Formel1

Entschuldigung bei Hamilton Piquet fühlt sich nach Rassismus missverstanden

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Nelson Piquet 1987 beim GP in Spanien.

(Foto: imago images / Motorsport Images)

Nelson Piquet bittet Formel-1-Star Lewis Hamilton um Entschuldigung: Nach dem Bekanntwerden seiner rassistischen Beleidigung stellt der Ex-Weltmeister aus Brasilien aber auch klar, dass er falsch übersetzt worden sei. Seine Worte hätten niemanden herabsetzen sollen - doch da gibt es andere Meinungen.

Nach der rassistischen Entgleisung von Nelson Piquet hat sich der dreimalige Weltmeister bei Formel-1-Superstar Lewis Hamilton öffentlich entschuldigt. Der Brasilianer wies aber in einer verbreiteten Stellungnahme einen rassistischen Hintergrund zurück und sieht sich fehlinterpretiert.

"Ich entschuldige mich von ganzem Herzen bei allen Betroffenen, einschließlich Lewis, der ein unglaublicher Fahrer ist, aber die Übersetzung in einigen Medien, die jetzt in den Sozialen Medien kursiert, ist nicht korrekt. Diskriminierung hat weder in der Formel 1 noch in der Gesellschaft etwas zu suchen, und ich freue mich, in diesem Zusammenhang meine Gedanken klarzustellen", hieß es in der Erklärung.

"Würde das Wort niemals verwenden"

Zuvor waren ältere Aussagen Piquets aufgetaucht, in denen er Hamilton in einem Interview verunglimpft hatte. "Der kleine Neguinho (direkt auf Deutsch übersetzt etwa eine Verniedlichung des N-Worts) stellt das Auto so hin, weil er keine Chance hatte, in dieser Kurve zwei Wagen zu überholen. Es ist ein Witz! Er hat Glück, dass es nur Verstappen erwischt hat", sagte der 69-Jährige demnach auf Portugiesisch in einem Interview mit dem Journalisten Ricardo Oliveira. Es ging um den Unfall zwischen dem Mercedes-Piloten und Red-Bull-Fahrer Max Verstappen beim Großen Preis von Großbritannien 2021.

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"Was ich gesagt habe, war unbedacht, und ich wehre mich nicht dagegen, aber ich möchte klarstellen, dass es sich bei dem verwendeten Begriff um einen handelt, der weithin und historisch betrachtet im brasilianischen Portugiesisch umgangssprachlich als Synonym für "Kerl" oder "Person" verwendet wird, und nie beleidigend gemeint war", hieß es weiter. "Ich würde das Wort, das mir in einigen Übersetzungen vorgeworfen wird, niemals verwenden. Ich weise jede Vermutung entschieden zurück, dass ich das Wort mit dem Ziel verwendet habe, einen Fahrer wegen seiner Hautfarbe herabzusetzen", betonte Piquet.

Das Fachmagazin "Motorsport-Total.com" ließ sich vom aus São Paulo stammenden Formel-1-Reporter Luis Ramos bestätigen, dass dieser Begriff nicht mit einer Verniedlichung des N-Wortes gleichzusetzen wäre, "sondern mit 'kleiner Schwarzer'". Dennoch sei die Äußerung von Piquet laut des Reports klar rassistisch gewesen. "Im Kontext ist Piquets 'Neguinho' auf jeden Fall abwertend gemeint", sagte er. "Er nennt Max ja auch nicht 'Holandesinho', was Holländer bedeutet, während er bei Hamilton nicht den Namen verwendet, sondern ihn über die Hautfarbe definiert."

Quelle: ntv.de, dbe/dpa

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