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Alaphilippe gewinnt in Bagnères Yates stürzt und verpasst Tour-Etappensieg

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Adam Yates stürzte auf der letzten Abfahrt und vergab damit den möglichen Tagessieg.

(Foto: imago/Sirotti)

Der Franzose Julian Alaphilippe gewinnt die 16. Etappe der Tour de France. Für den 26-Jährigen vom Team Quick-Step Floors ist es der zweite Tageserfolg bei der diesjährigen Rundfahrt. Er profitiert dabei vom Sturz eines Konkurrenten.

Zwei bittere Stürze, erneutes Patt der Favoriten, Proteste, eine kurze Rennunterbrechung und ein Solosieg des Franzosen Julian Alaphilippe: Die erste der drei Hochgebirgs-Etappen in den Pyrenäen hatte einen Aufreger und brachte bei der Tour de France noch keine Vorentscheidung im Kampf um das Gelbe Trikot. Alaphilippe sicherte sich im Ziel der 16. Etappe in Bagnères-de-Luchon seinen zweiten Etappenerfolg. Auf den letzten acht Kilometern hinunter vom Col de Portillont hatte der Quick-Step-Profi Ausreißer Adam Yates passiert. Der Brite war in der Abfahrt allein in Führung liegend nach einem Verbremser gestürzt, schüttelte sich kurz, verlor dabei aber seinen Vorsprung. Vom Sturz mitgenommen, konnte er das hohe Tempo des Etappensiegers auf den weiteren Abfahrtskilometern nicht mehr mitgehen.

Spitzenreiter Geraint Thomas und sein Kapitän Chris Froome vom Team Sky (Rückstand, 1:39 Minuten) kamen nach 218 Kilometern fast neun Minuten später als Alaphilippe ins Ziel. Auch der drittplatzierte Niederländer vom Team Sunweb, Tom Dumoulin (1:50 Minuten), war in der Gruppe der Favoriten. Sie setzen offensichtlich alles auf den morgigen Bergsprint auf den Col de Portet. "Mir fehlen die Worte. Das war ein Tag des Leidens - aber ich bin überglücklich", sagte der atemlose Alaphilippe im Ziel, der sich aus einer 47 Fahrer starken Ausreißergruppe, in der auch die deutschen Profis Simon Geschke, Nils Politt und Marcus Burghardt fuhren, gelöst hatte.

59 Kilometer vor dem Ziel hatte es indes einen weiteren, weitaus spektakuläreren Sturz gegeben: Ex-Weltmeister Gilbert hatte es dann noch in Führung liegend erwischt. Bei der Abfahrt vom Col de Portet d'Aspet versteuerte er sich in einer Kurve und flog in unmittelbarer Nähe des Denkmals für den 1995 dort tödlich verunglückten Olympiasieger Fabio Casartelli über eine Steinmauer. Nach einigen Schrecksekunden kletterte Gilbert wieder auf die Straße, stieg auf sein Rad, reckte den Daumen hoch und setzte seine Fahrt fort. Er blutete am linken Unterarm.

Am Mittwoch kommt es auf der 17. Etappe zu einem besonderen Kletter-Spektakel. Auf der mit nur 65 Kilometern extrem kurzen Etappe wird ein Leistungs-Feuerwerk erwartet. Ein ungewöhnlicher Start soll einen spannenden Rennverlauf begünstigen. Die Radprofis müssen sich in einer Formation aufstellen, ähnlich wie bei der Formel 1 oder im Motorradsport. Der Gesamtführende darf ganz vorne stehen, dahinter starten die Verfolger. Dann geht es unmittelbar in den ersten von drei Anstiegen.

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid