Formel1

Streit um "DAS" vor F1-Auftakt Red Bull kündigt Protest gegen Mercedes an

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Mercedes sorgte mit seiner Neuentwicklung bei den Tests in Barcelona für Aufsehen.

(Foto: imago images/Motorsport Images)

Ist das neue Lenksystem von Mercedes legal oder nicht? Diese Frage beschäftigt die Formel 1 vor dem Saisonauftakt in Australien am Sonntag. Red Bull plant deshalb, Fakten zu schaffen - und erklärt, in Melbourne Protest gegen die Innovation der Silberpfeile einzulegen.

Schon vor den ersten Trainingsrunden herrscht reichlich Konfliktpotenzial in der Formel 1. Neben dem Streit darum, was der Motorsport-Weltverband Fia in seinem trotz Protesten noch immer nicht öffentlich gemachten Deal mit Ferrari und deren offenbar nicht komplett legalen Motoren vereinbart hat, droht nun auch dem Mercedes-Team Ungemach. Denn Red Bull Racing, das dritte Team im Trio der Titelanwärter, kündigte an, beim Saisonauftakt in Australien Protest gegen eine Innovation der Silbernen einzulegen.

Dabei geht es laut formel1.de um das von Mercedes bei den Testfahrten präsentierte neue Lenksystem mit dem Namen DAS, ausgeschrieben Dual Axis Steering. Diese Duale-Achsen-Steuerung ermöglicht es den Piloten Lewis Hamilton und Valtteri Bottas, mithilfe des Lenkrads die Neigung der Vorderreifen zu verändern. In den Kurven soll das zu mehr Grip und einem besseren Einlenk-Verhalten führen, auf den Geraden dagegen eine effektivere Kühlung der Reifen und somit eine längere Lebensdauer der Gummis möglich machen.

"Für uns entspricht das nicht den Regeln"

Diese technische Neuerung hält Red Bull allerdings für illegal: "Für uns entspricht das System nicht den Regeln. Deshalb werden wir protestieren, wenn Mercedes das System in Melbourne einsetzt", hieß es dem Bericht zufolge von Helmut Marko, dem Motorsport-Chef von Red Bull. Denn: Zwar habe Mercedes in der Entwicklung bei der Fia angefragt, ob DAS regelkonform sei - doch verbindlich ist das formel1.de zufolge nicht. Dafür gilt allein das Urteil der Fia-Rennkommissare. Und die sind in der Saison 2020 eben erstmals beim Saisonauftakt in Melbourne (Sonntag, 6.10 Uhr/RTL und im Liveticker bei ntv.de) im Einsatz.

Selbst Experten sind sich bislang uneinig, ob die unzweifelhaft kreative Lösung legal ist. Wobei DAS ohnehin nur 2020 genutzt werden kann, denn für die darauffolgende Saison 2021 ist laut motorsport-total.com die Grauzone, die Mercedes entdeckt hat, bereits beseitigt. Und ob der Vorteil in dieser, der 71. Saison der Motorsport-Königsklasse, tatsächlich erlaubt bleibt, klärt sich vielleicht schon am Wochenende. Entweder, weil die Fia-Rennkommissare ein Urteil fällen. Oder weil Mercedes auf DAS verzichtet.

Quelle: ntv.de, tsi