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Großer Kampf gegen Murray Otte verpasst Wimbledon-Sensation

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Die ganz große Sensation hat Oscar Otte nicht geschafft.

(Foto: imago images/Shutterstock)

Lange liegt die große Überraschung in der Luft, doch nach fast vier Stunden ist es vorbei: Qualifikant Oscar Otte schafft die Sensation auf dem Centre Court von Wimbledon gegen den zweifachen Champion Andy Murray nicht. Dafür kommt Dominik Koepfer in die dritte Runde.

Schon beim Gang auf den legendären Centre Court von Wimbledon konnte sich Oscar Otte ein Grinsen nicht verkneifen - und dann sorgte er dafür, dass dem britischen Publikum in der Kathedrale des Tennis das Lachen zwischenzeitlich ordentlich verging. Der Kölner Qualifikant glänzte beim Rasen-Klassiker mit einer unbekümmerten Vorstellung gegen Publikumsliebling Andy Murray. Den sensationellen Zweitrunden-Sieg gegen den zweimaligen Champion mit dem künstlichen Hüftgelenk verpasste er dennoch knapp.

"Natürlich will ich auch gewinnen", hatte Otte im Vorfeld betont - und daran ließ er keinen Zweifel. Der 27-Jährige, der erstmals überhaupt im Wimbledon-Hauptfeld stand, spielte gegen die frühere Nummer eins der Welt mutig und frech, nach 3:50 Stunden musste er Murray aber zum 3:6, 6:4, 6:4, 4:6, 2:6 gratulieren.

"Ich habe jede Minute genossen, ich habe alles auf dem Platz gelassen", sagte Otte anschließend: "Ich kann mich nicht beschweren - natürlich hätte das Resultat besser sein können. Es ist okay für mich, aber ich hätte lieber gewonnen." Die aufgeheizte Stimmung auf dem Centre Court sei "nicht real" gewesen, Murray richtete deshalb seinen Dank an die Zuschauer. "Was für eine Atmosphäre", sagte der 34-Jährige: "Ich habe jeden Einzelnen von euch gebraucht. Es war ein hartes Match."

Sensation lag in der Luft

Dass Otte es mit prominenten Namen auf der ganz großen Bühne aufnehmen kann, hatte er jüngst bei den French Open bewiesen, wo er den späteren Halbfinalisten Alexander Zverev (Hamburg) in der Auftaktrunde über fünf Sätze beschäftigte. Auch Murray lieferte er spätestens ab Mitte des zweiten Satzes ein Match auf Augenhöhe, als er sich von einem Break-Rückstand zurückkämpfte.

Die Sensation lag in der Luft, und Otte wurde vor dem aufgepeitschten Publikum immer selbstbewusster. Aber auch Murray zeigte sein enormes Kämpferherz - der Centre Court wurde zum Hexenkessel. Dann musste das Dach geschlossen werden, nach der rund viertelstündigen Pause war bei Otte der Schwung kurz raus - aber es reichte für Murray, um den Entscheidungssatz zu erzwingen. Dort entwickelte sich eine Zitterpartie, in der der Favorit die besseren Nerven bewies.

Wenige Minuten zuvor hatte Dominik Koepfer den Südkoreaner Kwon Sonwoo 6:3, 6:7 (8:10), 7:6 (7:2), 5:7, 6:3 bezwungen und ebenfalls erstmals die dritte Wimbledon-Runde erreicht. In die zog auch Titelverteidiger Novak Djokovic durch einen lockeren Dreisatzsieg in der Neuauflage des 2018er-Finals gegen Kevin Anderson (Südafrika) ein.

Kerber und Zverev spielen erst noch

Direkt nach seinem hart erkämpften Fünfsatz-Sieg am Vorabend gegen Arthur Rinderknech hatte Otte an der großen Bedeutung des Duells mit Murray keinen Zweifel gelassen. Als "große Ikone in diesem Sport" bezeichnete er den zweimaligen Olympiasieger. Diesen Respekt seiner Gegner und die Liebe des britischen Publikums hatte sich Murray aber nicht nur wegen seiner Erfolge erarbeitet.

Vor dem Start der Australian Open 2019 hatte der Schotte wegen der dauernden Schmerzen in der Hüfte eigentlich schon das Ende seiner Karriere angekündigt. Dank eines künstlichen Hüftgelenks konnte der zweimalige Olympiasieger aber weiterspielen. In der Weltrangliste ist Murray nur noch auf Rang 118 geführt, dank einer Wildcard war er erstmals seit vier Jahren wieder in Wimbledon dabei.

Am heutigen Donnerstag (ab 12.00 Uhr MESZ/Sky) haben auch Alexander Zverev und Angelique Kerber die Chance, die dritte Runde zu erreichen. Der Weltranglistensechste Zverev bekommt es mit dem US-Amerikaner Tennys Sandgren zu tun, die frühere Wimbledonsiegerin Kerber trifft auf die Spanierin Sara Sorribes. Ein besonders reizvolles Duell wartet indes auf Andrea Petkovic, die Roland-Garros-Siegerin Barbora Krejcikova aus Tschechien herausfordert.

Quelle: ntv.de, ses/sid

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