Formel1

Ex-Formel-1-Boss verstört massiv Bernie Ecclestone würde für Putin sterben

Bernie Ecclestone ist 91 Jahre alt. Im Jahr 2017 verlässt er nach mehreren Jahren die Formel 1. Im Jahr 2014 gastiert diese erstmals in Russland. Seither verbindet ihn eine Freundschaft mit Wladimir Putin, für den er, wie er jetzt gesteht, sterben würde. Weil der "eine erstklassige Person" ist.

Ex-Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat in einem verstörenden Interview im britischen Frühstücksfernsehen seine verquere Sicht der Welt dargelegt. Angesprochen auf den russischen Angriff auf die Ukraine bezeichnete der 91-Jährige den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj als "Komiker" und gestand, dass er für den Aggressor Wladimir Putin "eine Kugel fangen würde".

Der Brite hatte bereits in der Vergangenheit für Irritationen gesorgt, doch seine jüngsten Äußerungen im britischen Frühstücksfernsehen erreichen eine neue Qualität. "Es wäre natürlich besser, es würde nicht wehtun, aber ich würde die Kugel immer noch für ihn fangen", erklärte er den aufgrund der Aussagen sichtlich verwirrten Moderatoren der Show "Good Morning Britain".

Ecclestone ergänzte: "Weil er eine erstklassige Person ist und weil er, was er tut, nur aus dem Grund macht, um das zu tun, was er richtig für Russland hält. Leider ist es bei ihm wie bei vielen Geschäftsleuten, sicher wie bei mir, dass man manchmal einfach Fehler macht. Wenn man einen Fehler macht, geht es darum, so gut wie möglich da herauszukommen."

Formel 1 distanziert sich

Dem Präsidenten der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, empfahl Ecclestone, endlich auf Putin zu hören, weil dieser "eine vernünftige Person" sei, und verglich im Anschluss den russischen Angriff auf die Ukraine mit den militärischen Interventionen der USA. Der Ex-Formel-1-Boss sagte, Selenskyj übe wohl immer noch den Beruf eines "Komikers" aus. Vor seiner Wahl zum Präsidenten der Ukraine hatte dieser unter anderem als Schauspieler und Komiker Popularität erlangt.

Ein Sprecher der Formel 1 nannte die Äußerungen des 91-Jährigen "seine persönlichen Ansichten, die in krassem Gegensatz zu den modernen Werten unseres Sports" stehen. Die Rennserie hat momentan ohnehin mit einer eigenen Rassismus-Debatte zu kämpfen und wird diese Baustelle gewiss nicht benötigen.

Ecclestone und Russland

Bereits 2016 befand Ecclestone, damals noch in seiner Position als Chef der Rennserie, dass Putin "Europa regieren sollte". Auch aus seiner Vorliebe für Autokratien hat er nie einen Hehl gemacht. Der Ex-Formel-1-Boss und Putin kennen sich seit langer Zeit. Seit der Saison 2014 gastierte die Formel 1 in Sotschi auf dem Gelände der Olympischen Winterspiele, die im Februar 2014 ausgetragen wurden. Kurz darauf annektierte Russland die Krim und begann den Krieg im Donbass, die zur Einnahme der Oblaste Donezk und Luhansk durch paramilitärische russische Gruppen führten.

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Nach dem Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 kündigte die seit 2017 unter neuer Leitung stehenden Rennserie die Verträge mit Russland auf. Der Große Preis von Russland, der in diesem Jahr noch einmal in Sotschi und ab 2023 in Putins Heimat St. Petersburg ausgetragen werden sollte, wurde gestrichen. "Die Formel 1 kann bestätigen, dass sie ihren Vertrag mit dem russischen Grand-Prix-Veranstalter gekündigt hat, was bedeutet, dass Russland in Zukunft kein Rennen mehr ausrichten wird", hieß es in einer Mitteilung Anfang März.

Am Tag nach Beginn des Angriffs hatte Ecclestone den Präsidenten Russlands in einem Interview als "ehrenhaft" bezeichnet und der Propagandalinie des Kremls folgend, der Einmischung der NATO die Schuld an der "Krise" gegeben. Später äußerte er sein Unverständnis über die Kündigung der Verträge für die Rennen in Russland. "Das ergibt überhaupt keinen Sinn, egal, wie man es dreht und wendet", hatte er AFP gesagt: "Soweit ich weiß, gibt es keinen Krieg in Russland und deswegen würde es keinen Unterschied machen, wenn es [das Rennen, Anm. d. Red] stattfinden würde."

Quelle: ntv.de, sue

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