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Mit Ehefrau und kleinem Kind Tennisprofi flieht im Privatjet vor Corona-Test

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Wohin Sam Querrey von Russland aus gereist ist, verriet er nicht.

(Foto: imago images/GEPA pictures)

Vor dem Turnier in St. Petersburg wird bei Tennisprofi Sam Querrey eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt. Doch statt sich an die vorgegebene Quarantäne zu halten, arrangiert der US-Amerikaner einen Privatjet und verlässt Russland. Das dürfte Folgen haben.

Erst der positive Corona-Test, dann die verschlossene Tür des Hotelzimmers und schließlich die überstürzte Abreise aus Russland: So lassen sich offenbar die vergangenen Tage im Leben des US-amerikanischen Tennisprofis Sam Querrey, seiner Ehefrau Abby und ihres neun Monate alten Sohnes Ford zusammenfassen. Eigentlich sollte Querrey, immerhin Nummer 49 der Weltrangliste, das ATP-Turnier in St. Petersburg spielen. Doch die vor Beginn vorgeschriebenen Corona-Tests ergaben, dass sich der 33-Jährige, seine Partnerin und auch das Kind infiziert hatten - was eine 14-tägige Quarantäne unumgänglich machen würde.

Doch Querrey hatte offenbar Angst, in ein russisches Krankenhaus eingewiesen und von seinem Sohn getrennt zu werden anscheinend andere Pläne, wie die ATP bestätigte. Denn statt sich bis auf Weiteres im Hotel einzurichten, verließen der US-Amerikaner und seine Familie dieses eigenmächtig und augenscheinlich ohne Mitteilung an die Ansprechpartner vor Ort. Überwachungskameras zeigen das Trio bei ihrer überstürzten Abreise am frühen Morgen um 5.45 Uhr. Der ATP habe Querrey zwar noch mitgeteilt, dass er Russland in einem Privatjet verlassen werde. Wohin allerdings, blieb offen.

Die Turnier-Organisatoren teilten mit, dass Querrey mit seinem Verhalten gegen die Vorschriften verstoßen habe, die ATP "nimmt diesen Vorfall sehr ernst" und leitete eine Untersuchung ein. Demnach sei bei Querrey nach seiner Ankunft in Russland am 11. Oktober eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt worden. Das Turnier habe daraufhin laut eigenen Angaben einen Arzt kontaktiert, um Querrey untersuchen zu lassen. Bei dessen erstem Besuch sei jedoch die Zimmertür verschlossen geblieben mit der Begründung, der Sohn schlafe, Vermittlungsversuche zwischen dem Sportler und den Turnier-Verantwortlichen seien ohne Ergebnis geblieben.

Lange Sperre droht

Für Donnerstag, den 15. Oktober sei dann ein weiterer Corona-Test geplant gewesen, so wie es die ATP-Regeln vorsehen. Querrey allerdings brach die Hygiene-Vorschriften, indem er das Hotel am frühen Morgen in Richtung Flughafen verließ. "Ohne der Rezeption dies mitzuteilen", heißt es in der Mitteilung des Turniers. Wie der Tennis-Journalist Ben Rothenberg berichtet, habe Querrey "einen Privatjet arrangiert und bezahlt, um die Familie möglichst schnell über die russische Grenze zu bringen".

Der Aufenthaltsort der Familie ist unbekannt, Rothenberg zufolge handelt es sich um "ein nahegelegenes europäisches Land", das für die Einreise keinen negativen Corona-Test verlange. Trotz ihrer laut dem US-Reporter "milden Symptome" hätten sich die Querreys in das Flugzeug gesetzt, wenn auch mit größtmöglichem Abstand. Auslöser der hastigen Ab- und Ausreise soll ihm zufolge ein Anruf gewesen sein, der einen Klinik-Aufenthalt bei einer Erkrankung in Aussicht gestellt habe. Die "potenzielle Trennung im Krankenhaus in einem fremden Land" habe Querrey Angst gemacht, so Rothenberg.

Der US-Amerikaner ist noch für weitere Turniere in Europa gemeldet, seine Teilnahme an der Tennis-Tour scheint allerdings ausgeschlossen, bis die Untersuchung der ATP abgeschlossen ist. Querrey könnte aufgrund seiner massiven Verstöße gegen die Richtlinien zum Infektionsschutz nun sogar eine mehrjährige Sperre drohen.

Quelle: ntv.de, tsi