hatte Gewicht. Kein Wunder, dass der Niedersachse nach seiner aktiven Laufbahn Athletensprecher im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) wurde, später Mitglied im IOC (1999 bis 2004) war und im Präsidium des Nationalen Olympischen Komitees (NOK). Der Deutsche Ruderverband bezeichnete Baar als "großartige, aber bescheidene Persönlichkeit". Der Verband gedenke seiner mit hohem Respekt und großer Wertschätzung.

"Wer ihn kannte, wird ihn als nachdenklichen und bescheidenen Menschen und einen Freund der wenigen, aber wohl bedachten Worte in Erinnerung behalten", schrieb sein langjähriger Verein, der Hannoversche Ruder-Club (HRC), in seiner Trauermeldung. Der Verein "verliert mit dem Tod von Roland Baar nicht nur ein Ehrenmitglied - sondern auch einen treuen Freund und besonders einen Ratgeber, der in vielen Situationen dem Klub weiterhelfen konnte", sagte der stellvertretende Vereinsvorsitzende Jürgen Dabrat. "Persönlich verliere ich einen hochgeschätzten Ruderkameraden und Freund, den ich ab seinem 13. Lebensjahr in vielen Bereichen begleiten durfte."

"Baar war ein stets fairer Athlet"

Fünfmal wurde Baar Ruder-Weltmeister, gehörte Anfang der 90er-Jahre zu den Männern, die den Achter im vereinten Deutschland wieder zu einer Erfolgsgeschichte machten. Bei den Olympischen Spielen blieb ihm jedoch der große Triumph verwehrt. 1992 in Barcelona holte sein Boot hinter Kanada und Rumänien Bronze - vier Jahre später in Atlanta Silber.

"Roland hatte einen sehr starken Willen, er wollte immer gewinnen", sagte Peter Hoeltzenbein, der 1993 mit Baar WM-Gold gewann. Sein Stil wurde von vielen anderen Ruderern kopiert. "Roland Baar war stets ein fairer Athlet, der auch den Respekt seiner Konkurrenten genoss", schrieb der DOSB.

Für seine außergewöhnliche Karriere erhielt Baar 1998 vom Ruder-Weltverband FISA die Thomas-Keller-Medaille. Mit seiner sachlichen und besonnenen Art genoss der Blondschopf in Verbänden- und Athletenkreisen hohes Ansehen und scheute auch vor schwierigen Aufgaben nicht zurück. 2012 wurde Baar auf Vorschlag der Athletenkommission des DOSB als Ombudsmann der Nationalen Anti Doping Agentur (Nada) bei Fragen und Problemen zum Anti-Doping-Regelwerk eingesetzt. "Roland Baar war ein wichtiger Mitstreiter für den sauberen Sport", heißt es in der Kondolenz der Nada.

Auch beruflich war der Ex-Ruderer mit Wohnsitz in Gifhorn außerordentlich erfolgreich. Nach seiner Promotion an der Fakultät für Maschinenbau im Jahr 1996 war er in der Automobilindustrie tätig, lehrte von 2001 bis 2011 an der Universität Hannover, ehe er 2011 den Ruf an die Technische Universität Berlin erhielt. Dort hatte er bis zu seinem Tod die Professur für Verbrennungskraftmaschinen inne. "Wir werden Roland Baar in ehrenvoller Erinnerung behalten", schrieb der DOSB.

Quelle: n-tv.de, ara/sid/dpa