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Konkurrenz für Davis Cup Tennis-Profis lassen Machtstreit eskalieren

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Zverev und Djokovic deuten beide an, bei der Neuauflage des ATP Cups an Bord sein zu wollen.

(Foto: imago/AFLOSPORT)

Mit der Neuordnung des Davis Cups bringt der Tennis-Weltverband viele Profis gegen sich auf. Während die Turnierpläne der Investorengruppe um Fußballer Gerard Piqué kaum Unterstützer findet, planen Djokovic und Co. ein hochkarätiges Konkurrenz-Event.

Der reformierte Davis Cup des Tennis-Weltverbandes ITF bekommt ab dem Jahr 2020 durch ein weiteres Team-Event hochkarätige Konkurrenz. Die Vereinigung der Profispieler präsentierte ihre Pläne für den ATP Cup, der sechs Wochen nach der Premiere des Davis-Cup-Finals in Australien stattfinden wird und als "größere" Neuauflage des früher in Düsseldorf ausgetragenen World Team Cups angekündigt wurde.

In drei australischen Städten, die noch nicht bekannt sind, spielen künftig 24 Nationen um den Titel. In Gruppenspielen mit jeweils vier Teams und einer anschließenden Finalrunde werden pro Begegnung zwei Einzel und ein Doppel ausgetragen. Das Turnier, das im Vorfeld der Australian Open in Melbourne stattfindet, dauert zehn Tage und ist mit 15 Millionen Dollar Preisgeld dotiert. Zudem können die Spieler bis zu 750 Weltranglistenpunkte ergattern.

Erst im September hatte der Weltverband ITF die Reform des Davis Cups verabschiedet. Ende November 2019 wird in Madrid erstmals ein Finalturnier für 18 Mannschaften ausgetragen. Der Termin hat jedoch heftige Kritik hervorgerufen, nicht nur Deutschlands Spitzenspieler Alexander Zverev hat seine Teilnahme kategorisch ausgeschlossen.

Machtprobe mit der ITF

Anders als der Davis Cup besitzt der ATP Cup die Unterstützung der Spieler. "Es ist der beste Weg, um in die Saison zu starten", sagte der Weltranglistenerste Novak Djokovic. Zverev hält das Turnier für "einen guten Weg, Teamwettbewerbe im Tennis zu erhalten". Auch Roger Federer und die amerikanische Nummer eins John Isner äußerten sich wohlwollend zum neuen Format. ATP-Präsident Chris Kermode sagte bei der Präsentation am Rande des ATP-Finals in London: "Wir hatten den World Team Cup in Düsseldorf für 35 Jahre. Jetzt bringen wir ihn zurück, aber viel größer, und die Spieler stehen zu 100 Prozent dahinter."

Im Düsseldorfer Rochusclub hatte die ATP von 1978 bis 2012 jeweils im Mai vor den French Open einen Mannschaftswettbewerb ausgetragen. Der Weltverband ITF und die Investmentgruppe Kosmos, deren Gesicht Spaniens Fußballstar Gerard Piqué ist, sind längst auf der Suche nach einem anderen Termin, die ATP scheint aber nicht bereit zu sein, Platz in ihrem Kalender freizuräumen. Auch Federer, Initiator des Laver Cups im September, dürfte nicht bereit sein, die Woche, in der das Duell zwischen Europa und dem Rest der Tenniswelt stattfindet, abzugeben.

Für Djokovic darf nur ein Teamwettbewerb überleben, damit nicht zwei "durchschnittliche Events" entstehen. Zwei Turniere innerhalb von sechs Wochen seien "nicht gut für den Sport", hatte er am Mittwoch in London nach seinem Sieg über Zverev gesagt: "Ich glaube, ein Event wäre das ideale Szenario." Mit seiner Unterstützung für den ATP Cup verdeutlichte Djokovic nun, welcher Wettbewerb für ihn eine Zukunft besitzt.

Quelle: n-tv.de, jgu/sid