Formel1

Silber dominiert Frankreich-GP Hamilton brilliert weiter - Vettel nur Fünfter

4862d96eedf031d951aca3e73ae93e1a.jpg

Lewis Hamilton raste in Frankreich zum sechsten Sieg im achten Saisonrennen, und zwar völlig ungefährdet.

(Foto: REUTERS)

Mit einem coolen Start-Ziel-Sieg sichert sich Formel-1-Dominator Lewis Hamilton den Triumph beim Großen Preis von Frankreich und baut seine WM-Führung aus. Teamkollege Valtteri Bottas macht den nächsten Mercedes-Doppelsieg perfekt. Sebastian Vettel bleibt im Ferrari nur Rang fünf.

Mit einer imposanten Frankreich-Show hat Lewis Hamilton den nächsten Triumph eingefahren und seine Rolle als Formel-1-König untermauert. Für Sebastian Vettel setzte es im Ferrari hingegen den nächsten Tiefschlag. In Le Castellet verpasste er nach vermurkstem Qualifying die Champagner-Party auf dem Podium als Fünfter deutlich und fiel in der Formel-1-WM noch weiter zurück. Sein Rückstand auf Titelverteidiger Hamilton, der sich in Frankreich mit einer brillanten Fahrt seinen sechsten Sieg im achten Saisonrennen sicherte und vor seinem finnischen Teamkollegen Valtteri Bottas und Ferrari-Pilot Charles Leclerc triumphierte, wuchs auf 76 Zähler.

2c5dea7b39c5538653292fdf84c8935f.jpg

Von der erhofften Attacke auf Hamilton waren Sebastian Vettel und sein Ferrari-Team in Frankreich meilenweit entfernt.

(Foto: REUTERS)

Seinen fünften WM-Titel kann Vettel, der sich Frankreich mit der schnellsten Rennrunde immerhin einen Zusatzpunkt sicherte, schon nach dem 8. von 21 Saisonrennen abschreiben. Durch seinen furiosen Start-Ziel-Sieg hat Hamilton nun bereits 187 Punkte auf dem Konto, 36 mehr als Bottas. Dahinter folgt weit abgeschlagen dann Vettel als Dritter im WM-Klassement. In Frankreich kam vor Vettel neben Hamilton, Bottas und Leclerc auch noch Max Verstappen im Red Bull ins Ziel, der Vierter wurde.

Das Rennwochenende auf dem Circuit Paul Ricard endete damit für Vettel, wie es begonnen hatte: mit einer Enttäuschung. Am Freitag hatten die Rennkommissare dem Ferrari-Antrag eine Abfuhr erteilt, die Fünf-Sekunden-Zeitstrafe für den Deutschen beim Rennen in Kanada vor zwei Wochen erneut zu untersuchen. Damit bleibt Hamilton der Sieger von Montréal, Vettel wird in der Statistik endgültig als Zweiter geführt, obwohl er als Erster über die Ziellinie fuhr.

Hamilton mit Blitzstart, Vettel quält sich

65ad4ccd7a4e0017835e951c693284e3.jpg

(Foto: REUTERS)

In Le Castellet zerschlugen sich die Hoffnungen der Scuderia auf eine weitere Attacke gegen die übermächtigen Mercedes schon früh. Der souveräne Polesetter Hamilton erwischte den besten Start und zog vor Bottas bereits in den ersten beiden Runden mehr als eine Sekunde davon.

Vettel war nach Problemen in der Qualifikation am Samstag nur vom siebten Rang in den Grand Prix gegangen. Er tat sich hinter den beiden überraschend starken McLaren schwer. In der fünften Runde ließ er dann erst Lando Norris und zwei Umläufe später auch dessen Stallrivalen Carlos Sainz hinter sich. Immerhin: Der Auftakt verlief nicht ganz so negativ wie im Vorjahr, als Vettel Bottas kurz nach dem Start ins Heck gerauscht war und dafür eine Fünf-Sekunden-Strafe bekam.

Anstatt sich mit Hamilton, der schon 2018 auf dem Kurs in der Nähe der Mittelmeerküste siegte, an der Spitze zu duellieren, musste er sich als Fünfter mühsam an den Red Bull des Niederländers Max Verstappen herankämpfen. Hamilton fuhr derweil an der Spitze einsam die schnellsten Rundenzeiten. Zwar klagte der fünfmalige Champion per Boxenfunk zwischenzeitlich über einen Defekt an seinem Sitz, doch auch das hielt Hamilton nicht davon ab, Bottas immer weiter zu enteilen.

Mercedes in eigener Liga

Einmal mehr fuhr der 34-Jährige völlig unbeeindruckt in seiner eigenen Liga. Dahinter kam Leclerc im zweiten Ferrari nicht näher an die dominanten Mercedes heran, hielt aber zumindest Verstappen weiter auf Abstand. Und Vettel? Auch nach dem recht späten Boxenstopp von Medium-Reifen auf die härtere Mischung in der 26. von 53 Runden kam er nicht an Verstappen vorbei - und verlor sogar weiter Zeit auf den 21-Jährigen. Hamilton kümmerten die Positionskämpfe dahinter wenig, auch mit neuen Reifen ließ er den Verfolgern keinerlei Chance.

Nach etwas mehr als der Hälfte des Rennens konnte sich Vettels Dauerrivale Sekunde um Sekunde absetzen. Anschließend musste er nur noch verwalten. In einem spannungsarmen Rennen bei sommerlichen Temperaturen von 27 Grad war das Podium für Vettel außer Reichweite. Zehn Runden vor Schluss funkte ihm sein Team ins Cockpit, dass er zumindest noch "Plan F" umsetzen solle. Er sollte sich noch die schnellste Rennrunde (Fastest Lap) sichern. Dafür kam er eine Runde vor Schluss für einen zusätzlichen Reifenwechsel an die Box und wurde für diesen Mut belohnt.

Die nächste Chance, sich im bislang sehr einseiten Titelkampf mit den Silberpfeilen zurückzumelden, bietet sich Vettels Scuderia bereits in der kommenden Woche. Am nächsten Sonntag geht es in Österreich wieder um einen Grand-Prix-Sieg.

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, cwo/dpa

Mehr zum Thema