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Ohne Akzeptanz der Gesellschaft Thomas Bach befeuert deutschen Olympia-Traum

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Olympische Grüße!

(Foto: dpa)

Olympische Spiele in Deutschland: Was längst erledigt schien, soll beim Deutschen Olympischen Sportbund offenbar wieder auf die Agenda. IOC-Präsident Thomas Bach spürt jedenfalls ein neues Feuer. Man wolle nicht mehr Orte und Zahlen nennen, sondern eine Idee entwickeln.

Im Restaurant mit dem bezeichnenden Namen "Coubertin", einen Steinwurf entfernt von der weltberühmten Silhouette des Münchner Olympiaparks, sprach Thomas Bach bedeutende Worte. Er spüre im Deutschen Olympischen Sportbund "ein neues Feuer und eine neue Begeisterung" für Olympische Spiele in Deutschland, sagte der IOC-Präsident beim Jubiläumsempfang "Legacy for future".

Zuvor hatte Bach gemeinsam mit DOSB-Vizepräsidentin Miriam Welte und Marion Schöne, der Geschäftsführerin der Olympiapark GmbH, im Rahmen der Feierlichkeiten 50 Jahre nach den Spielen in München eine Skulptur der Olympischen Ringe enthüllt. München '72, so der Chef des Internationalen Olympischen Komitees, das seien "hervorragende, fröhliche, weltoffene Spiele" gewesen, ein neues Deutschland habe sich damals aufgetan.

Ungebrochene Olympia-Sympathie

Die DOSB-Spitze ließ dann auch ungebrochene Sympathien für eine weitere Olympia-Bewerbung erkennen - allerdings soll nichts überstürzt werden. "Wenn wir uns bewerben wollen, müssen wir das gut durchdenken. Nicht Orte und Zahlen nennen, sondern eine Idee, ein Konzept und gesellschaftliche Akzeptanz entwickeln", sagte der DOSB-Vorstandsvorsitzende Torsten Burmester.

Man müsse die Menschen in Deutschland "überzeugen", führte der Funktionär aus: "Es macht keinen Sinn, nur kritisch die Vergangenheit zu betrachten, man muss auch nachhaltige Konzepte für die Zukunft entwickeln und die Gesellschaft mitnehmen." Dirk Schimmelpfennig, DOSB Vorstand Leistungssport, ergänzte, es sei "wichtig, dass wir als Funktionäre mehr Vertrauen schaffen". Wesentlich werde sein, "wie die gesellschaftliche Bedeutung des Sports sich entwickelt".

Bizarre Diskussion

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Der jüngst geäußerten Kritik von Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß pflichtete Schimmelpfennig insgesamt bei. "Einerseits will man nicht, dass Spiele in Ländern wie China stattfinden, andererseits beschweren wir uns, wenn ein paar Bäume gefällt werden müssen", hatte Hoeneß am Mittwoch beim Kongress #neuland in Aachen spitz formuliert. Seit München scheiterten nicht weniger als sieben Versuche, Olympia nach Deutschland zu holen. Zuletzt fehlte es massiv am Rückhalt in der Bevölkerung.

Thomas Bach würde sich jedenfalls riesig freuen, Olympische Spiele in Deutschland zu erleben. "Ich hätte mich auch riesig gefreut, wenn während meiner Amtsperiode zumindest eine Olympia-Vergabe nach Deutschland möglich gewesen wäre", sagte der IOC-Präsident. Er hoffe nun, "dass ich dann, wenn Olympia wieder in Deutschland stattfindet, noch rüstig genug bin und auch eingeladen werde, die Spiele als Fan zu verfolgen". Das könnte frühestens 2036 der Fall sein, 100 Jahre nach den Propaganda-Spielen der Nazis in Berlin. 2024 findet Olympia in Paris statt, 2028 in Los Angeles, 2032 im australischen Brisbane.

Quelle: ntv.de, tno/sid

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