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"Möchte mich nicht verstecken"Schiedsrichter überrascht Freund mit Heiratsantrag im Stadion

31.01.2026, 11:37 Uhr
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Pascal Manuel Kaiser ging vor seinem Freund auf ein Knie. (Foto: IMAGO/Beautiful Sports International)

Erst geht es auf ein Knie, dann gibt es das Ja und den Kuss: Vor der Bundesliga-Partie des FC Köln macht ein Schiedsrichter seinem Freund einen Heiratsantrag. Es ist ein wichtiges Zeichen der wenigen sichtbaren queeren Menschen im Fußball.

Fußball-Bundesligist 1. FC Köln hat einem Fan im Rahmen des Diversity-Spieltags einen ganz besonderen Moment verschafft. Pascal Kaiser, ein Amateurschiedsrichter, machte seinem langjährigen Partner Moritz vor dem Anpfiff der Partie gegen den VfL Wolfsburg (1:0) über das Stadionmikro einen Heiratsantrag.

"Ich möchte mich nicht verstecken, sichtbar sein. Nicht laut, provokant, sondern ehrlich. Ich will, dass jeder sieht, dass ich diesen Menschen liebe. Einen Mann, als Mann, im Fußball", sagte der FC-Fan, der als Unparteiischer bis in die Landesliga pfeift und nach seinem Coming Out 2022 einer der wenigen sichtbar queeren Menschen im deutschen Fußball ist.

Auch sonst stand der Freitagabend in Müngersdorf im Zeichen von Diversität. Die vier Stadionpfosten erstrahlten in Regenbogenfarben, der FC lief in einem Sondertrikot auf, die Spieler wurden beim Einlaufen von Personen aus den FC-Stiftungsprojekten begleitet. Man wolle mit den Aktionen "wichtige Zeichen für Vielfalt im Sport und in der Gesellschaft setzen", sagte FC-Geschäftsführer Philipp Türoff.

FC Köln jubelt über Befreiungsschlag

Die Stimmung bei den Kölnern war derweil nach dem Befreiungsschlag im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga völlig losgelöst. "Zur Feier des Tages haben wir uns vorgenommen, das eine oder andere Kölsch zu uns zu nehmen", sagte Trainer Lukas Kwasniok bei Sky. Dabei war der zweite Heimsieg in Serie harte Arbeit.

"Wenn ich heute TV-Zuschauer gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich eher ausgemacht", sagte Kwasniok. "Nach der Pause wurde das Spiel zum Überlebenskampf, wir haben das Fußballspielen eingestellt. Dann brauchst du eben einen guten Torhüter."

Den hatte der FC wieder einmal. Bis in die Nachspielzeit bekam Marvin Schwäbe keinen schwierigen Ball auf sein Tor, war dann in den entscheidenden Momenten mit zwei Glanzparaden aber zur Stelle. "Was der in den letzten Jahren hier macht, ist schon Weltklasse", sagte Maina, dessen Tor (29.) in einem ansonsten schwachen Spiel den Unterschied machte.

Und der Retter selbst? Gab sich bescheiden. "Am Ende ist es mein Job", sagte Schwäbe, der sich von den FC-Fans und seinen Teamkollegen hochjubeln ließ: "Unfassbar, wie losgelöst hier jeder feiert, die Fans stehen immer hinter uns. So können wir als Einheit einfach weitermachen."

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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