Russell holt Pole in MelbourneVerstappen erlebt Crash-Debakel bei Aufbruch in neue Formel-1-Ära

Die neue Formel 1 verlangt von ihren Fahrern cleveres Energie-Management. Mercedes-Mann George Russell macht das in der ersten Qualifikation des Jahres am besten. Max Verstappen landet im Kiesbett. Audi überzeugt bei der Premiere auf großer Bühne.
Mercedes-Pilot George Russell ist in einer turbulenten Startplatzjagd zur ersten Pole Position der neuen Formel-1-Zeitrechnung gerast. In der Qualifikation zum ersten Grand Prix nach der Regelrevolution in Australien verwies der Engländer in 1:18,518 Minuten seinen Teamkollegen Kimi Antonelli (+0,293 Sekunden) auf den zweiten Platz. Für Russell war es die achte Pole seiner Karriere. "Das Auto ist echt zum Leben erwacht heute, ein wirklich guter Tag", sagte der Brite.
Als Dritter in das Auftaktrennen am Sonntag (5 Uhr MEZ/Sky und im Liveticker auf ntv.de) startet Max Verstappens Red-Bull-Teamkollege Isack Hadjar (+0,785 Sekunden). "Sie sind zu schnell im Moment, ich will meine Position halten", sagte der Franzose über das enteilte Mercedes-Team. Weltmeister Lando Norris wurde im McLaren nur Sechster direkt vor Rekordchampion Lewis Hamilton im Ferrari.
Nachdem Mercedes-Pilot Antonelli auf dem 5,278 Kilometer langen Albert Park Circuit Teile des Gebläses während der Fahrt verloren hatte, musste die letzte K.-o.-Runde unterbrochen werden. Norris raste mit seinem McLaren auch noch über eines dieser Kunststoffstücke. Der Vorfall mit Antonelli, der im Abschlusstraining einen heftigen Crash erlebt hatte, wurde von den Stewards untersucht.
"Keine Ahnung, was da los war"
Der unglückliche Verstappen blieb ohne gezeitete Runde. Der viermalige Weltmeister schied mit seinem Red Bull nach einem Dreher ausgangs der Start-Ziel-Geraden völlig überraschend schon in der ersten Qualifikationsrunde aus. "Der Wagen blockierte auf der Hinterachse", funkte Verstappen, nachdem er sich ausgangs der Start-Ziel-Geraden in der ersten Kurve mit seinem Wagen völlig überraschend ins Kiesbett gedreht hatte.
"Fantastisch", schob er sarkastisch hinterher. "Keine Ahnung, was da los war", sagte der frustrierte Niederländer nach dem Qualifying bei Sky. Verstappen stieg selbst wieder aus und schüttelte sich die rechte Hand. Auf einem Motorrad wurde der 28-Jährige sieben Minuten vor dem Ende der ersten K.o.-Runde zurück ins Fahrerlager gebracht. Rote Flaggen wurden geschwenkt, der RB22 von Verstappen wurde mit einem Kran geborgen.
Hülkenberg: "Nicht so zivilisiert wie im letzten Jahr"
Nico Hülkenberg, der einzige deutsche Fahrer im Feld, verpasste bei der Premiere von Audi als Werksteam die letzte K.-o.-Runde. Der Rheinländer schloss die Qualifikation als Elfter ab. Sein brasilianischer Teamkollege Gabriel Bortoleto schaffte es als Zehnter in den Schlussdurchgang, wegen eines technischen Defekts konnte er aber keine Runde mehr drehen.
Hülkenberg beschrieb die Qualifikation als "sehr dynamisch, viel drin, hektisch auch, einige Problemchen. Es lief nicht so zivilisiert wie im letzten Jahr", sagte er im TV-Sender Sky. "Es lief eigentlich nicht so viel zusammen bis auf die letzte Runde im Q2."
Die Formel 1 erlebt in dieser Saison die vermutlich größte Regelrevolution ihrer Geschichte mit neuen Motoren und neuen Autos. Da fast 50 Prozent der Leistung von einer Batterie kommen, sind die Fahrer zu permanentem Energie-Management gefordert. Sie müssen unterstützt von der Software in ihren Autos abwägen, wann die günstigsten Zeitpunkte sind, um Energie zurückzugewinnen.