Formel1

Notkalender trifft Lauda-Rekord Schnellste Runde der F1-Historie ist in Gefahr

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Niki Lauda im Ferrari beim Großen Preis von Frankreich 1974.

(Foto: imago images / Motorsport Images)

In der Krisensaison 2020 improvisiert die Formel 1, um ihren Kalender zu füllen. Nach Doppelpacks in Österreich und Großbritannien gibt es auch in Bahrain zwei Rennen - auf verschiedenen Streckenlayouts. Dadurch wackelt ein vermeintlich uneinholbarer Rekord von Niki Lauda aus dem Jahr 1974.

46 Jahre ist der Rekord inzwischen alt, den Niki Lauda am 6. Juli 1974 in der Qualifikation zum Großen Preis von Frankreich aufgestellt hat. Der Österreicher sicherte sich auf der Rennstrecke in Dijon den ersten Startplatz. Seine damalige Zeit: 58,790 Sekunden. Noch nie in der Geschichte der Formel 1 hat ein Pilot eine schnellere Runde gefahren. Doch im Dezember dürfte diese Bestmarke fallen, die Lauda damals im Ferrari aufgestellt hat. Dann nämlich gastiert die Königsklasse an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden (29. November und 6. Dezember) in Bahrain - und weicht für das zweite Rennen in dem Inselstaat vom gewohnten Grand-Prix-Kurs ab und nutzt eine deutlich kürzere Streckenversion.

"Wir haben uns die verschiedenen möglichen Optionen für ein alternatives Layout in Bahrain angeschaut", sagte Formel-1-Sportdirektor Ross Brawn: "Der äußere Kurs wird eine neue Herausforderung für die Teams, und er wird den Fans hohe Geschwindigkeiten und kurze Rundenzeiten bieten." Simulationen zeigen, dass für Startplatz eins voraussichtlich eine Zeit von unter 55 Sekunden nötig sein wird. Denn durch den Verzicht auf den kurvenreichen Mittelsektor besteht dieser alternative Kurs vorrangig aus Geraden - und ist mit einer Länge von 3,543 Kilometern zudem fast zwei Kilometer kürzer.

Das mag auf den ersten Blick spektakulär klingen, zumal 87 Runden angesetzt sind, so lang ist kaum ein Rennen. Es hat allerdings auch eindeutige Nachteile. So wurde die 3,289 Kilometer lange Strecke in Dijon nach Laudas Rekordfahrt umgebaut und verlängert. Denn aufgrund der geringen Rekordzeit gab es kaum freie Fahrt, fast alle Autos steckten durchgehend im Verkehr fest und der Letzte John Watson lag am Ende mehr als vier Runden hinter Sieger Ronnie Peterson. Angesichts dessen setzte die Formel 1 danach meist auf Strecken, bei denen die Zeiten deutlich über einer Minute lagen, um das Feld zu entzerren.

Nun aber droht ein solches Szenario mit wenig freier Strecke und vielen Überrundungen auch auf dem Bahrain International Circuit. Mit Blick auf den aus der Not der Corona-Pandemie heraus neu zusammengestellten Kalender mit insgesamt 17 statt ursprünglich geplanten 22 Rennen nimmt die Formel 1 dies allerdings in Kauf. Doppel-Events wie in Bahrain gab es auch schon im österreichischen Spielberg und im britischen Silverstone, dort allerdings ohne eine Veränderung des Streckenverlaufs. Und so wird der Rekord des im Mai 2019 im Alter von 70 Jahren verstorbenen Lauda ziemlich sicher bald Geschichte sein.

Quelle: ntv.de, tsi

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