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"Bachelor" Mangold in der BBL So viel Spott für 77 Sekunden Basketball

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Auch wenn er seit seinem Wechsel zu Frankfurt Mitte April erst 77 Sekunden gespielt hat, Andrej Mangold wehrt sich gegen die Vorwürfe, dass sein Comeback als Basketballer nur ein PR-Gag ist.

(Foto: imago images / Kessler-Sportfotografie)

Mit den Fraport Skyliners verpasst Andrej Mangold die Playoffs der Basketball-Bundesliga. Der Anteil des Ex-Bachelors daran ist allerdings sehr gering. Denn seit einer Verpflichtung Mitte April hat er nur 77 Sekunden gespielt. Ein PR-Gag?

Andrej Mangold ist Basketball-Profi. Und RTL-Bachelor. Und als RTL-Bachelor kein Basketball-Profi mehr. So weit, so klar? Seine Karriere hatte der 32-Jährige für seine TV-Liebessuche indes nicht beendet, nur unterbrochen. Dem Recherchenetzwerk Deutschland (RND) bestätigte er Anfang Januar seinen Status. Eigentlich hatte er für die Saison 2018/2019 in der Slowakei einen Vertrag bei MBK Handlova unterschrieben. "Dort sollte ich Mannschaftskapitän werden - also Führungsspieler in einer ersten ausländischen Liga", erklärte Mangold dem RND. Doch mit der Zusage für den "Bachelor" änderte er seine Pläne spontan. "Als ich dann die Zusage zum Bachelor bekam, habe ich um Auflösung meines Vertrags für die Saison gebeten. Ich habe nur eine Pause eingelegt." Nach der umfassenden Liebessuche, so verkündete er damals, werde er sich durch seine Berater wieder im In- und Ausland anbieten lassen.

Ein Angebot kam im Nachgang des Rosenshow-Spektakels tatsächlich: von den Fraport Skyliners. Sportlich eine gute Idee des Bundesligisten aus Frankfurt - oder nur eine ausgeklügelte PR-Kampagne? Nun, die Tatsache, dass Mangold seit seiner Verpflichtung im April nur etwas mehr als eine Minute auf dem Feld gestanden hat, ist Wasser auf die Mühlen der Kritiker. Diesem Vorwurf widerspricht nicht nur Mangold selbst, sondern auch Skyliners-Chef Gunnar Wöbke gegenüber der "Bild"-Zeitung: "Wer die Erwartung hatte, dass Andrej pro Spiel 35 Minuten auf dem Feld steht und 35 Punkte wirft, ist von falschen Voraussetzungen ausgegangen. Er war eineinhalb Jahre verletzt, braucht Zeit." Im Gespräch mit unserer Redaktion ergänzt Mangold: "Wenn ich nur fürs Training verpflichtet worden wäre, hätten wir das auch so kommuniziert!"

Zur Person

  • Andrej Mangold, Jahrgang 1987, feierte seine erfolgreichste Zeit bei den Telekom Baskets Bonn, für die er zwischen 2011 und 2016 auf Korbjagd ging.
  • In Bonn wurde er auch zum Nationalspieler, absolvierte fünf Spiele für die Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes.
  • Nach seinem Kreuzbandriss im linken Knie musste Mangold die gesamte Saison 2016/17 aussetzen, in der er bei der BG Göttingen unter Vertrag stand.
  • Von dort wechselte er nach Würzburg, sein Vertrag lief allerdings im November 2017 aus. Ein Engagement beim slowakischen Erstligisten MBK Handlová platzte anschließend.
  • Im Januar 2019 war Andrej Mangold in der RTL-Sendung "Der Bachelor" zu sehen.

Dass seine geringe Einsatzzeit viele Hater und Trolle animiert, ist dem gebürtigen Hannoveraner bewusst. Sie kritisieren, er, der Reality-TV-Star, nehme sich eine Sonderrolle heraus. In Online-Foren mutmaßen sie, dass der Coach mit dem Status des Neuzugangs nicht klarkommt, dass er ihn deswegen nicht spielen lässt. "Ganz ehrlich: Das interessiert mich nicht. In Internetforen und sozialen Netzwerken wird schnell geschrieben. Aber ich bezweifle, dass die Leute mir das auch ins Gesicht sagen würden", sagt Mangold. Und ergänzt: "Die, die da schreiben, haben vielleicht ein paar Spiele von mir gesehen, kennen mich als Person nicht." Er selbst sei dankbar für die Chance in Frankfurt.

"Wollte es ganz oder gar nicht"

Aber warum wollte er nach seinem Bachelor-Ausflug unbedingt zurück in die Bundesliga: "Ich wollte es ganz oder gar nicht", erklärt der Aufbauspieler. Und: "In Frankfurt haben alle Rahmenbedingungen gepasst. Meine Zusage war ein absoluter No-Brainer." No-Brainer eben deshalb, weil "in der Liga auch gesprochen wird". Damit spielt er auf den Austausch unter den Klubbossen an. In Frankfurt trainiere und spiele er auf höchstem Niveau. Und somit könne er sich für weitere Aufgaben empfehlen. Dass er nur einen Kurzeinsatz absolvieren konnte, fuchst Mangold. Beim siegreichen Gastspiel der Skyliners bei seinem Ex-Klub Bonn (71:60) wurde er eingewechselt.

"Ich habe viel Arbeit in mein Comeback gesteckt. Aber im Sport ist es wie im normalen Geschäftsleben, eine Garantie für Erfolg und Einsatzzeit gibt es nicht. Aber ich habe Vollgas gegeben und hart gearbeitet", so Mangold. Natürlich habe er sich gewünscht, der Mannschaft mehr helfen zu können. Er sei im Kampf um die Playoffs zu einem intakten Team gestoßen. Was es ihm natürlich nicht einfacher gemacht hat, sich einen Platz in der Rotation zu erkämpfen. "Und ich habe mich entsprechend angeboten. Am Ende des Tages ist es aber nicht meine Entscheidung, ob ich spiele oder nicht", sagt der 32-Jährige.

"Kann mir gut vorstellen, noch einmal anzugreifen"

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Mangold steht bei seinem Klub selten auf dem Feld, dafür meistens im Mittelpunkt.

(Foto: imago images / Wolter)

Knapp acht Wochen lang hat er sich vor dem Agreement mit den Skyliners intensiv auf sein Comeback vorbereitet. In dieser Zeit quasi ständig an seiner Seite: Streetball-Legende und Skill-Coach Paul Gudde. "Wir haben gemeinsam viel am Feintuning gearbeitet, Spielsituationen simuliert und mich so auf die Rückkehr aufs Parkett vorbereitet", erzählt Mangold. Ihn und Gudde verbindet eine enge Freundschaft. Gut möglich, dass sie auch im Sommer wieder viel Zeit miteinander verbringen. Gudde, der Coach. Und Mangold, der Spieler. Gemeinsam könnten sie Seite an Seite bei Turnieren wie dem "Germanys Reality Check" in Köln zu sehen sein. "Ich habe die Termine für die Sommer-Turniere auf dem Schirm. Und wenn es die Zeit zulässt, habe ich schon Bock darauf, die Jungs alle wieder zu sehen. Es ist immer wie ein Klassentreffen, wenn wir gemeinsam zu Turnieren fahren", so Mangold.

Wie es für Mangold nach der Saison in Frankfurt weitergeht, weiß er noch nicht. Und auch die Skyliners werden noch nicht konkret. Vor allem, weil die Trainerfrage noch nicht geklärt ist. Coach Gordon Herbert möchte eine einjährige Auszeit nehmen, um die kanadische Nationalmannschaft zu trainieren. Und am Ende habe ein neuer Trainer bei der Kaderzusammenstellung ein gewichtiges Wort mitzusprechen, erklären die Skyliners auf Anfrage. "Andrej hat sich unglaublich schnell und richtig gut ins Teamgefüge integriert", sagt Frankfurts Pressesprecher Thomas Nawrath. "Ich kann mir gut vorstellen, noch einmal anzugreifen und eine ganze Saison zu spielen", sagt Mangold.

Ob als Vollprofi oder aus Liebe zum Spiel neben seinen anderen Verpflichtungen, wie seinen Auftritten als Ex-Rosenkavalier und Unternehmer, "steht in den Sternen". Immerhin: Die Suche nach der großen Liebe war erfolgreich - Jennifer und Andrej sind immer noch ein Paar. Sie sind gerade erst zusammengezogen. Bei Instagram schreibt er: "Mit Dir an meiner Seite macht alles noch viel mehr Spaß. Es fühlt sich nicht nur gut, sondern einfach richtig an."

Quelle: n-tv.de

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