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Ski Alpin: Reichelt mit Knie-OP Saisonaus nach Sturz und Helikoptereinsatz

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Hannes Reichelt stürzt in Bormio nach 45 Sekunden schwer und reißt sich das Kreuzband.

(Foto: imago images/Independent Photo Agency)

Der österreichische Skirennfahrer Hannes Reichelt muss nach einem schweren Sturz bei der Abfahrt in Bormio die Saison vorzeitig beenden. Er riss sich das Kreuzband, wurde mit einem Hubschrauber abtransportiert und wird noch heute operiert. Selbst ein bitteres Karriereende steht im Raum.

Für Skirennläufer Hannes Reichelt ist die Saison und womöglich auch seine Karriere vorzeitig beendet. Der 39 Jahre alte österreichische Routinier, unter anderem Weltmeister 2015 und WM-Zweiter 2011 im Super-G, erlitt am Samstag bei der Abfahrt in Bormio/Italien einen Riss des vorderen Kreuzbandes und einen knöchernen Ausriss des äußeren Kapselbandkomplexes am rechten Knie. Das gab der Österreichische Skiverband (ÖSV) nach einer MRT-Untersuchung bekannt.

Der Salzburger war bei der zweiten Weltcup-Abfahrt in Bormio nach 45 Fahrsekunden im oberen Streckenteil in den Fangzaun gerutscht und musste anschließend mit dem Hubschrauber abtransportiert worden. Das Rennen war deswegen mehr als 15 Minuten unterbrochen.

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Per Hubschrauber wird Reichelt nach seinem Sturz abtransportiert.

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Reichelt soll noch heute in Innsbruck operiert werden. Ob er seine Karriere im kommenden Winter fortsetzen wird, ist einstweilen unklar. Der Zeitsoldat aus Altenmarkt im Salzburger Land war am Samstag in sein 292. Weltcuprennen gestartet. Er gewann bislang 13 Mal, unter anderem die Abfahrt 2014 in Kitzbühel sowie zweimal die Abfahrt auf der Kandahar in Garmisch-Partenkirchen.

Paris siegt, Dreßen muss passen

Dominik Paris verbesserte derweil seine beeindruckende Bilanz in Bormio, gewann auch die Abfahrt am Samstag und hat gute Chancen auf den ersten Gesamtweltcupsieg nach der Ära Marcel Hirscher. In Abwesenheit des angeschlagenen Kitzbühel-Siegers Thomas Dreßen raste der 30-jährige Skirennfahrer aus Südtirol am Samstag zum zweiten Sieg auf der Stelvio binnen zwei Tagen - insgesamt ist es sein sechster Erfolg dort bei nur neun Starts. "Ich bin zufrieden. Super, gell?", meinte Paris gut gelaunt am Samstag. "Ich bin super happy. Einfach geil."

Vor der Kombination am Sonntag hat Paris in der Gesamtwertung 449 Punkte und damit 55 Zähler Vorsprung auf Aleksander Aamodt Kilde aus Norwegen. Dessen Landsmann Henrik Kristoffersen ist 70 Punkte zurück. Hirscher hat in den vergangenen acht Jahren den Gesamtweltcup gewonnen und seine Karriere im Sommer beendet.

Die deutschen Skirennfahrer verpassten die vorderen Plätze klar, sammelten aber allesamt Punkte. Josef Ferstl kam mit 2,50 Sekunden Rückstand auf Paris auf den 21. Platz. Andreas Sander belegte Rang 26. Dominik Schwaiger wurde 27., Romed Baumann kam auf Platz 30. Dreßen hatte wegen Beschwerden an seinem operierten Knie auf einen Start verzichtet. Tags zuvor war er auf verkürzter Strecke Neunter geworden.

Quelle: ntv.de, dbe/dpa