Formel1

"Fakten wichtiger als Gesten" F1-Stars Leclerc und Verstappen knien nicht

imago0047531340h.jpg

Das Fahrerfeld ist uneins, wie es sich gegen Rassismus positionieren soll.

(Foto: HOCH ZWEI/Pool/Motorsport Images)

Auch in der Formel 1 wird gegen Rassismus protestiert, besonders das Mercedes-Team um Weltmeister Lewis Hamilton setzt sichtbare Zeichen. Einzelne Fahrer wollen aber nicht uneingeschränkt mitziehen beim Zeichensetzen. Als Widerstand wollen sie das ausdrücklich nicht bewertet wissen.

Ferrari-Pilot Charles Leclerc und sein niederländischer Red-Bull-Kontrahent Max Verstappen haben sich dem Protest der meisten Kollegen nicht angeschlossen und in der Startaufstellung zum Formel-1-Rennen in Spielberg (15.10 Uhr/RTL sowie im ntv.de-Liveticker) nicht gekniet. "Ich glaube, dass Fakten und das Verhalten im täglichen Leben wichtiger sind als formale Gesten, die in einigen Ländern möglicherweise als kontrovers angesehen werden könnten", twitterte Leclerc kurz vor dem Start. Er werde deshalb "nicht das Knie beugen", schrieb der 22-jährige Monegasse: "Das bedeutet aber nicht, dass ich im Kampf gegen Rassismus weniger engagiert bin als andere." 14 der 20 Piloten gingen auf ein Knie.

Verstappen ist der Meinung, dass "jeder das Recht hat, sich auf eine Weise auszudrücken, die ihm selbst am besten gefällt. Ich werde nicht niederknien, aber ich respektiere und unterstütze die persönliche Entscheidung eines jeden Fahrers." Außer Leclerc und Verstappen hatten noch einige andere Fahrer Bedenken zu der Geste geäußert, die NFL-Quarterback Colin Kaepernick 2016 etabliert hatte. Verstappen und Leclerc schlossen sich aber dem textil-Protest an und trugen Shirts mit der Aufschrift "End Racism".

Der sechsmalige Weltmeister Lewis Hamilton, der erste und einzige schwarze Formel-1-Fahrer, hatte sich in der Corona-Zwangspause stark für die Bewegung "Black Lives Matter" engagiert. Am Samstag sagte der Brite, er habe seinen Standpunkt seinen Kollegen erklärt und darauf hingewiesen, dass Schweigen "generell mitschuldig" mache.

Hamiltons Mercedes-Team entschloss sich zu Beginn der Woche, den traditionell silbernen Rennwagen als Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung umzulackieren. In Spielberg hat der W11 seinen ersten Auftritt in Schwarz, diese Lackierung soll bis zum Jahresende beibehalten werden. Zudem tragen Hamilton und sein Teamkollege Valtteri Bottas schwarze Rennoveralls.

Quelle: ntv.de, ter/dpa