Formel1

Dramatische Ferrari-Panne Leclerc fährt Vollspeed ohne Gurt

Ferrari liefert in der laufenden Formel-1-Saison zahlreiche Kuriositäten auf und neben der Strecke. Eine neue Episode der Serie "Pleiten, Pech und Pannen" schreibt die Scuderia in Barcelona. Der Vorfall ist allerdings nur auf den ersten Blick zum Schmunzeln.

Bei Ferrari läuft in dieser Saison wenig zusammen. Sehr, sehr wenig. Leidtragender der Pleiten, Pech und Pannen-Strategie der Scuderia ist meistens Sebastian Vettel, zuletzt durfte sich dann aber auch Teamkollege Charles Leclerc mit einem kuriosen Vorfall rumärgern. Der war aber dann doch dramatischer, als es auf den ersten Blick schien.

In Runde 37 des Rennens in Barcelona dreht sich der Monegasse in Kurve 13 unverschuldet, brettert über die Streckenbegrenzung - und bleibt liegen. Der Grund: Die Power Unit seines Ferrari hatte sich einfach ausgeschaltet. Leclerc schnallt sich ab, sicher, dass er seinen toten Boliden nicht wieder zum Leben würde erwecken können - bis die Ansage aus der Box kommt: Auto noch einmal starten. Das funktioniert, Leclerc rast zurück auf die Strecke. Unangeschnallt, bei Spitzengeschwindigkeit bis 300 Kilometern pro Stunde.

"Niemand glücklich, dass ich ohne Gurte fahre"

"Leute, ich muss an die Box! Als ich versucht habe, an den Knopf zu kommen, um das Auto wieder zu starten… Meine Gurte sind jetzt ab", meldete Leclerc an den Kommandostand. "Wenn ich bremse, bewege ich mich schon ziemlich. Mir wäre es egal, aber ich bin ziemlich sicher, dass niemand glücklich damit ist, dass ich ohne Gurte fahre." Er dreht noch eine zweite Runde auf Anschlag, dann kommt er an die Box. Die Ferrari-Mechaniker schaffen es nicht, ihn wieder angeschnallt zurück auf die Strecke zu schicken, das Rennen ist für den 22-Jährigen beendet. "Es ist eine Schande", schimpft Leclerc hinterher am RTL-Mikro.

"Du darfst nicht unangeschnallt fahren, das steht so im Reglement", sagt RTL-Experte Christian Danner zu dem Fall. Ob Leclerc also eine Strafe kriegt? Danner rechnet nicht damit. "Eigentlich hätten die Stewards eine Nachricht kriegen müssen, dann hätten sie es untersucht. Aber wenn da keiner was sagt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass da jetzt noch etwas kommt."

Sich selbst die Sicherheitsgurte wieder anzulegen, ist für einen Formel-1-Fahrer nahezu unmöglich, beschreibt RTL-Experte Timo Glock die missliche Lage Leclercs. Zu wenig Ellbogenfreiheit, durch den Helm arg eingeschränktes Sichtfeld: Jeder Versuch, sich vor dem Neustart des Boliden schnell wieder regelkonform anzuschnallen, wäre zum Scheitern verurteilt gewesen.

Quelle: ntv.de, ter

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