"Viel zu tun bis zum ersten Rennen"Audi lüftet sein nicht zu übersehendes Formel-1-Geheimnis

47 Tage vor dem ersten Formel-1-Rennen seiner Geschichte präsentiert das neue Audi-Team das Design des Autos. In Berlin ist die Euphorie groß, die Ambitionen ebenso. Wie schnell der Rennstall vorne mitmischen kann, weiß allerdings noch niemand.
Mit einem Spektakel in einem früheren Berliner Heizkraftwerk hat das Audi-Team das nächste Geheimnis vor seiner Formel-1-Premiere gelüftet. Der neue Werksrennstall des Autobauers präsentierte erstmals die künftige Lackierung seiner Rennwagen in der Öffentlichkeit und lud dafür zu einer aufwendigen Show in die Hauptstadt. "Ein Moment, auf den wir seit vielen Jahren hingearbeitet haben", sagte Audi-Chef Gernot Döllner. Bei der Farbgebung des Fahrzeuges setzte der Autobauer auf Titanium, Karbon-Schwarz und Audi-Rot, wie es der Hersteller nennt.
47 Tage vor dem Saisonstart in Melbourne ging es dabei allerdings nur um die Lackierung, die Rennställe halten ihre "echten" Rennwagen stets so lange wie möglich unter Verschluss. "Wir wollen gewinnen. Gleichzeitig wissen wir, dass man nicht über Nacht zu einem Spitzenteam wird", hatte Döllner zuletzt bereits gesagt: "Ab 2030 wollen wir um den Weltmeistertitel kämpfen."
Nico Hülkenberg sagte, er fühle Aufregung und Stolz. Der 38-Jährige wird mit dem Brasilianer Gabriel Bortoleto das Fahrerduo bilden. "Das ist ein Teil von etwas Großem. Für mich ist das eine große Chance", fügte Hülkenberg hinzu. Beide fuhren im vergangenen Jahr schon gemeinsam für Sauber.
Audi sieht Regelrevolution als große Chance
Audi hatte im Sommer 2022 den Einstieg als Werksteam in die Formel 1 verkündet und übernahm dafür den Schweizer Sauber-Rennstall. In der neuen Saison, die am 8. März in Melbourne startet, wird das Projekt unter dem offiziellen Namen Audi Revolut F1 Team seine Grand-Prix-Premiere feiern. "Wir starten von bescheidenen Anfängen und haben ein ehrgeiziges Projekt vor uns. Wir haben viel zu tun bis zum ersten Rennen", sagte Teamchef Jonathan Wheatley.
Entscheidender Faktor für den Beschluss des Autobauers, hohe Millionensummen in einen eigenen Formel-1-Rennstall zu investieren, ist die in diesem Jahr greifende Regelrevolution. Für das Design der Rennwagen gelten neue Bestimmungen. Die Hybrid-Aggregate beziehen künftig ihre Leistung zu 50 Prozent aus einem Verbrennungsmotor und zu 50 Prozent aus einer Batterie, der Kraftstoff ist zu 100 Prozent nachhaltig. Diesen Neuanfang der Rennserie sieht Audi als Chance, möglichst bald weiter vorn mitzumischen.
Es sei unmöglich zu wissen, wo Audi beim Saisonstart im Vergleich zu den anderen Teams stehen werde, sagte Projektleiter Mattia Binotto. Als Ziel hatte die Teamspitze den Angriff auf den Titel im Jahr 2030 ausgegeben. "Das ist sicherlich ehrgeizig. Aber wir haben es intern diskutiert und glauben, dass es das richtige Ziel ist. Nur wenn du ein Ziel hast, kannst du definieren, was bis dahin fehlt und was es noch braucht", sagte Binotto.