Sport

Pechstein tritt für die CDU an Rekord-Olympionikin will in den Bundestag

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Auf der Zielgeraden könnten Claudia Pechsteins politische Ambitionen mit ihren sportlichen Zielen noch kollidieren.

(Foto: imago images/Pro Shots)

Claudia Pechstein steht mutmaßlich kurz vor dem Ende einer großen Sportkarriere. Nun arbeitet die Eisschnelllauf-Olympiasiegerin offenbar an der Laufbahn nach der Karriere. Die neuen Ziele könnten jedoch auf der Zielgeraden mit den alten arg kollidieren.

Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein will in den Bundestag. Die 49-Jährige solle für die CDU im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick kandidieren, teilte die Partei mit. Der CDU-Kreisvorstand sei einem entsprechenden Vorschlag des Kreisvorsitzenden Maik Penn gefolgt. Das letzte Wort über die Nominierung habe der Kreisvorstand.

Mit einem Direktmandat dürfte es für Pechstein in Treptow-Köpenick, wo sie auch wohnt, schwer werden. Denn der Linke-Politiker Gregor Gysi gewann den Wahlkreis in der Vergangenheit in Serie, zuletzt im September 2017 mit 39,9 Prozent der Stimmen. Auch in diesem Jahr tritt der 73-Jährige wieder an. Die CDU holte in Pechsteins Bezirk bei der letzten Bundestagswahl lediglich 18,9 Prozent der für ein Direktmandat relevanten Zweitstimmen.

Berlins CDU-Chef Kai Wegner kündigte an, Pechstein auch für einen Platz auf der Landesliste für die Wahl am 26. September vorzuschlagen. Die CDU bestimmt diese Liste auf einer Landesvertreterversammlung an diesem Samstag.

Unglaubliche 61 Medaillen (14 Gold/29 Silber/18 Bronze) bei Olympia, WM und EM erkämpfte Deutschlands erfolgreichste Winter-Olympionikin in ihrer mehr als drei Jahrzehnte währenden Karriere. Noch im Februar, kurz vor dem Start in ihre 44. Weltmeisterschaften, hatte Pechstein im Interview mit ntv.de angekündigt, dass ihre sportliche Laufbahn noch mindestens bis zu den Olympischen Spielen 2022 weitergehen soll.

Es wären ihre achten - so viele Teilnahmen kann noch niemand vor ihr vorweisen. "Damit würde ich Geschichte schreiben. Das wäre natürlich cool. Olympia in Peking ist nah, dabei zu sein, wäre für mich schon wie ein Sieg. Und wenn ich das schaffe, nächstes Jahr im Februar, werde ich noch keine 50 sein", sagte sie lachend. Ihren 50. Geburtstag feiert sie erst zwei Tage nach dem Ende der Spiele.

Ob sich dieser Plan mit einem Bundestagsmandat vereinbaren ließe? Gemäß Artikel 39 des Grundgesetzes muss der neu gewählte Bundestag spätestens dreißig Tage nach der Wahl zur konstituierenden Sitzung zusammentreten, spätestens ab Ende Oktober wäre Pechstein dann aktive Parlamentarierin - gut drei Monate vor der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele. Stressige Zeiten.

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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