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"Sie sollten sich schämen" Pilic wütet gegen fiese Djokovic-Behandlung

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Pilic (r.) mit Djokovic beim 3:2 im Davis Cup über die USA im März 2010.

(Foto: imago sportfotodienst)

Mit zwölf Jahren trainiert Novak Djokovic in der Akademie des früheren deutschen Davis-Cup-Kapitäns Niki Pilic. Der verfolgt den Weg seines ehemaligen Schützlings noch immer. Nach dem erneuten Entzug des Visums vor den Australian Open hat Pilic nur einen Rat an die Verantwortlichen.

Der ehemalige deutsche Davis-Cup-Kapitän und Djokovic-Förderer Niki Pilic hat die australischen Behörden scharf kritisiert. Er sei "nicht überrascht, dass das australische Visum für Novak Djokovic widerrufen wurde, denn die Politiker haben entschieden, dass sie auf Kosten von Novak politische Punkte sammeln wollen", sagte der 82-Jährige, in dessen Akademie in München Djokovic seine ersten Schritte machte, nach Angaben der serbischen Nachrichtenagentur Tanjug.

Einwanderungsminister Alex Hawke hatte zuvor das Visum des Tennis-Weltranglisten-Ersten Djokovic für ungültig erklärt und auch mit dem öffentlichen Interesse begründet. Djokovic ist ungeimpft, in Australien herrschen seit Beginn der Pandemie auch für die einheimische Bevölkerung strenge Regeln.

"Die Entscheidung, ihm das Visum zu entziehen, hätte man auch schon am Mittwoch treffen können", sagte Pilic und ergänzte: "Sie hätten Novak sagen können, dass er nicht spielen und nicht kommen könne, stattdessen gaben ihm der Turnierdirektor und die Ärzte grünes Licht, und als er ankam, behandelten sie ihn wie einen Verbrecher. Novak hat das nicht verdient, sie sollten sich schämen."

Montag auf dem Court?

Nach dem angekündigten Einspruch gegen die erneute Annullierung des Visums soll nun das Bundesgericht Klarheit über eine Teilnahme des 34 Jahre alten Serben bei den am Montag beginnenden Australian Open schaffen. Ab Samstag darf Djokovic sein Hotel nur noch für offizielle Termine verlassen. Am Morgen ist eine Anhörung bei der Einwanderungsbehörde anberaumt, danach folgt eine erste Anhörung vor dem Bundesgericht. Eine Entscheidung im Fall Djokovic wird am Sonntag erwartet. Vor dem Urteil des Gerichts darf Djokovic nicht abgeschoben werden, seine Vorbereitung auf die Australian Open ist in jedem Fall erheblich gestört.

Schon für Montag ist eigentlich das Auftaktspiel des Weltranglisten-Ersten beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres geplant. Ob Djokovic dann jedoch auf dem Court stehen wird, ist nach den aktuellen Entwicklungen mehr als zweifelhaft. Die Störgeräusche bleiben. Seit zehn Tagen verdrängt die Posse um Djokovic alle sportlichen Themen: Wie die Form von Olympiasieger Alexander Zverev ist oder ob der Hamburger in den kommenden zwei Wochen tatsächlich seinen ersten Grand-Slam-Titel angreifen kann, rückt komplett in den Hintergrund. Die Corona-Geschichte um Djokovic verschafft den Australian Open vor dem Auftakt eine nie dagewesene Aufmerksamkeit. Aber in einer Art, wie sie sich Turnierboss Craig Tiley nicht gewünscht haben dürfte.

Quelle: ntv.de, sue/dpa

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