Formel1

Formel-1-Lehren aus Russland Ferrari zofft sich ins Fiasko, Mercedes gechillt

Unaufhaltsam fährt Mercedes-Pilot Lewis Hamilton seinem sechsten WM-Titel entgegen, doch in der Formel 1 dreht sich fast alles um den neuerlichen Zoff bei Ferrari. Der Kampf zwischen den Alphatieren Sebastian Vettel und Charles Leclerc wird für die Scuderia immer problematischer. Nach dem verkorksten Großen Preis von Russland besteht bei den Italienern einmal mehr Gesprächsbedarf. Die Lehren des 16. Saisonlaufs:

Ferrari schlägt sich selbst

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Ende eines Rennens zum Vergessen für Vettel: Ferrari im Abschleppmodus.

(Foto: imago images/Motorsport Images)

Ferrari kommt nicht zur Ruhe. Trotz bester Voraussetzungen verpatzte die Scuderia den Großen Preis von Russland völlig. Vettel lieferte einen tollen Start und eine tolle erste Rennhälfte ab und war in dieser Phase eindeutig schnellster Mann im Feld. Es wirkte endlich, als werde er nicht mehr gehemmt durch die starke Konkurrenz im eigenen Team. Sondern als nehme er den Kampf an. Doch dann musste er sein Auto abstellen, weil sein Auto unter Strom stand. Teamchef Mattia Binotto analysierte nüchtern: "Wir haben den Sieg abgegeben aufgrund eines Zuverlässigkeitsproblems."

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Eine verwirrende Teamorder mit viel Funkverkehr sorgte zudem für Gesprächsstoff. Die Streitigkeiten müssen möglichst schnell geklärt werden. "Wir müssen uns vertrauen, das ist wichtig für das Team", sagte Vettels Teamkollege Charles Leclerc. Der 21-Jährige aus Monaco sah bei sich selbst keine Fehler, auch Vettel gab an, nur nach den Absprachen gehandelt zu haben. Problematisch ist auch, dass Leclerc noch immer dem durch eine Teamentscheidung verlorenen Sieg in Singapur nachzuhängen scheint. Da Ferrari mittlerweile wirklich das beste Paket hat, dürfte es auch in den kommenden Wochen um Siege zwischen den Alphatieren Vettel und Leclerc gehen. Und dann ist der nächste Knall - trotz des Friedensgipfels vor Sotschi - wohl nur eine Frage der Zeit.

Mercedes ist da, wenn Ferrari patzt

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Haben gerade Spaß: Hamilton und Bottas durften über den ersten Sieg nach der Sommerpause jubeln.

(Foto: imago images/Motorsport Images)

Eigentlich hatten die Silberpfeile in Russland überhaupt keine Chance auf den Sieg, da der Motor zu schwach schien. Doch Weltmeister Hamilton und Valtteri Bottas konnten sich über die Plätze eins und zwei freuen. "Ich habe lange darauf gewartet, es fühlt sich wie das erste Mal an", sagte der Brite Hamilton nach seinem 82. Grand-Prix-Erfolg. Zuvor hatte Ferrari dreimal nacheinander triumphiert. Nun läuft für ihn auf dem Weg zu Titel Nummer sechs wieder alles nach Plan. "Es wird härter und härter für uns. Wir müssen weiter solche Leistungen zeigen", sagte Hamilton. Doch im Grunde genommen kann ihm das egal sein. Mercedes konnte in Russland nur abstauben, und genau das taten die Silberpfeile mit ihrem Doppelsieg maximal. Nach fast zwei Monaten ohne Erfolg geht das Werksteam jetzt deutlich entspannter in die letzten fünf Saisonrennen. Hamiltons erneuter Titelgewinn steht sowieso nicht mehr infrage.

Hülkenberg fährt nur hinterher

Immerhin einen WM-Punkt nahm Nico Hülkenberg als Zehnter noch mit. Das war für den 32-Jährigen aber auch schon das einzig Positive in Russland. "Es war ein frustrierendes Rennen und enttäuschend, denn wir hatten das Potenzial für mehr", sagte der Renault-Fahrer. Er wolle noch das "Maximum aus den letzten Rennen holen", sagte Hülkenberg. Womöglich werden es nach neun Jahren die letzten Formel-1-Starts für ihn. Für die kommende Saison hat der Routinier noch keinen neuen Vertrag.

Red Bull setzt alles auf einen Heimspielerfolg

Den Grand Prix in Russland opferte Red Bull für ein starkes Heimspiel von Motorenpartner Honda in zwei Wochen im japanischen Suzuka. Der zweimalige Saisonsieger Max Verstappen und Alexander Albon gingen genau wie die Fahrer des Schwesterteams Toro Rosso in Sotschi mit neuen Motoren an den Start und kassierten dafür Startplatzstrafen. Sie haben das zulässige Limit bereits überschritten. In Suzuka will der Niederländer Verstappen, der in der Gesamtwertung als Vierter noch vor Vettel liegt, angreifen: "Ich will am liebsten gewinnen."

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Quelle: n-tv.de, cri/dpa/sid

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