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Neun Jahre Haft in Russland US-Basketballspielerin Griner legt Berufung ein

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Griner war im Februar an einem Moskauer Flughafen verhaftet worden.

(Foto: picture alliance/dpa/TASS)

Wegen einer kleinen Menge Haschisch im Gepäck wird die US-Basketballerin Griner in Russland zu einer neunjährigen Haftstrafe verurteilt. Erst kürzlich kursieren noch Gerüchte über einen Gefangenenaustausch. Nun geht Griner jedoch gegen das Urteil vor.

Die in Russland zu einer neunjährigen Haftstrafe verurteilte US-Basketballerin Brittney Griner hat Berufung gegen das Urteil eingelegt. Das meldeten mehrere russische Nachrichtenagenturen übereinstimmend unter Berufung auf Griners Anwältin Maria Blagowolina. Griner war im Februar an einem Moskauer Flughafen mit einer kleinen Menge Haschisch verhaftet und Anfang August von einem Gericht in der russischen Hauptstadt verurteilt worden. International löste das Urteil eine Welle der Solidarität mit der 31 Jahre alten Athletin aus.

Die USA kritisieren die Entscheidung der russischen Justiz scharf und fordern ihre Freilassung. Auf amerikanischer Seite hofft man zudem trotz tiefer politischer Differenzen zwischen Moskau und Washington auf einen Austausch Griners gegen einen russischen Staatsbürger in US-Gefangenschaft. Russland erklärte sich nach Angaben von Außenminister Lawrow bereit, mit Washington über einen Gefangenenaustausch zu diskutieren.

Allerdings müsse dafür ein direkter Kommunikationskanal zwischen den Präsidenten Wladimir Putin und Joe Biden eingehalten werden, der zwischen beiden vereinbart worden sei. Demnach fordere Moskau laut US-Angaben im Gegenzug unter anderem die Freilassung des wegen des Tiergarten-Mordes in Deutschland zu lebenslanger Haft verurteilten Russen Vadim K. Der Kreml kritisierte zuletzt jedoch die öffentliche Debatte über die Möglichkeit eines solchen Deals.

Bei der Einreise am Flughafen Moskau-Scheremetjewo wurden bei Griner sogenannte Vape-Kartuschen und Haschisch-Öl gefunden. Es soll sich um 0,5 Gramm gehandelt haben. Dies wurde als illegaler Drogenbesitz und versuchter Schmuggel gewertet. Griner bekannte sich schuldig, betonte aber, sie habe russisches Recht nicht verletzen wollen. Das Gericht in Moskau erkannte trotzdem keine mildernden Umstände an.

Quelle: ntv.de, can/dpa/AFP

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