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Gestatten, Месси ("Messi"): Auch eine Möglichkeit, sich russische Vokabeln beizubringen - gesichtet in Sankt Petersburg. Unsere Kolumnistin verrät, wie es weniger umständlich geht.
Gestatten, Месси ("Messi"): Auch eine Möglichkeit, sich russische Vokabeln beizubringen - gesichtet in Sankt Petersburg. Unsere Kolumnistin verrät, wie es weniger umständlich geht.(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 07. März 2018

WM-Countdown (99): Russische Fußball-Vokabeln zum Bluffen

Von Katrin Scheib, Moskau

Im Grunde ist das gar nicht so schwer - als deutscher Fan bei der Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer so zu tun, als spreche man super Russisch. Willkommen beim Sprachführer "Russisch sprechen, ohne Russisch zu können".

Gestern noch das große Auftakt-Interview, heute sind wir endlich unter uns. Da reden wir doch direkt mal über etwas, das man sowieso besser nicht an die große Glocke hängt: über das Lügen. Oder, etwas geschmeidiger formuliert: Wie leicht man als deutscher Fan bei der WM im Sommer so tun kann, als spreche man super Russisch. Ja, ich weiß, ich hab gestern noch dafür plädiert, tatsächlich ein paar russische Wörter und Floskeln zu lernen.

Katrin Scheib.
Katrin Scheib.(Foto: Pascal Dumont)

Dazu gibt es hier demnächst auch ein paar Tipps, versprochen. Aber zum Einstieg gibt's heute erst mal eine Anleitung, wie man mit minimalem Aufwand maximalen Eindruck macht. Willkommen beim Sprachführer "Russisch sprechen, ohne Russisch zu können"! So ein матч [gesprochen: matsch] im стадион [stadion] beginnt, Ordnung muss sein, mit der ersten Halbzeit oder тайм [taim]. Gut möglich, dass es nach den 90 Minuten noch ein bisschen овертайм [overtaim] gibt. Wenn es gut läuft, endet die ein oder andere атака [ataka] nach ein bisschen дриблинг [dribling] mit einem гол [gol] - es sei denn, der Spieler stand im офсайд [ofsaid].

Unsere Kolumnistin

Katrin Scheib ist Journalistin, Schalke-Fan und kommt aus dem Rheinland. Als die deutsche Mannschaft 2014 in Brasilien Fußball-Weltmeister wurde, war sie gerade nach Moskau gezogen. Seitdem bloggt sie unter kscheib.de über ihren Alltag und informiert mit ihrem "Russball"-Newsletter jede Woche über den Fußball und die WM-Vorbereitungen in Russland. Und nun schreibt sie für n-tv.de den Countdown, bis das Turnier am 14. Juni beginnt.

Das Prinzip ist klar: Viele Fußballvokabeln haben, wie der Sport selbst, den Weg von England nach Russland genommen. Okay, für manches sind die russischen Begriffe inzwischen weiter verbreitet als die englischen, aber keine Sorge: Wenn ihr beim Russisch-Bluffen gerade schön warmgelaufen seid und jemanden als вингер [winger], голкипер [golkiper] oder лайнсмен [lainsmen] bezeichnet, wird das trotzdem jeder verstehen.

Wer all das jetzt immer noch zu kompliziert findet oder Sorge hat, sich nach dem dritten Stadionbier nicht mehr an sein Englisch zu erinnern: Der ein oder andere russische Fußballbegriff lässt sich sogar aus dem Deutschen herleiten. Zum Beispiel steht an jeder Ecke des Spielfeldes ein флагшток [flagstok] mit einer флаг [flag] dran.

Nur, wenn der Schiri pfeift, müsst ihr mit der Herleitung aus dem Deutschen vorsichtig sein: ein штрафной удар [strafnoi udar] ist nur wortwörtlich übersetzt ein Strafstoß - in Wirklichkeit ist damit nur ein Freistoß gemeint. Damit ein Elfmeter fällig wird, muss auch der russische Schiedsrichter sich wieder auf sein Englisch besinnen: Dann entscheidet er nämlich auf пенальти [penalti].

Quelle: n-tv.de