Formel1

Tränen und Standing Ovations Michael Schumacher wird emotional geehrt

Michael Schumacher ist eine der größten Sportpersönlichkeiten Deutschlands, auch viele Jahre nach seinem schweren Skiunfall ist die Formel-1-Legende weiter präsent. In einer emotionalen Zeremonie wird Schumacher nun die höchste Auszeichnung Nordrhein-Westfalens verliehen.

Bei einer bewegenden Zeremonie ist Michael Schumacher mit dem Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet worden. Die Ehrung nahmen Frau Corinna, Tochter Gina und Vater Rolf stellvertretend entgegen. Für Familie Schumacher gab es am Ende der Veranstaltung minutenlangen emotionalen Applaus, der Corinna Schumacher zu Tränen rührte.

Zuvor hatte Schumachers langjähriger Weggefährte Jean Todt den Saal mit einer bewegenden Laudatio gerührt. Corinna und Gina sprachen bei der Ehrung nicht selbst, Schumacher-Sohn Mick fehlte in Köln, nachdem er sich am Morgen unwohl gefühlt und die Reise aus der Wahlheimat der Familie in der Schweiz nicht angetreten hatte.

Todt rührt mit Laudatio

"Ich bin stolz darauf, Michael meinen Freund nennen zu können. Und ich bin ebenso stolz darauf, eine sehr enge Freundschaft mit seiner Familie zu haben", sagte Ex-Ferrari-Teamchef Todt in seiner Rede, die er zu Ehren Schumachers komplett auf Deutsch hielt.

"Michael liebte es, im Team zu arbeiten. Und das Team liebte es, für Michael zu arbeiten", schwärmte Todt. Und dieser Schumacher war im Team der Schlüssel zum Erfolg: "Er verstand sich als Teamplayer. In Wirklichkeit war er aber ein Teamleader. Eine Führungsfigur mit einer natürlichen Autorität. Ein leidenschaftlicher Kämpfer. Ein unerbittlicher Gegner. Ein nimmermüder Arbeiter. Ein detailverliebter Antreiber."

Todt weiter: "'Einen von uns' nannten ihn die Mechaniker von Ferrari zu meiner Zeit liebevoll, weil sie spürten, dass er sich nicht als etwas Besseres ansah. (...) Und seine Demut und Bescheidenheit standen ihm immer gut."

Wüst würdigt Schumachers "großes Herz"

"Geboren in Hürth, aufgewachsen und zur Schule gegangen in Kerpen und auf Vaters Rennbahn dann angefangen, Kart zu fahren", erinnerte zu Beginn NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst an Schumachers Wurzeln. Aufgrund seines "hervorragenden Könnens, vor allen Dingen aber dank des unbedingten Willens, im Wettkampf immer das Beste zu geben" habe er eine unglaubliche Karriere hingelegt.

Wüst: "Wir würdigen mit Michael Schumacher heute einen Mann, der nicht nur mit sportlichen Leistungen heraussticht. Wir würdigen heute vor allem den Michael Schumacher jenseits des Rennsports und jenseits des grellen Scheinwerferlichts. Einen Menschen, der ein großes Herz hat und dem es von jeher auch wichtig war, an andere zu denken, denen es nicht so gut geht." Und das meist im Stillen.

Die 10-Millionen-Dollar-Spende nach dem Tsunami 2004 war bekannt, Schumacher spendete aber auch bei Hochwasserkatastrophen an der Elbe 2002 und 2013, die Familie zuletzt beim verheerenden Hochwasser im vergangenen Jahr in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Schumacher leistete auch einen Beitrag für den Aufbau eines großen Zentrums für Hirn- und Rückenmarksgeschädigte in Paris.

Vorbild für viele Menschen

"Michael Schumacher hat in all den Jahren viel Gutes für andere getan", betonte Wüst. "Schon früh hat Michael begonnen, bei all seinen Erfolgen auch an andere zu denken. Das fing in der eigenen Familie an - sein Preisgeld vom Formel-3-Sieg in Macao, 20.000 Dollar, packte er seinem Vater auf den Esstisch", erzählte Todt.

Der Staatspreis ist die höchste Auszeichnung des Landes Nordrhein-Westfalen. "Es gibt wenige Menschen in Deutschland, die eine ganze Sportart derart geprägt haben wie Michael Schumacher den Rennsport", sagte Wüst schon vorab über den gebürtigen Rheinländer. Schumacher gehöre bis heute zu den herausragenden Persönlichkeiten der weltweiten Sportgeschichte und bleibe auch durch sein Engagement Vorbild für viele Menschen. "Ich hoffe, wir alle hoffen, dass der große Kämpfer Michael Schumacher weiterkämpft, niemals aufgibt, dass er vorankommt auf dem so schweren Weg, auf dem er sich befindet", hatte Ministerpräsident Wüst in seiner Rede betont.

Quelle: ntv.de, ana/alu/ter

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