Sport

Riesige Empörung vor WeltcupRusslands Para-Stars kehren in Deutschland auf Weltbühne zurück

13.01.2026, 15:17 Uhr
Russlands-Behindertensportler-duerfen-bei-den-Paralympics-in-Mailand-wohl-unter-eigener-Flagge-starten
Russlands Parasportler kehren auf die Weltbühne zurück.

Beim Para-Weltcup der Skilangläufer in Finsterau treten erstmals seit Jahren wieder Russen und Belarussen unter eigener Flagge auf deutschem Boden an. Die Empörung ist groß. Die Russen pfeifen drauf und treten direkt wieder mit einem Topteam an.

Die russischen und belarussischen Fahnen wehen wieder im Weltsport - und das sogar auf deutschem Boden: Der Para-Weltcup der Skilangläufer im beschaulichen 500-Seelen-Dorf Finsterau wird zur Bühne für die Rückkehr der beiden kriegstreibenden Länder. 17 russische Athletinnen und Athleten sowie neun belarussische Sportlerinnen und Sportler treten ab Mittwoch bei den Wettkämpfen im Bayerischen Wald an und wollen sich durch die Hintertür noch Tickets für die Paralympics in Mailand und Cortina d'Ampezzo schnappen.

Die Empörung ist riesig. Denn anders als im olympischen Sport starten die Russen und Belarussen nicht als neutrale Athleten, sondern erstmals seit Jahren sogar unter eigener Flagge. Man habe das "zu akzeptieren", sagte DBS-Vorstand Idriss Gonschinska zähneknirschend, "es widerspricht jedoch unserer moralisch-ethischen Grundhaltung, unseren sportlichen Wertvorstellungen - und ist aus unserer Sicht insbesondere für die Teilnehmenden aus der Ukraine unzumutbar".

Direkt zurück in der Weltspitze?

Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hatte Anfang Dezember Klagen aus Russland und Belarus gegen den Internationalen Ski- und Snowboardverband FIS teilweise stattgegeben. Demnach dürfen russische und belarussische Athleten gemäß der Regeln des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) wieder starten. Da die Generalversammlung des IPC Ende September völlig unerwartet die Suspendierungen beider Länder aufgehoben hatte, kehren diese offiziell in die Sportgemeinschaft zurück.

Dabei habe sich "nichts geändert" seit Beginn des Angriffskriegs im Februar 2022, monierte DBS-Präsident Hans-Jörg Michels: "Es war ein eklatanter Bruch des ungeschriebenen Gesetzes des bisher weltweit geachteten olympischen und paralympischen Friedens." Außerdem gebe es "Zweifel an der Transparenz der Klassifizierung sowie an der Verlässlichkeit der Dopingkontrollen in den vergangenen Jahren, zumal Russland bereits vor dem Ausschluss durch systematisches Doping auffällig wurde. Ein nachprüfbar fairer und dopingfreier Sport ist für uns unverzichtbar."

Trotz aller Kritik und Bedenken, Fakt ist: Russland tritt in Finsterau mit zahlreichen früheren Paralympics-Siegern und Ex-Weltmeistern an, dürfte auf Anhieb die Weltspitze aufmischen. Zwar ist die Vergabe der Quotenplätze für die Paralympics (6. bis 15. März) in Italien abgeschlossen. Doch - wie die FIS auf SID-Anfrage bestätigte - eine Teilnahme durch die Hintertür ist möglich. Dafür müssen bei den Weltcups in Bayern und eine Woche später im polnischen Szklarska Poreba-Jakuszyce Ranglistenpunkte her.

Auch bei den Alpinen kehren die Russen zurück

"Die Athleten und Betreuer sind bereits in Deutschland angekommen", sagte Pawel Roschkow als Präsident des Russischen Paralympischen Komitees. Es gehe nun um "die Chance, durch bilaterale Einladungen und bei Verfügbarkeit freier Quoten an den Spielen teilzunehmen, wenn eines der nationalen Paralympischen Komitees darauf verzichtet". Er sei sich sicher, dass dies klappen werde. Für eine genaue Prognose der Teilnehmerzahl sei es aber "zu früh", so Roschkow.

Parallel zu den Rennen in Finsterau werden auch beim Weltcup der Alpinen im österreichischen Saalbach drei russische Sportler zurückkehren. Die Organisatoren in Saalbach und vor allem Finsterau wurden durch die russische und belarussische Rückkehr kurzfristig vor besondere Herausforderungen gestellt. Man "respektiere" die Entscheidung, teilte das Organisationskomitee aus Finsterau auf Anfrage mit: "Wir wünschen uns, dass bei unserem Event rein der Sport im Mittelpunkt steht."

Quelle: ntv.de, tno/sid

RusslandParalympicsBelarusWintersport