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2:0-Führung gegen Polen Tennis-Rumpftruppe kurz vor Klassenerhalt

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Florian Mayer hatte seine Nerven nicht im Griff, den Gegner am Ende aber schon.

(Foto: dpa)

Dem deutschen Davis-Cup-Team fehlt im Abstiegsspiel gegen Polen nur noch ein Punkt zum Sieg und damit zum Weltgruppen-Verbleib. Jan-Lennard Struff und Florian Mayer müssen sich gegen ihre jungen Kontrahenten aber mehr mühen, als ihnen lieb ist.

Auch ohne seine Spitzenkräfte ist das deutsche Davis-Cup-Team gegen Polen auf dem erwarteten Weg zum Klassenverbleib in der Weltgruppe. Die fest eingeplante 2:0-Führung nach dem ersten Tag in Berlin kam allerdings nur durch hart erarbeitete Siege von Florian Mayer und Jan-Lennard Struff zustande. Der Tennis-Weltranglisten-67. Struff gewann am Freitag 6:7 (8:10), 6:3, 5:7, 6:2, 6:1 gegen Kamil Majchrzak, der nur auf Platz 277 notiert ist.

Anschließend mühte sich Routinier Mayer zu einem 1:6, 7:6 (8:6), 6:4, 7:5 gegen den Weltranglisten-329. Hubert Hurkacz. "Ich war selten so angespannt wie heute. Die Polen hatten nichts zu verlieren, der Druck war riesig", sagte Mayer. "Meine Nerven hatte ich nicht im Griff. Ich bin heilfroh, dass ich das in vier Sätzen heimgeschaukelt habe."

Damit kann die Entscheidung schon am Samstag (13 Uhr) im Doppel fallen, in dem aber eher das routinierte Gäste-Duo Marcin Matkowski und Lukasz Kubot favorisiert ist. Auf deutscher Seite sind bislang Daniel Brands und Neuling Daniel Masur aufgeboten. Am Sonntag (11 Uhr) beginnt Mayer gegen Majchrzak, danach spielt Struff gegen Hurkacz. Änderungen sind noch möglich.

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Jan-Lennard Struff musste zum Auftakt Schwerstarbeit verrichten.

(Foto: imago/Camera 4)

"Man ist ein bisschen angespannter, wenn man für Deutschland spielt. Ich habe Fehler gemacht, die man sonst nicht macht. Das hat mich gehindert, mein bestes Tennis zu spielen", sagte Struff. Nach den Absagen von Alexander Zverev und Dustin Brown und dem Ausfall von Philipp Kohlschreiber fügte der 26 Jahre alte Sauerländer hinzu: "Es ist immer eine Ehre, für Deutschland zu spielen, darum habe ich alles reingeworfen."

Näher äußern wollte er sich zu dieser Aussage nicht. Struff hätte es sich auf der idyllisch gelegenen Anlage am Hundekehlesee leichter machen können, wenn er im Tiebreak des ersten Satzes einen seiner drei Satzbälle genutzt hätte. Der fast zwei Meter große Warsteiner konnte zwar wesentlich mehr Druck ausüben, produzierte aber zu viele Fehler. Der flinke und sehr konstant spielende Majcrzak machte seine athletischen Nachteile durch viel Laufarbeit, wenige Fehler und taktische Finesse lange Zeit wett. Am Ende wirkte er in der Mittagswärme aber erschöpft.

Quelle: n-tv.de, cwo/dpa

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