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Das Ende der Warriors-Dynastie Rookies müssen die Horror-Saison retten

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Eric Paschall ist einer der jungen Wilden bei den Warriors.

(Foto: AP)

In den jüngsten fünf Saisons sind die Golden State Warriors die Übermannschaft der NBA, in dieser Spielzeit sorgt Verletzungspech für einen Negativrekord zum Start. Die Stars sind zum Zuschauen gezwungen, also übernehmen die Rookies und sammeln Erfahrungen.

Kein Stephen Curry, kein Klay Thompson, kein Kevin Durant - den Basketballern der Golden State Warriors fehlt es an Starpower in dieser Saison. Curry fehlt mit gebrochener Hand, Thompson kehrt nach seinem Kreuzbandriss erst im Frühjahr zurück, Durant ist zu den Brooklyn Nets gewechselt. Dazu ist das Lazarett des NBA-Finals-Teilnehmer der Vorsaison so groß, dass sich selbst die zweite Reihe nicht wirklich finden und einspielen kann.

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Das ist die perfekte Gelegenheit für die Rookies bei Golden State: Eric Paschall, Jordan Poole und Ky Bowman. Das Trio ist einer der wenigen Lichtblicke nach dem bislang schlechtesten Ligastart der Klubgeschichte. Mit dem 104:90-Sieg gegen die Chicago Bulls, die ebenfalls eine schwache Saison hinlegen, kann das Team aus der Bay Area zumindest die Fans pünktlich zu Thanksgiving beschenken.

Und mehr noch: Die Rookies finden immer besser in die Saison. Der 23 Jahre alte Paschall ist wohl die größte Überraschung. In der NBA ist er der Liganeuling, der auf die zweitmeisten Spielminuten kommt und auch gegen die Bulls wusste der Power Forward zu überzeugen. Am Ende standen starke 25 Punkte und sieben Rebounds zu Buche.

"Werden als Team besser"

So richtig fassen kann Paschall die Situation noch nicht, wie er nach dem Spiel erklärt: "Das ist alles irgendwie verrückt. Ich habe das Gefühl, meine Mitspieler und die Coaches geben mir das Selbstvertrauen aggressiv zu spielen. Für mich als Rookie, auch wenn ich schon etwas älter bin, ist das cool. Ich finde mich immer besser in die Spielzüge ein und wir werden als Team besser." Point Guard Bowman bekommt ebenfalls seine Einsatzeit. Gegen die Bulls waren es 28 Minuten. Der Spielmacher kam am Ende immerhin auf fünf Punkte, drei Assists und drei Rebounds. Was Paschall und Bowman bereits an Selbstvertrauen getankt haben, geht dagegen Shooting Guard Poole etwas ab.

Das körperbetonte Spiel in der besten Basketball-Liga der Welt bereitet ihm noch Probleme, dazu hat er sein Gefühl beim Wurf noch nicht wirklich gefunden. Während es offensiv bei den den Warriors ordentlich läuft, bleibt die Defense die Achillesferse. Starke individuelle Spieler wie Zach LaVine (36 Punkte) von den Bulls kann das Team von Trainer Steve Kerr einfach nicht kollektiv verteidigen. Immerhin gaben die Rookies eine passende Antwort, als LaVine wenige Minuten vor der Pause aufdrehte. Ein Dreier von Bowman und ein Dunk von Paschall sicherten die Halbzeitführung mit fünf Punkten.

100 Millionen Dollar auf der Ersatzbank

Geführt wurden die jungen Wilden im Spiel gegen die Bulls vom wiedergenesenen All-Star Draymond Green. "Wenn man bedenkt, dass bei uns quasi 100 Millionen Dollar nur auf der Bank sitzen, dann ist das schon komisch", kommentierte Green die lange Verletztenliste.

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Curry und Thompson tragen Jacket statt Trikot - gezwungenermaßen.

(Foto: AP)

Für seine jüngeren Kollegen hatte der 29-Jährige dennoch ein Extralob übrig: "Ich genieße es, den jungen Spielern zu helfen, ihre Leistung zu bringen. Ich will, dass die Jungen den Ball fordern. Marquese (Chriss) hat schon in einigen Teams gespielt - er kriegt das hin. Omari (Spellman), den alle nach einer Saison schon abgeschrieben hatte - er kriegt das hin. Ky (Bowman), der nicht einmal gedraftet wurde - er kriegt das hin." Mit Curry und Thompson sei er im ständigen Austausch darüber, wie sie die jungen Spieler durch die NBA-Saison leiten können. "Das ist doch total aufregend", sagte Green abschließend. Ob die jungen Wilden die Saison des Meisters von 2015, 2017 und 2018 noch irgendwie retten können und das Team, das zuletzt fünfmal in Folge die Finals erreichte, bleibt aber abzuwarten.

 

Quelle: n-tv.de